10.03.2014 Dr. Hamid Reza Yousefi

Versuch einer Annäherung: Demokratie und ihre verschiedenen Lesarten im Dialog


Demokratier

Der Philosoph Dr. Hamid Reza Yousefi lehrt interkulturelle Philosophie und Geschichte der Philosophie als Privatdozent an der Universität Koblenz-Landau und ist Gründungspräsident des Instituts zur Förderung der Interkulturalität in Trier. Seine Forschungsbereiche sind - neben der islamischen Philosophie und den Fragen nach Menschenrechten – u. a. moderne Theorien der Toleranz, Ethik und Hermeneutik sowie angewandte Konzepte der Religionswissenschaft als auch diskurshistorische Kommunikationsforschung. Im Folgenden geben wir seinen bi-perspektivischen Aufsatz über die Demokratie und ihre verschiedenen Lesarten im Dialog wieder:

Die Geschichte der Menschheit legt Zeugnis ab von unterschiedlichen Regierungsformen. Vor etwa 3.000 Jahren suchte Hammurabi eine Antwort auf die Frage, wie Menschen in einem Gemeinwesen zusammenleben können. Dabei kodifizierte er als "Vater der Legislative" das Straf-, Zivil- und Handelsrecht. Spätestens seit Platon wird die Frage gestellt, wie ein Idealstaat aussehen könnte. Ähnliche und konkretere Versuche finden wir auch bei Abu Nasr Farabi, einem bedeutenden Philosophen der islamischen Welt. Welche Staatsform ist nun die vortrefflichste? Autokratie, Theokratie, Technokratie oder Demokratie? Letztlich hält jede Regierungsform sich für die vortrefflichste. Thema des vorliegenden Beitrags ist die kritische Würdigung der zwei Modelle bzw. Lesarten: iranisch-islamisches Volksprimat und westlich-liberale Demokratie.

In vielen Diskursen geht man davon aus, dass der Islam erst gemäß dem europäischen Welt- und Menschenbild „umgekrempelt“ werden müsse, um ihn "demokratiekompatibel" zu machen. Andere denken, dass Islam und Demokratie im Grunde keine Gegensätze sind und keine Notwendigkeit eines „Umkrempelns“ nach westlichem Muster besteht.

Der Islam war jedenfalls in der Geschichte des Westens oft ein Forschungsobjekt von Philosophen, Historikern, Orientalisten, Islamwissenschaftlern oder Ethnologen. Die Ergebnisse solcher Art „Forschungen“ sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, Unterstellungen, auf die hier kurz eingegangen werden soll:

- Seit der ersten Koranübersetzung auf Initiative des Abtes von Cluny, Petrus Venerabilis im 11. Jahrhundert, wird über den Islam ein "Verunglimpfungsdiskurs" geführt. Den Islam bezeichnet er als „tödlichen Virus“ und „gottlose Irrlehre des ruchlosen Muhammad“. Selbst Nikolaus von Kues, ansonsten durchaus Vater der europäischen Toleranz, teilt Jahrhunderte später die gleiche Auffassung.

- Seit Beginn des 18. Jahrhunderts wird über den Orient und die Muslime paradoxerweise zusätzlich ein "Romantisierungsdiskurs" geführt. Schwärmerisch-exotische Vorstellungen karikieren Muslime als Haremsbesitzer und Märchenprinzen aus 1001 Nacht. Irrationales und tyrannisches Wesen wird für eine „orientalische“ Konstante gehalten.

- Mit dem Kolonialismus tritt ein weiteres Moment hinzu: der "Bevormundungsdiskurs". Man weiß alles besser und bekämpft alles, was nicht ins eigene Weltbild passt.

- Parallel dazu wird ein „Abwertungsdiskurs“ geführt. Sie werden verblüfft sein, aber selbst der große Immanuel Kant hat in mehreren Werken wiederholt betont, Orientalen seien „nicht vollkommen“ wie die Europäer. Sie hätten keinen „Begriff von Moral und Ästhetik“. Weiter sagt Kant, Afrikaner müsse man es mit dem Knüppel geben, weil sie eine dicke Haut hätten. Das war nicht ironisch oder metaphorisch gemeint.

- Ähnlich wird auch ein "Fanatismusdiskurs" geführt. Friedrich Wilhelm Hegel schreibt in seinem Werk „Weltgeschichte der Religionen“, dass das Thema Islam nicht würdig sei, in den Text aufgenommen zu werden - man solle nur in einer Fußnote auf ihn verweisen. Der Islam hätte außer Rohheit und extremem Fanatismus nichts zu bieten.

Generationen sind im Westen mit diesem Welt- und Menschenbild ausgebildet und geprägt worden.

Aber die These des Autors dieser Zeilen ist, dass Islam und Demokratie in gewisser Weise zwei Seiten derselben Medaille darstellen. Dies soll wie folgt diskutieren werden. Die Fragen sind:

  • Was bedeutet Demokratie?
  • Welches Menschenbild wird einerseits im Islam und andererseits im Westen zugrunde gelegt?
  • Was sind Grundzüge eines islamischen Volksprimats?
  • Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede weist jenes mit der westlich-liberalen Demokratie auf?

Im Anschluss wird eine Hermeneutik der Lesarten vorschlagen, um diese beiden Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dabei versteht sich unter Lesart die subjektive Betrachtung oder Interpretation eines Sachverhaltes.

Was ist das Wesen der Demokratie?

Freie und geheime Wahlen, Stimmrecht für alle, Gewaltenteilung, Versammlungs- und Pressefreiheit. Die Grundlage einer jeden Demokratie ist eine vom Volk direkt oder indirekt gewählte Verfassung. Alle Demokratien sind sich darüber einig, dass die Mehrheit die Regierung stellen soll. Minderheiten haben dabei ihre Vertreter im Parlament und können ihren Interessen auch in einer oppositionellen Partei Ausdruck verleihen.

Das islamische Volksprimat stützt sich auf den Koran: „Es gibt keine Nötigung in der Religion“ (2:257), um die Menschenwürde zu schützen, um religiösen Minderheitenschutz zu garantieren. Allerdings gibt es, wie hier bei uns auch, eine Grenze der Toleranz. Diese Grenze wird überschritten, wenn gewisse Aktivitäten die demokratisch legitimierte Grundordnung des Staates gefährden. Dies sind Einschränkungen, die es in allen Demokratien gibt und geben muss.

Allerdings gibt es in strafrechtlicher Hinsicht in allen Demokratien deutliche Unterschiede. Während die Todesstrafe in den USA ein Bestandteil ihrer Verfassung ist, wird sie bei uns in Deutschland verurteilt.

Grundsätzlich gilt: Die Werte, auf denen eine Verfassung beruht, können durchaus säkular, aber eben auch sakral begründet sein. Auch Mischungen von beiden sind möglich. Die westlich-liberale Demokratie beansprucht ausschließlich säkular zu sein, während das islamische Volksprimat eine Mischung von beiden ist. Hieraus ergeben sich Unterschiede, die im Folgenden reflektiert werden sollen.

Die Verfassung eines Staates begründet sich nicht aus sich selbst: Sie gründet auf einem bestimmten Welt- und Menschenbild

Nach islamischem Verständnis gilt der Mensch als Geschöpf Gottes und besitzt, jenseits seiner Herkunft und Hautfarbe, eine naturgegebene Würde. Letztere resultiert aus seinem Verhältnis zu Gott.

Nach diesem Menschenbild besitzt der Mensch nicht nur Vernunft und Verstand, worauf in zahlreichen Stellen im Koran verwiesen wird, sondern auch Würde. So heißt es: „Und wahrlich wir haben den Kindern Adams Würde verliehen…“ (Sure 17:70). Deshalb garantiert der 6. Paragraph des 2. Artikels der iranischen Verfassung: „Ehre und Würde des Menschen und seine mit Verantwortung verbundene Freiheit vor Gott.“

Um ein sinnvolles Leben im Alltag zu gestalten, benötigt der Mensch eine Orientierungsinstanz, welche in Iran, neben der Verfassung, die Religion ist. Dies soll sein Refugium sein, aus dem sich sein Menschsein und seine Würde speisen. So wird durch Gebote und Verbote der Mensch zum Nachdenken aufgefordert, um in ihm den Sinn für das Menschsein zu wecken. Das Menschsein umfasst Elemente wie Gerechtigkeit, Vergebung, Barmherzigkeit und Liebe. Sie gehören nicht nur zu den Prinzipien eines islamischen Volksprimats, wie sie in der iranischen Verfassung zu finden sind, sondern sie sind Grundbegriffe der islamischen Ethik überhaupt.

Die Präambel der iranischen Verfassung garantiert dem Menschen als Geschöpf Gottes seine Rechte. Ein solches Menschenbild schließt allerdings eine extreme Individuation des Menschen, wie bei uns in Europa, aus. Dagegen nimmt das Kollektiv, also die Gemeinschaft der „Ummah“, in der iranischen Verfassung hohe Priorität ein.

Im Gegensatz dazu hat sich im Westen ein reduktionistisches Menschenbild durchgesetzt, d.h., dass man alle Komponenten des Menschseins rein biologisch und transzendenzfrei erklärt, sozusagen von unten - aus der Eigengesetzlichkeit der Materie und ihren Interaktionen. Hier wird der Mensch ganz im Sinne der Evolutionstheorie Darwins verstanden und dies als eine moderne Religion verteidigt. Wer diese Theorie ablehnt, wird als Traditionalist oder gar bornierter religiöser Extremist stigmatisiert. Im Grunde wäre der Mensch der Höchste aller Affen, der edelste aller Primaten, das Maß aller Dinge. Folgerichtig definiert er selbst seinen ethisch-moralischen Weg nach eigenem Belieben. Religion gilt nach diesem reduzierten Menschenbild als ein zu überwindender historischer Atavismus.

Nach einem solchen Menschenbild nimmt sich der Mensch - frei von jeglichem Gottesbezug - als Makrokosmos wahr. Hier wird von einer autarken Freiheit und völligen Individuation ausgegangen. Der Mensch wird zum Maskenbildner seiner selbst und bestimmt, wie er in der Gesellschaft auftreten möchte.

Wie wir sehen, liegt eine Kluft zwischen dem Welt- und Menschenbild der beiden Gesellschaftsmodelle vor. Aber der Ausdruck „islamisch“, ähnlich dem Ausdruck „christlich“, beschreibt die Essenz, während der Ausdruck „Demokratie“ die strukturelle Form des Staates artikuliert. Von der Essenz her ist das islamische Volksprimat eine auf Gottesbeziehung fußende Herrschaft der „Ummah“ mit demokratischen Methoden.

Rechtslogik im Islam und im Westen im Kontext der Demokratie

Um beide Rechtslogiken zu verstehen, werden im Folgenden zwei Beispiele angebracht:

Ein abgewiesener Liebhaber in Iran hatte seiner Angebeteten, Ameneh Bahrami (s. Foto), einen Kübel Säure übergeschüttet, was zu schlimmen, entstellenden Verletzungen und sogar zur ihrer Erblindung geführt hat. Nach dem islamischen Strafgesetzbuch ist bei einer solchen Tat eine gleichwertige Vergeltung vorgesehen. Dieses Prinzip ist allerdings kein Staatsrecht, sondern ein Bürgerrecht.

Auf Vermittlung der Justiz verhandelten die Familien von Opfer und Täter lange über den vom Prinzip der Gleichwertigkeit angemessenen monetären Schadenersatz. Sie konnten sich aber nicht einigen. Da beantragte die junge Frau vor Gericht die Blendung des Täters. Dieses Recht wurde ihr zugesprochen und sollte von Medizinern vollzogen werden. Erst im Operationssaal und unter dem Ernst der Lage hat der Täter in glaubhafter Weise um Vergebung gebeten. Die Frau hat daraufhin auf ihren Anspruch verzichtet.

Dieser Edelmut hat den damaligen iranischen Präsidenten veranlasst, sie persönlich zu besuchen und ihr seine Hochachtung auszusprechen. Sie sei eine Heldin der islamischen Barmherzigkeit. Sämtliche Kosten einer optimalen chirurgischen Gesichtswiederherstellung für sie wurden durch die Regierung übernommen. Dies ist ein Beispiel dafür, dass die Menschenrechte in Iran, wie gesagt, kein Staats-, sondern ein Bürgerrecht sind.

Nun zu uns in Europa. Als in Norwegen ein Mann mehr als 70 Jugendliche planmäßig und vorsätzlich erschossen hatte, verlangten die Familien der Opfer die Todesstrafe. Der Staat hat aber anders entschieden.

Wenn sich nach iranischem Strafgesetzbuch jemand wie Anders Breivik das Recht herausnimmt, das Leben eines anderen Menschen vorsätzlich auszulöschen, so haben die Familien der Opfer das Recht, über Leben und Tod des Täters mitzuentscheiden.

An diesem Punkt scheiden sich die Geister. Während in der iranischen Verfassung ein Menschenrecht ein Bürgerrecht darstellt, wird dieses bei uns im Westen automatisch zum Staatsrecht gemacht. Also der Staat entscheidet alleine, ohne Berücksichtigung des Mitbestimmungsrechtes der Bürger, in diesem Falle das der Opfer. Freilich ist die Würde des Menschen unantastbar. Nach iranischer Rechtslogik hat man allerdings selbst seine Würde zur Disposition gestellt, wenn man in dieser Dimension mordet. Demokratie bedeute demnach weder die Freiheit des Fuchses im Hühnerstall noch unbedingter Täterschutz.

Dies soll kein Urteil darstellen, in welchem Land mehr Volkswille und Basisdemokratie herrscht. Es ist viel mehr ein Plädoyer für eine nicht diskriminierende, also für eine echte Verständigung unterschiedlich gewachsener Rechtskulturen und ihrer Lesarten von Demokratie.

Weiterer Unterschied zwischen beiden Herrschaftssystemen

Das islamische Volksprimat iranischer Prägung erhebt den Anspruch, barmherzige Gerechtigkeit zu verwirklichen. In diesem Gesellschaftsmodell ist Politik ohne Moral nicht möglich. Moral aber hinkt wiederum ohne Religion. Eine solche Grundordnung erlaubt nicht, sich willkürlich zu allem oder zu nichts zu bekennen und sich in beliebigen Lebensformen zu entfalten.

In der westlich-liberalen Demokratie hingegen wird der Mensch als ein Individuum verstanden und kann sein Leben gestalten, wie er will. Gleichgeschlechtliche Lebensführung oder öffentliche Prostitution gehören zu diesem Gesellschaftsmodell. Ist die Prostitution mit der Unantastbarkeit der Menschenwürde im Grundgesetz vereinbar? Hier bei uns würde man sagen: "Ja, es ist nun mal so." In Iran hingegen würde man sagen: "Nein, es ist nun mal nicht so."

Wie wir sehen, sind es die Welt- und Menschenbilder, die die beiden Gesellschaftsmodelle trennen. Diese Tatsache darf man weder kleinreden noch ignorieren. Um es auf den Punkt zu bringen: Durch eine liberal-demokratische Brille westlicher Prägung betrachtet, beraubt das islamische Volksprimat den Menschen seiner Freiheitsrechte. Betrachten wir die Dinge von der anderen Seite her, so beraubt die westlich-liberale Demokratie den Menschen seiner gottgegebenen Würde.

Diese Beispiele machen deutlich, dass diejenigen Lesarten, die verabsolutiert werden, in gewisser Weise gewalttätig werden. Es wird beansprucht, dass die westlich-liberale Demokratie die einzig wahre und menschenwürdige Lesart der Demokratie überhaupt ist. Dieser Anspruch ist bei genauem Hinsehen der Anspruch einer alleinseligmachenden Heilslehre mit missionarischem Charakter. Daher wird konsequenterweise gefordert, andere Religionen aus dem öffentlichen Leben zu verbannen. Eine solche Mentalität versperrt den Weg zu einem echten Dialog zwischen den verschiedenen Lesarten von Demokratie und demokratischer Gesinnung.

Der Ausschluss der Religion hat nach islamischem Volksprimat nicht nur negative Auswirkungen auf die Moral der Gesellschaft, sondern ist auch anti-demokratisch. Iran, um nur ein Beispiel zu bringen, ist ein traditionsbewusstes Land, und die Mehrheit der Menschen in Iran schätzt die Religion. Traditionelle Werte, wie die Familie zu verteidigen, heißt also für sie, Religion und Demokratie zu verteidigen.

Wie lassen sich aber westlich-liberale Demokratie und islamisches Volksprimat miteinander versöhnen?

Beide Gesellschaftsmodelle mit zwei verschiedenen Welt- und Menschenbildern verursachen dann einen Kampf der Lesarten, wenn sie sich verabsolutieren und missionarischen Anspruch erheben

Eine Hermeneutik der Lesarten, um eine argumentative Dialogbrücke zwischen beiden Gesellschaftsmodellen zu bauen, ist unabdingbar. Grundlegend ist es, den gesamten Diskurs kontextuell zu gestalten. Dies bedeutet, beide Gesellschaftsmodelle mit ihren jeweils eigenen Terminologien und Fragestellungen von ihren verschiedenen Positionen her zur Sprache kommen zu lassen.

Eine solche Praxis setzt Folgendes voraus: Immerwährende Bereitschaft, sich mit den Augen des Anderen und durch dessen Brille zu betrachten, und der Verzicht auf asymmetrische Vergleiche nach dem Motto: "Ich oben, Du unten!"

Abschließend sei gesagt, dass derjenige, der sein Gesellschaftsmodell als den Königsweg der Weltzivilisation betrachtet, keinen Dialog sucht, sondern gehorsame Vasallen. Die Aufgabe ist und bleibt also die Suche nach einer gemeinsamen Sprache und letztlich die Anerkennung verschiedener Lesarten von Demokratie - mit oder ohne Religion.


Hamed10-03-14

sehr kritisch, sehr klar, danke ...

René10-03-14

Es täte nicht nur manchem Politiker, Wissenschaftler und Redakteur gut, sich solche wertvollen Reflexionen zu Gemüte zu führen.

Juergen zu Brüninghauser Heide10-03-14

Um es einmal salopp zu sagen, Demokratie und damit demokratisches Verhalten beginnt schon in den ersten Lebensjahren in dem Kinder als ein einzigartiges Individuum einer Gemeinschaft wahrgenommen und anerkannt werden. Demokratie ist auch in den unterschiedlichsten Kulturräumen ein grundsätzliches gleichberechtigtes Leben - Miteinander und auch Füreinander. Anerkennung des Anderen und ebenso auch von Anderen selbst anerkannt zu werden sind Indiz für eine Wertegesellschaft. Für einander Dasein, respektvolle Achtung, gegenseitiges Vertrauen und ehrliches Verständnis sind dabei Regeln die aus dem Herzen herauskommen müssen und die eine Gesellschaft auszeichnen. Die gegenseitige "Anerkennung" äußert sich in bestimmten Umgangsformen, die ihrerseits wiederum eine moralische bzw. wertbezogene Grundlage in der Idee der Menschenrechte haben und ist prädestiniert durch eine "soziale Identität".

Grenzen dafür kann es keine geben, vielmehr gilt es von dem Einen wie von dem Anderen zu lernen um dabei Toleranz zu zeigen, Sehnsüchte zu bedienen, Dialogbereitschaft zu vermitteln, Traditionen zu pflegen und Gemeinsamkeiten zu erarbeiten und alles dabei ausgerichtet auf das Ziel WAHRHEIT mit GERECHTIGKEIT zum FRIEDEN in der WELTEN-GEMEINSCHAFT.

Der Schlusssatz in dem Artikel von Dr. Hamid Reza Yousefi gibt eine anzunehmende Richtung vor und hier zitiere ich: Die Aufgabe ist also und bleibt die Suche nach einer gemeinsamen Sprache und letztlich die Anerkennung verschiedener Lesarten von Demokratie - mit oder ohne Religion.

Dieter11-03-14

Der Verfasser hat in seinem Text iranisches Recht (Menschenrecht = Bürgerrecht) in anschaulicher Weise dargestellt. Trotzdem: Die westlich-liberale Demokratie, wo der Mensch als Individuum sein Leben gestalten kann wie er will (sofern andere nicht dadurch beeinträchtigt werden, Stichwort: Rücksichtnahme), ist mir jedoch lieber und angenehmer.

martin11-03-14

der Beitrag ist sehr lehrreich und weiterführend; bis jetz dachte ich, dass Demokratie nur bei uns im Westen vertreten wird. Dass Iran ein demokratisches Land ist, finde ich gut; ich werde mit meiner Freundin hinfliegen ... Ich möchte dieses Land kennenlernen

siglinde13-03-14

@Dieter
Und wo man sich dennoch beeinträchtigt fühlt, hat man das dann einfach nicht zu empfinden...das nennt man Toleranz.

Was man aber im Westen ziemlich eindeutig sehen kann, dass Tabus auf der einen Seite abgebaut werden und quasi in Sachen Lebensführung alles erlaubt ist und auf der anderen Seite Tabus aufgebaut werden, die unser freies Denken blockieren..
Das ist nur ein scheinbarer Gewinn an Freiheit.

Dr. Bahram Abar14-03-14

Dieser Beitrag ist sehr irreführend und sophistisch. Iran ein demokratisches Land? Das; ist absurd und völlig falsch. In Iran herrscht seit 35 Jahren die islamische Scharia. Die islamische Theologie betrachtet die Scharia als vollkommene Ordnung, die Frieden und Gerechtigkeit schafft. Sie gilt als Ordnung Gottes und darf daher prinzipiell nicht durch menschliche Gesetze ersetzt werden. Die Scharia ist die Gesamtheit des islamischen Gesetzes, wie es im Koran, in der islamischen Überlieferung und in den Auslegungen maßgeblicher Theologen und Juristen vor allem der frühislamischen Zeit niedergelegt wurde. Die islamische Scharia ist Frauenfeindlich, absolut Diskriminierend und Menschenfeindlich. Hierdurch sind Keine der islamischen Länder der Welt mit der Demokratie vertraut und-oder bei der Demokratisierungs-versuche erfolgreich. Die islamischen Länder befinden sich in einem ähnlichen Zustand wie im europäische Mittelalter im 14. Jahrhundert. Demokratie des Westens ist allmählich durch die Säkularisierung der Gesellschaft im 17 Jahrhundert möglich geworden. Der politische Islam der Gegenwart verschreckt die westliche Welt mit Gewalt, Terrorismus und der "Heilige Krieg", der gegen die Juden und westlich-christlich geprägte Welt gerichtet ist. Der Islam kennt kein ziviler Toleranz und die Gleichberechtigung alle Religionen.

Mohsen14-03-14

Was unsere Politiker im Westen machen, hat mit Freiheit nichts zu tun; Ukraine, Krim und die gegenwärtige Rolle der Bundes Republik; Freiheit heißt, alles zu tun, was der Westen will; ich bin den Rußen so dankbar, dass Sie zeigen, diese Welt-Diktatur nicht zu akzeptieren.

Hermann Becker14-03-14

Wiederum spricht Hamid Reza Yousefi das wahre Wort, das in hiesigen Breiten nur ungern gehört wird. Demokratie, so gilt es schmerzlich zu bekennen, ist leider keine rein europäisch-westliche Errungenschaft, die andere Staaten zu entbehren hätten. Vielmehr besteht sie in mehr oder weniger abgewandelter Form auch in der islamischen Welt. Zwar werden die meisten islamisch geprägten Nationen zuweilen von diktatorischen Regimen geführt, jedoch sind Iran und Türkei mustergültige Beispiele für die Entwicklung der Demokratie bzw. der Bürgersouveränität im islamischen Kulturraum. Es wäre vermessen, zu fordern, Muslime müsste sich an westliche Verhältnisse anpassen oder gar die westlichen Formen der Demokratie annehmen. Richtiger ist, wie es auch Yousefi postuliert, dass verschiedene Formen und Arten demokratischer Staatsführung nebeneinander existieren dürfen. In einem fruchtbaren Dialog und Austausch gilt es dann, gemeinsam nach Lösungen und Modellen zu suchen, denen noch mehr Erfolg und Beständigkeit vergönnt sei, wie den bereits bestehenden.

Mohsen14-03-14

unsere Politiker scheinen, wie wir es in der Ukraine sehen [...]*

*MODERATION: Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Vielen Dank.

Thomas0314-03-14

Freiheit beschränkt lässt sich nicht reduzieren auf Saufen und ein ausschweifendes Leben führen; so gesehen, hat der Autor durchaus Recht.

Ethikstudentin16-03-14

Dr. Hamid Reza Yousefi schildert, meiner Ansicht nach, sehr einleuchtend, dass das Verständnis von Toleranz und Demokratie immer an den jeweiligen Interpreten gebunden sind. Die Bedeutung von Staats- und Bürgerrecht ist jeweils aus islamisch geprägter und liberal-westlicher Sicht unterschiedlich. Entscheidend ist in diesem Zusammenhang keine Wertung der jeweiligen Denk- und Urteilsform vorzunehmen, sondern einen Dialog zwischen den beiden Parteien herzustellen. Jeder Partei sollte das Recht gewährt werden, ihre Logik des Demokratieverständnisses zum Ausdruck kommen zu lassen. Erst durch das Ernstnehmen der jeweils anderen Auffassung lassen sich mehrere Blickwinkel als gleichermaßen gerechtfertigt nebeneinander betrachten. Diesen Zusammenhang hat Herr Yousefi, meiner Meinung nach, sehr deutlich und verständlich vermittelt. Ich persönlich kann ihm nur beipflichten. Wenn ich in dem Gesellschaftssystem, indem ich lebe, Anerkennung finden will, muss ich auch bereit sein, andere Gesellschaftsformen anzuerkennen und zu würdigen. Ich denke das ist der Schlüssel zu jeglicher zwischenmenschlichen Verständigung.

Alex0216-03-14

Meiner Ansicht nach ist der Beitrag von Dr. Hamid Rezy Yousefi sehr aufschlussreich und einleuchtend. Im Fokus der Auseinandersetzung mit der unterschiedlichen Betrachtung der Menschenrechte steht die Überlegung, dass es um einen Dialog zwischen den jeweiligen Menschen gehen sollte. Es geht nicht darum aus der eigenen Sicht und dem eigenen Verständnis heraus, eine Meinung über das Demokratieverständnis der jeweiligen Sichtweisen (islamisch, westlich-liberal) abzugeben. Vielmehr ist es entscheidend, beide Positionen mit ihren Argumenten und Überzeugungen gleichermaßen ernst zu nehmen. Dies scheint mir der Schlüssel zu jeglicher zwischenmenschlicher Verständigung zu sein.

Klaus16-03-14

Ich komme aus Trier und wußte nicht, dass Herr Yousefi auch aus Trier kommt. Morgen werde ich ihn aufsuchen, um mich mit ihm über dieses Thema zu unterhalten; sein wissenschaftliches Vorgen finde ich sehr gut und überzeugend.

Orientalist17-03-14

Dr. Bahram Abar, Sie haben offensichtlich weder den Text noch die Demokratie verstanden. Vielmehr erachten Sie die Demokratie ausschließlich mit der westlichen Wertekatalog als die einzig wahre - selbst gegen den Willen des Volkes. Was für ein Paradoxon.

SA17-03-14

@Orientalist
@Dr. Bahram Abar

Ein wenig zur Aufklärung:
- http://irananders.de/nachricht/detail/537.html
- http://irananders.de/nachricht/detail/314.html

PD Dr. Hamid Reza Yousefi18-03-14

Eigentlich reagiere ich ungern auf Polemik, Gehässigkeit oder Gefälligkeit. Alle drei sind schädlich für Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Es gibt aber Momente, in denen eine angemessene Reaktion mehr als erforderlich ist, wenn auch kurz. Herr Bahram Abar hat eine Stellungnahme zu meinem Beitrag formuliert, die ich kurz kommentieren möchte.

Ihm scheint grundsätzlich entgangen zu sein, dass es mir in diesem Beitrag weder direkt noch indirekt darum geht, für etwas Partei zu ergreifen. Vielmehr geht es mir schlicht und ergreifend darum, zwei unterschiedliche Rechtskulturen zu erläutern. Was aus den Ausführungen von Herrn Abar hervorgeht, ist, dass er in den letzten 35 Jahren nicht im Iran gewesen sein muss. Was er schreibt, ist seine persönliche Meinung, in der sich eine unbändige Wut bemerkbar macht. Er weiß sicher, dass Wut ein Feind der Fairness ist. Dass er versucht, den Islam und das islamische Volksprimat im Iran durch die westliche Brille zu sehen, scheint eine intellektuelle Krankheit vieler Iraner zu sein. Vorsichtig ausgedrückt, könnte man unterstellen, dass es solche Menschen sind, die bei Amnesty International im Westen, Meinungen verbreiten, die mit der faktischen Realität im Iran nicht direkt in Verbindung stehen.

Herr Abar weiß bestimmt, dass mehr als 95% der Iraner, die hier Asyl beantragt haben mit der Behauptung, in Lebensgefahr gewesen zu sein, Doppelpässe besitzen und ihr Land Iran dennoch besuchen. Demnach kann dieses Land wohl kaum so schlimm sein, wie sie bei ihrem Antrag behauptet haben. Es handelt sich um eine Mentalität der Bequemlichkeit, nach dem Motto: "Nach mir die Sintflut". In manchen Situationen, ist es allein der liebe Gott, der die Wahrheit kennt. Die hiesige Justiz kann nur zur Kenntnis nehmen, was hier behauptet wird.

Menschenrechte werden überall verletzt, auch im Iran. Ich sehe meine Aufgabe als Wissenschaftler, wo es erforderlich ist, Meinungen zu äußern, um Verhältnisse zu verbessern. Bloße Kritik um der Kritik willen, ist unredlich und moralisch nicht vertretbar. Dass Herr Abar die Scharia als ein ominöses Schrecksystem darstellt, zeigt, dass er sich nicht eingehend genug mit der islamischen Rechtsphilosophie auseinandergesetzt hat. Daher arbeitet er mit Attitüden wie "Terrorismus" usw.

Sehr unreflektiert erscheinen mir Herrn Abars Bemerkungen, Muslime hassten Juden und westliche Werte. Die Moslems unterscheiden sehr wohl zwischen Zionisten und Juden, zwischen Islamismus und Islam.

Unredlich finde ich auch, dass er einseitig und wohl unwissend die westlichen Werte als die Heilslehre verherrlicht. Ein europäischer Wissenschaftler würde sich über diese Schmeichelei kaputt lachen, weil er weiß, dass jemand Werte verteidigt, die er nicht verinnerlicht haben kann.

Ein weiterer Punkt ist der Vergleich Herrn Abars des Islam mit dem "europäischen Mittelalter". Ihm entgeht auch hier, dass es islamische Philosophen waren, die bis zu Beginn der neuen Zeit, auf dem Gebiet der Philosophie innerhalb und außerhalb der muslimischen Länder führend waren. Dass in dieser Zeit ein wunderbarer Dialog zwischen christlichen und muslimischen Wissenschaftlern auch teilweise während der Kreuzzüge stattgefunden hat, scheint ihm ebenfalls entgangen zu sein.

Herrn Abar schlage ich ein Studium in der islamischen Philosophie- und Rechtsgeschichte einerseits und eine Reise in den Iran andererseits vor, um zu sehen, dass vielleicht doch nicht alles richtig ist, was er unreflektiert als irreführend und sophistisch in meinem Beitrag zu sehen glaubt.

Ich habe eine hohe Meinung von europäisch-westlichen Wissenschaftlern und Politikern. Auch diese Leute werden teilweise zu Opfern propagandistischer Einstellungen mancher Intellektueller, die im Westen herumlaufen und mit allen Regeln der Kunst bemüht sind, Apfel und Birne miteinander zu vergleichen. Solche Menschen sind weder Anwälte ihrer Herkunftsländer, noch Sprecher der westlich-liberalen Demokratie, sondern intellektuelle Zwitter, die sich in einem Dauerzustand kultureller Schizophrenie befinden.

PD Dr. Hamid Reza Yousefi18-03-14

Noch ein Eintrag: Herr Abar, behauptet, dass die Muslime, Juden und andere Religionen hassen. Aufgrund seiner Wut ist ihm ebenfalls entgangen, dass im iranischen Parlament auch Abgeordnete der sunnitischen, jüdischen, christlichen und zarathustrischen Gemeinden vertreten sind. Er übersieht in seiner Wut, wie die Minderheiten im Iran gewürdigt werden, wie sich der Staat für die Belange der Minderheiten einsetzt. Synagogen, Kirchen und armenische Gemeinden werden von den Muslimen im Iran geehrt.

Natürlich werden die Minderheiten, die mit ihren Unterstützern im Westen für einen Regimewechsel wirken, kritisch beäugt, bisweilen auch unschön behandelt.

Kritik ist also gut, muss aber stichhaltig sein. Zu kritisieren, um Gefallen zu finden, ist weder schön noch weiterführend.

Memet18-03-14

Ich weiß nicht, wer Yousefi ist, aber er hat Recht, wir sollten aufpassen, das wir nicht mit Stereotypen arbeiten.

Interner Beobachter19-03-14

Ich finde es nicht gerecht und menschlich auch nicht anständig, über etwas zu sprechen, was man anscheinend weder kennt noch selbst gesehen hat. Wer über den Iran spricht, sollte wenigstens dieses Land gesehen oder dort kurz gelebt haben. Mit dem Islam ist es genauso. Man muss mit Muslimen eng zu tun haben, um etwas über den Islam sagen zu können, obwohl es "den Islam" nicht gibt. Ich finde es schade, dass in unserem Land über Islam, Iran und ihr Verhältnis zur Demokratie gesprochen wird, ohne diese näher zu kennen. Wir können nicht die Welt durch unsere Brille sehen und beurteilen. Wer dies tut, wird nicht überrascht sein müssen, dass er Konflikte schürt. Wir leben doch in einer mobilen Welt. Man könnte vielleicht über ein Wochenende den Iran besuchen und nachschauen, ob dieses Land wirklich ein Unrechtsregime ist, oder vielleicht doch ein interessantes Land sein kann.

Juergen zu Brueninghauser Heide20-03-14

Sie sehr geehrter Herr Dr. Bahram Abar!

Sie werfen dem Verfasser Herrn Dr. Hamid Reza Yousefi, einen mit Absicht herbeigeführten Fehlschluss vor.

Als Beweis führen Sie die islamische Scharia an und unterstellen hierin generelle Frauenfeindlichkeit, Diskriminierung und Menschenrechtslosigkeit.

Haben Sie sich einmal gefragt wie es andernorts, in den ach so zivilisierten Ländern, wenigstens in einigen Ländern die von sich das als Prädikat in Anspruch nehmen, zugeht? Als Beispiel seien genannt: Vereinigte Staaten von Amerika (!) Japan, China, Saudi-Arabien, wo die Todesstrafe gleichfalls Gültigkeit hat. Dabei ist auch der Hinweis erlaubt, dass in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) – erst 1987 – die Todesstrafe abgeschafft wurde, obwohl die Verabschiedung der Europäischen Menschenrechtskonvention schon am 4. November 1950 in Rom stattfand.

Also Sie sehen, wenn man so wie Sie ein Thema nur aus einem Blickwinkel betrachtet läuft man Gefahr eine einseitige Bewertung zu machen und lässt dabei den Seitenblick außer Acht, der aber nötig gewesen wäre, um den Sinn der Auslegung: Versuch einer Annäherung - Demokratie und ihre verschiedenen Lesarten im Dialog - wie von Herrn Dr. Hamid Reza Yousefi neutral und einleuchtend dokumentiert, zu erkennen, ja wohl auch zu begreifen.

So gesehen sind Sie gut beraten Ihre Aussagen in der ursprünglichen Form zu revidieren und der Besserung wegen dem Vorschlag von Herrn Yousefi in seiner Antwort an Sie zu folgen, der da ist: ich zitiere >>ein Studium in der islamischen Philosophie- und Rechtsgeschichte einerseits und eine Reise in den Iran andererseits << zu machen.

Hermann Becker20-03-14

Es ist, wie Yousefi zurecht anführt, die Wut des Herrn Abar, die ihn zu überspitzter Kritik veranlasst hat. Sicherlich gibt es jeden Tag aufs Neue auch Menschenrechtsverletzungen im Iran. Jedoch, gibt es diese nicht auch auch hier bei uns, im Westen, wenn auch in abgewandelter Form?

siglinde21-03-14

@Becker
So was zum Beispiel:

http://www.theeuropean.de/alexander-wallasch/8072-der-fall-horst-mahler

Und dann dazu aufrufen, ihn endlich frei zu lassen ist auch gefährlich, denn kürzlich ist jemand deswegen von einem deutschen Gericht verurteil worden.
Daher empfehle ich immer vor der eigenen Haustür zu kehren.

Marion26-03-14

Es wäre gut, wenn Sie über dieses Thema eine Tagung organisieren könnten.

Lori23-03-15

Interview mit Shayan Arkian​: Warum der Westen die Islamische Republik Iran nicht versteht: http://www.promosaik.com/interview-von-promosaik-mit-shayan-arkian-warum-der-westen-die-islamische-republik-iran-nicht-versteht/




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