17.06.2014 Ali Özkök

Europa hätte nach Wegfall der Iran-Sanktionen Nachholbedarf


Shaheed Rajaei Containerhafen Persischer Golf Iran

Der Shaheed Rajaei Containerhafen am Persischen Golf in Iran.

Einem Bericht der Zollverwaltung der Islamischen Republik Iran (IRICA) zufolge ist der nicht mit Erdöl zusammenhängende Außenhandel in den ersten zwei Monaten des am 21. März beginnenden iranischen Jahres auf ein Volumen von 8,15 Milliarden US-Dollar angestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von 29 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dabei waren China, der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Afghanistan und Indien die bedeutendsten Partner im Export.

Demselben Bericht zufolge wurden im gleichen Zeitraum Waren und Dienstleistungen für den Gegenwert von insgesamt 7,69 Milliarden US-Dollar in den Iran importiert, was einer Zunahme von 35 % entspricht. Dabei rangiert die VAE mit 2,2 Milliarden US-Dollar auf dem Spitzenplatz.

Die besonders herausragende Bedeutung der Emirate für den iranischen Außenhandel liegt vor allem darin begründet, dass das Land seit jeher eine wichtige Schlupflochfunktion hat. Geschäfte, deren Abwicklung wegen der Sanktionen auf direktem Wege nicht oder nur unter hohem Risiko möglich sind, können immer noch auf dem Umweg über die VAE abgewickelt werden.

Die Ära der Sanktionen kennt einen großen Verlierer – und das ist die Europäische Union. Waren europäische Länder früher stets an der Spitze der Liste der Handelspartner mit dem Iran, tauchen sie heute nicht mehr auf und haben den Markt vor allem an die Konkurrenz aus China und Indien verloren.

US-Firmen bereiten sich auf die Zeit nach den Sanktionen vor

In den USA bereitet man sich offenbar schon auf die Zeit nach den Sanktionen vor. Nach IranAnders vorliegenden Informationen reisten bereits mehrere Unternehmer aus den Vereinigten Staaten nach Iran, um Möglichkeiten für künftige wirtschaftliche Zusammenarbeit auszuloten. Sie nahmen unter anderem die Teheraner Börse unter die Lupe und analysierten des Weiteren Fabriken, Farmen und High-Tech Startup-Unternehmen.

Beobachter erwarten, dass nach Aufhebung der Sanktionen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern im Bereich der Kraftfahrzeuge und im Energiesektor wiederbelebt werden. Auch die stark wachsenden und zukunftsträchtigen Feldern der IT und der Nanotechnologie könnten als Schlüsselbereiche für künftige Wirtschaftsbeziehungen fungieren.


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