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11.09.2013

Der Westen hat Iran gezwungen, 20-prozentiges Uran anzureichern


Irans Forschungsreaktor in Teheran

Der Forschungsreaktor in Teheran, wofür das 20-prozentige Uran benötigt wird.

Im Folgenden geben wir zu Dokumentationszwecken ein uns vorliegendes inoffizielles iranisches Dokument über die historische und ursächliche Entwicklung zur Anreicherung des 20-prozentigen Urans in Iran, aus Gründen der Lesbarkeit leicht redigiert, wieder.

Warum Iran auf 20 Prozent angereichertes Uran produziert, ist heutzutage eine der entscheidendsten Fragen in der Diskussion über das iranische Atomprogramm. Aus den Unterlagen der Gespräche zwischen Iran und dem Westen können wir entnehmen, dass der Westen behauptet, dies sei ein Schritt auf dem Weg zur Produktion von auf über 90 Prozent angereichertem Uran und zum Bau einer Atombombe. Im Februar 2010 gab der damalige Vorsitzende der iranischen Atomenergiebehörde bekannt, Iran produziere derzeit auf 3,5 Prozent angereichertes Uran und habe nicht die Absicht, auf 20 Prozent angereichertes Uran zu produzieren, doch für den Brennstoff des Teheraner Forschungsreaktors werde auf 20 Prozent angereichertes Uran benötigt. Dieser Forschungsreaktor wurde von den USA in Teheran gebaut und produziert Radioisotope für Krebskranke bzw. Personen mit Verdacht auf Krebs. Das Brennmaterial dafür sind Brennstäbe, die aus auf 20 Prozent angereichertem Uran hergestellt werden.

An jenem Tag gab der damalige Chef der iranischen Atomenergiebehörde bekannt: "Wir wollen unser Uran nicht auf einen höheren Prozentsatz anreichern, brauchen aber den Brennstoff für diesen Reaktor, um Radioisotope für die Kranken in unserem Land mit 75 Millionen Einwohnern herzustellen. Wenn ihr uns Brennstoff gebt, werden wir ihn nicht selbst produzieren." Das war ein fairer Vorschlag an den Westen, und der Westen musste ihn akzeptieren. Doch die Antwort des Westens lautete: "Die Iraner können kein auf 20 Prozent angereichertes Uran produzieren, sie bluffen nur."

Im September 2012 sagte der iranischer Außenminister in New York: "Wir haben auf 20 Prozent angereichertes Uran produziert. Wenn ihr uns jetzt Brennstäbe gebt, stellen wir die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran ein und produzieren wieder auf 5 Prozent angereichertes Uran. Ansonsten stellen wir die Brennstäbe selbst her." Aber der Westen weigerte sich und sagte diesmal: "Iran besitzt nicht die Technologie für den Bau von Brennstäben für Kraftwerke. Die Iraner können keine Brennstäbe für ihren Forschungsreaktor herstellen." Erneut lehnte der Westen, vor allem die Amerikaner, aufgrund einer Fehleinschätzung diesen legitimen Vorschlag Irans ab, doch Iran gelang innerhalb kurzer Zeit diese wichtige Errungenschaft. Jetzt verfügt Iran über Brennstäbe und reichert Uran auf 20 Prozent an, und nun bewertet der Westen dies als Streben nach Atomwaffen, was überhaupt nicht zutrifft.

Wie bereits gesagt, strebten die Iraner von Anfang an überhaupt nicht danach, auf 20 Prozent angereichertes Uran zu produzieren. Der Westen hat Iran dazu gezwungen, dies zu tun. Der Westen will die Schuld an seiner falschen Politik Iran in die Schuhe schieben. Man darf Iran wegen der Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran nicht verurteilen. Wenn die Europäer an Irans Stelle wären, würden sie genauso handeln. In Wirklichkeit hat der Westen durch sein illegitimes und sogar beleidigendes Verhalten verhindert, dass Iran Zugang zu den internationalen Kernbrennstoffmärkten erhält, um die für die Krebskranken die benötigten Medikamente zu produzieren, aber jetzt sagt er: "Ihr könnt den Brennstoff auf internationalen Märkten kaufen." Die westlichen Länder haben diesen Fehler auch bereits vorher gemacht. Sie haben gegenüber Iran gesagt: "Ihr habt nicht das Recht, Atomkraftwerke und Brennstoff zu erwerben", und damit haben sie Iran dazu gebracht, selbst Uran anzureichern. Doch jetzt sind sie schockiert, weil es Iran gelungen ist, Uran anzureichern, und diesmal haben sie Bedenken in Bezug auf die Urananreicherung. Dies gehört zu den historischen Tatsachen und ist sehr bedauerlich. Iran wurde 20 Jahre lang die Fertigstellung seines Stromkraftwerks und der Zugang zu den internationalen Brennstoffmärkten verweigert.

Israel ist nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages, Israel besitzt ca. 400 Atombomben und ist strikt gegen Verhandlungen über einen atomwaffenfreien Nahen Osten, während Iran Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist, nicht eine einzige Atombombe besitzt und sich weiterhin darum bemüht, dass eine solche Konferenz stattfindet. Es vergeht kein Tag, an dem Israel Iran nicht mit einem Angriff droht, und dennoch unterstützt der Westen Israel und bestraft Iran mit sogenannten "lähmenden" Sanktionen. Die USA sagen immer: "Alle Optionen – auch die militärische – sind auf dem Tisch." Es ist eine grundlegende Frage, ob Israel – wo es doch nicht Mitglied des Atomwaffensperrvertrages ist und Hunderte von Atomwaffen besitzt – wirklich dafür geeignet ist, zu beurteilen, welche Länder eine atomare Bedrohung darstellen und diese Länder zu verurteilen.

Israel ist das einzige Land, das im Nahen Osten Atombomben besitzt. Diese Doppelmoral des Westens wegen der Unterstützung Israels bedroht und vernichtet das System der Nichtverbreitung von Atomwaffen. Gilt der Westen, der über 2.200 Atombomben verfügt, nicht als Bedrohung für den Weltfrieden und die internationale Sicherheit, aber Iran, das nicht eine einzige Atombombe besitzt, gilt als ernste Bedrohung und muss deshalb bestraft werden, obwohl doch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt, dass es keinen Beweis dafür gibt, dass sein Atomprogramm anderen als friedlichen Zwecken dient? Dieses Bündnis ist die größte Bedrohung für das Nichtverbreitungsregime von Atomwaffen. All diese Sanktionen, die gegen ein Land verhängt werden, das nicht nur keine Atomwaffen besitzt, sondern laut Bestätigung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) auch nur friedlichen Zwecken dient, sind lächerlich.

Manche erheben als Antwort auf diese Fragen den Einwand, man habe kein Vertrauen zu Iran, dieser Einwand wird auch in politischen Kreisen erhoben. Aber auch Iran hat seine Gründe, dem Westen nicht zu vertrauen. Beispielsweise hat Saddam Hussein in seinem 8-jährigen Krieg gegen Iran chemische Waffen eingesetzt, deren Materialien ihm von westlichen Firmen zur Verfügung gestellt wurden. Mit diesen illegalen Waffen wurden mehr als 100.000 Menschen in Iran getötet oder verletzt. Im Gegensatz zu heute, wo Obama die grundlose, unbewiesene Behauptung, in Syrien würden chemische Waffen eingesetzt, als "rote Linie" bezeichnet, hat damals niemand eine rote Linie gezogen, um Saddam Hussein zu stoppen. Kann man sich vorstellen, dass die Iraner das vergessen und dem Westen vertrauen? Ein anderes Beispiel: Iran hat im Jahre 1981 amerikanischen Firmen Geld zum Kauf von Brennstoff für den Teheraner Forschungsreaktor geschickt, aber die USA haben weder den Brennstoff an Iran geliefert noch sein Geld zurückgezahlt. Aber jetzt sagen sie: "Produziert keinen Brennstoff, wir stellen ihn euch zur Verfügung." Dies sind Beispiele, die dazu geführt haben, dass Iran dem Westen gegenüber misstrauisch ist. Vertrauen oder Misstrauen sind immer zweiseitig. Vertrauensbildende Maßnahmen müssen von beiden Seiten kommen. Mann kann sich nicht hinstellen und sagen: "Iran muss dieses und jenes tun bzw. nicht tun, um unser Vertrauen zu gewinnen. Was hat der Westen dagegen getan, um das Vertrauen Irans zu gewinnen?


Aufmerksamer Leser11-09-13

Nicht nur der Außenminister sagte das 2012, sondern schon Präsident Mahmoud Ahmadinejad höchstpersönlich während seines Aufenthalts bei den Vereinten Nationen 2011 sagte, dass Iran bereit sei, die Uran-Anreicherungsaktivitäten über 20 Prozent zu beenden, wenn Iran vom Ausland mit nuklearem Brennstoff für seinen Forschungsreaktor in Teheran versorgt würde.

Der Westen und die westlichen Medien haben dieses Angebot komplett ignoriert.

Freidenker11-09-13

Laut NPT und den IAEA Richtlinien ist es dem Iran sogar gestattet hoeher angereichertes Uran anzureichern und es sollte dies auch tun, weil es in Zukunft benoetigt wird!
Der Grund:
Wie hoch muss eigentlich Uran angereichert sein, wenn man atombetriebene U-Boote und Schiffe bauen moechte?
Wird der Westen und/oder Osten (Russland, China) Iran mit dem benoetigten Material versorgen?
Und wieso sollte sich Iran vom Ausland abhaengig machen, wenn man es auch im Inland produzieren kann?
Der Iran sollte sich nicht auf eine 20-pronzentige Urananreicherung festlegen lassen. Das waere ein Verrat der iranischen Interessen.




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