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24.02.2012 Shayan Arkian

Exklusiv-Interview mit Irans IAEA-Botschafter Ali Asghar Soltanieh über das Militärkomplex Parchin


Dr. Ali Asghar Soltanieh

Dr. Ali Asghar Soltanieh

Im Folgenden ein Interview mit dem iranischen Botschafter Dr. Ali Asghar Soltanieh bei der „Internationale Atomenergiebehörde“ (IAEA) in Wien. Das Interview ist die erste offizielle Erklärung auf die Darstellung der IAEA zu ihrer jüngsten Reise nach Iran - vor der Pressemitteilung der iranischen Vertretung in Wien.


Irananders: Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats reiste eine IAEA-Delegation nach Iran. Auf welches Ziel einigte man sich im Voraus hinsichtlich dieser Reise?

Dr. Ali Asghar Soltanieh: Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Wie Sie wissen, finden die regulären Inspektionen der iranischen Atomanlagen konstant statt. Darunter fallen auch insbesondere die Urananreicherungsanlagen. Dort gibt es auch von Seiten der IAEA Überwachungskameras, die 24 Stunden im Betrieb sind. Der Grund, wieso Irans Akte bei der IAEA weiterhin nicht abgeschlossen werden kann, ist, dass von Seiten einiger Staaten eine Reihe von Vorwürfen gegen Iran geäußert werden. Obwohl wir öfters auf diese Vorwürfe eingegangen sind und insbesondere gemäß der Übereinkunft mit der IAEA von 2007 in insgesamt knapp hundert Stunden Sitzungen und mit 117-Seiten Belege diese Vorwürfe entkräftet haben, äußerten diese Staaten neue Vorwürfe.

Wir haben uns nun als konstruktive Maßnahme bereit erklärt, noch einmal mit der IAEA zusammenzukommen, um diese neuen Vorwürfe zu behandeln. Der erste und zweite Besuch der IAEA-Delegation in Iran erfolgte mit dem Ziel, eine Rahmenbedingung und Modalitäten zu entwickeln, um diese Fragen zu lösen. Beim ersten Besuch haben die einleitenden Gespräche dazu stattgefunden, und es war notwendig, diese in einem zweiten Besuch fortzuführen. Bei dem jetzigen Besuch haben einige Einigungen stattgefunden, aber damit der Prozess finalisiert werden konnte, bedürfte es mehr Zeit. Die IAEA-Delegation musste jedoch zurückkehren, und deshalb müssen die Verhandlungen über den Abschluss der Rahmenbedingung und Modalitäten zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden.

Irananders: Aber die IAEA drückte ihre Enttäuschung darüber aus, dass man die Militäranlage Parchin nicht besichtigen durfte. Ist die Enttäuschung berechtigt? Existierte eine Übereinkunft und Abmachung bezüglich der Besichtigung dieser Militäranlage?

Dr. Ali Asghar Soltanieh: Nein, bedauerlicherweise sind die Erklärungen dazu nicht richtig. Sie müssen wissen, dass nach dem IAEA-Status und unser Abkommen mit der IAEA (Anm. d. Red.: IAEA-Safeguards Agreement) keine Inspektionen von Militäranlagen vorgesehen sind. Wir haben bereits zuvor erklärt - und das war überhaupt auch unsere Übereinkunft mit der IAEA-, dass erst einmal eine einwandfreie rechtliche Grundlage für die Besichtigung Parchins geschaffen werden muss. Parchin ist nämlich keine Atomanlage wie die in Natanz, Fordo oder Arak, wo die Inspektionen der IAEA auf übereinstimmender und legaler Basis stattfinden können.

Wir haben in diesem Sinne den Zutritt zu Parchin nicht kategorisch verweigert und das weiß auch die IAEA, und deshalb sind die hiesigen Informationen in diesem Zusammenhang nicht richtig. Wenn es eine Rahmenbedingung für solche Inspektionen gibt,  ist es auch möglich, Parchin zu besichtigen. Die regulativen Normen und Modalitäten konnten hingegen nicht finalisiert werden, weil die Delegation frühzeitig abreiste. Das heißt, obwohl wir gemäß den IAEA-Bestimmungen nicht angehalten sind den Zutritt zu Parchin zu gewähren, erklärten wir uns prinzipiell dazu bereit. Aber dazu müssen solche Inspektionen - wie die Inspektionen der Atomanlagen - zur Sicherheit aller Parteien auf einem eindeutigen Regelwerk basieren.

Irananders: In Iran wirft man der IAEA immer mehr vor, dass sie ihre Unabhängigkeit verloren hat und sie von einer ursprünglichen technischen Institution zu einer politischen Einrichtung mutiert ist. Besteht die Gefahr, dass durch diese zunehmende Grundstimmung in Iran die politischen Kräfte in Iran – auch im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen - stärker werden, die die Kooperation mit der IAEA komplett aufkündigen möchten?

Dr. Ali Asghar Soltanieh: Die Regierung der Islamischen Republik Iran gab mehrmals bekannt, dass sie als verantwortlicher Staat ihre Verpflichtungen, die aus dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) hervorgehen, einhalten wird. Trotz der Ausübung von Druck und den Sanktionen haben wir unsere Kooperationen mit der IAEA fortgesetzt. Ja, in Iran und im iranischen Parlament gibt es Kritiker, und ihre Kritik ist berechtigt. Wir haben große Erwartungen in die IAEA gehegt. Die IAEA ist gemäß ihrem eigenen Statut verpflichtet, Staaten bei der Beherrschung zur eigenständigen Nutzung der Atomenergie zu helfen und zu unterstützen, was sie in unserem Fall allerdings nicht tut.

Irananders: In der Presseerklärung der IAEA hieß es, dass es keine Einigung hinsichtlich der ungelösten Fragen gekommen ist. Um welche Fragen ging es und was ist der Grund dieses Scheiterns?

Dr. Ali Asghar Soltanieh: Es ging wie bereits dargelegt nicht in erster Linie um die unmittelbare Beantwortung von ungelösten Fragen, sondern erst einmal um die Schaffung eines Regelwerkes für die Lösung der anstehenden Vorwürfen. Weil die IAEA-Delegation nicht länger blieb, konnte in dieser kurzen Zeit keine Einigung erzielt werden.

Irananders: Das heißt, die Delegation ist von sich aus nach Wien zurückgekehrt?

Dr. Ali Asghar Soltanieh: Wir waren bereit, dass sie länger bleiben. Aber sie teilten uns mit, dass sie nach Wien zurückkehren müssen, weil der Generaldirektor Yukiya Amano das wollte.

Irananders: Wir danken Ihnen für das Gespräch.


Homayoun H.24-02-12

Vielen dank Irananders team für das Interview.

Amano kann man sowieso vergessen. Seine bedingungslose Liebe für USA scheint sicht in seinem Beruf, mehr als es sein sollte, auszuwirken.

theufwik24-02-12

dieses interview ist gut , jezt haben wir infos aus der seite Irans , were gut wen wir ein interview von IAEA bekommen und ihre version zu diese tema hoeren ,besonders intetresiert mich ihre aeuserungen uber Parchin

Mohamad-Ali24-02-12

Der Iran ist von westlichen Streitkräften umzingelt. Und jetzt soll er noch westlichen Inspekteuren Zugang zu seinen Militäranlagen gewähren, welche der Verteidigung des Landes dienen? Welcher halbwegs vernünftige Mensch würde dem zustimmen?

Und das lächerlichste an der ganzen Sache ist, dass das jetzt in den Medien so dargestellt wird als hätte der Iran ein Verbrechen begangen.

Die werden immer dreister. Ruz be ruz porru tar mishan.


Was kommt als nächstes?

Abdullah0224-02-12

Für eine Regierung die sein eigenes Volk so demütigt und foltert ist es nicht schwierig in jeder Hinsicht zu lügen.Die letzten 32 Jahre haben diese Verbrecher nur gelogen und das Land ausgebeutet , und nun soll man Ihnen glauben?

Tilly25-02-12

Abdullah2, Sie haben sich in dem Nachbarstrang bereits als Faschist und Nazi geoutet und ich glaube daß niemand mehr ihre schmutzige Onlinevisage sehen will. Also bitte jetzt Ruhe auf den Naziplätzen. Wir wollen wbestimmt von IHNEN nichts mehr über "Verbrecher" hören. Von anderen vielleicht aber SIE NICHT

Abdullah0225-02-12

@Tilly, da liegen Sie absolut falsch, was ich ihnen aber nicht übel nehme!Weder bin ich ein Faschist noch ein Nazi, ich verabscheue nur diese Islamisten die meine Landsleute in einer 32 jährigen Geiselhaft gefangen genommen haben. Sie sitzen mit ihrem Arsch hier in der BRD, haben Wohlmöglich 3 Weizen Getrunken und wollen mir etwas verbieten. Solange meine Landsleute unter diese Bastarde zu leiden haben, werde ich mich zu Wort melden.

riseup31326-02-12

Morgen,
Kann mir mal jemand erklaeren wieso man sich fuer Nuklearenergie im Iran entschieden hat? Bekannterweise ist diese Art der Energiegewinnung sehr kostspielig wegen der Endlagerungsproblematik. Viele Generationen von Iranern werden sich mit dem Atommuell beschaeftigen muessen. Es sei denn das Ende der Welt beendet dieses Thema. Des Weiteren hat man den Feinden des Irans eine leichte Aggressionsflaeche geboten. Mittlerweile sitzt die Propaganda schon so gut, dass eine wachsende Mehrheit in den USA bereits glaubt, dass Iran Atomwaffen besitzt. Die ganze Posse mit der IAEA haette man voraussehen koennen. Die Verantwortlichen im Iran wissen ganz genau wer hinter der UN und ihren verwandten Institutionen sitzt. Also bitte erklaert mir was der Grund ist. Der Iran hat unglaubliche fossile Resourcen und auch Moeglichkeiten regenerative Energien zu nuetzen. Es muss also noch etwas Anderes im Hintergrund laufen. Ich bin aber ueberzeugt, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Nur was kann es sein? Irgendetwas muss diese Umstaende wert sein. Ich habe mal was von Krebsforschung gehoert. Aber ich denke man bereitet sich auf etwas Anderes vor. Nur was kann es sein?

Der Iran macht Vieles richtig, nur in umweltpolitischer Sicht habe ich manchmal Zweifel. Auch die Stadtentwicklung und der starke Fokus auf die Megastadt Teheran, sehe ich als fatal. Ein groesseres Erdbeben und das Land haette ein sehr grosses Problem.

Wenn es stimmt, dass man bereits unterirdische Technologien entwickelt hat um Erdbeben auszuloesen, dann wuerde ich mich im Iran mehr auf ein Erdbeben in Teheran als eine israelische Bombe vorbereiten.

126-02-12

@tilly,
Wer hat sie denn zum Forumsrichter ernannt, dass sie entscheiden Wer schreiben kann oder nicht? Entweder äussern sie sich zum Thema oder schweigen lieber. Was Abdul sagt ist richtig und wird so vom vielen empfunden.

Siglinde26-02-12

@riseup

Gute Frage...ich bin nicht unbedingt Fachfrau auf dem Gebiet, aber tatsächlich sind alternative, bzw. erneuerbare Energiequellen immer noch zu teuer, auch in der Wartung. Solarzellen z.B. rechnen sich erst nach ca. 10 Jahren, sind dann aber wieder so weit dass die erneuert werden müssen.
Öl ist ebenfalls zu teuer es zu verfeuern und der Iran hat Interesse daran, mit seinem Knowhow dem Westen um nichts hinterher zustehen; auch wenn ich es manchmal traurig finde, dass der Iran sich in der Technologie und Wissenschaft zusehr am Westen orientiert. Iran hätte gute Chancen sich auf wirkliche Alternative zu besinnen, auch z.B. in der Krebsforschung und natürlich parallel auch auf dem Energiesektor, denn im Westen werden diese meisten unterdrückt, wenn keine Lobby davon profitiert.

Siglinde26-02-12

@riseup

Nur darf man ein solches Land nicht Sanktionen überziehen, wenn man erwartet, dass sie ihr Knowhow vervollständigen...so geht das eben nicht.
Die Aufgabe der Zukunft ist es, die vorhandenen Technologien zum Wohle der gesamten Menschheit umzusetzen. Um das zu verwirklichen müssen bestimmte Völker aufhören, andere zu verteufeln.

@Tilly26-02-12

Tilly, wahrscheinlich haben diese Abdullah2, KH usw. dieses Video geschaut und gedacht so kann man Iran befreien, in dem man Afghaner als minderwertig ansieht

http://www.youtube.com/watch?v=63M3WehraSg&feature=related

riseup31327-02-12

@Silinde
Der Iran ist nun mal ein Land, dass vielen Menschen die Augen oeffnen kann bzgl. der Pseudodemokratie im Westen. Das Regime einer internationalen Bankenmafia wurde im Iran frueh erkannt. Und Imam Khomeini hat genau das gemacht, was nun alle Laender, die frei sein moechten machen sollten. Sie sollten ihre "gewaehlten" Diktatoren in einen Tschador packen und aus dem Land jagen. Und dann sollten sie die Schulden des Landes fuer nichtig erklaeren, bzw. den dummen Marionetten von Diktatoren anhaengen. Und dann sollten Sie ein Land aufbauen, dass auf einer Waehrung ohne Zinsen basiert.

LG

Alex27-02-12

Ein super Artikel der den Nagel auf den Kopf trifft!!!
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Kriege werden ausgetragen, weil einige Leute entscheiden, dass es in ihrem Interesse liegt, sie auszutragen. Der Erste Weltkrieg wurde nicht begonnen wegen der Ermordung von Erzherzog Ferdinand, er wurde auch nicht ausgelöst vom System der Allianzen. Ein „Ereignis“ kann die Bühne für den Krieg bereiten, aber niemand schießt weiter, wenn nicht die Ansicht herrscht, dass das eine gute Idee ist. Der Große Krieg wurde begonnen, weil die beteiligten Länder entschieden, dass sie davon profitieren würden, so wahnhaft diese Folgerung auch war. Es ist gut, wenn man das im Kopf behält, wenn man versucht herauszufinden, ob es einen Krieg gegen den Iran geben wird. Kurz gesagt, welche Interessen haben die Protagonisten, und sind diese wichtig genug für diese Länder, um den folgenschweren Schritt in das Chaos der Schlacht zu machen?

Fürs erste würde ein Krieg weltweite Auswirkungen haben, da Erdöl und Erdgas im Spiel sind. Der Iran versorgt China mit rund 15 Prozent seines Erdöls und Indien mit 10 Prozent. Er ist ein bedeutender Versorger für Europa, die Türkei, Japan und Südkorea und verfügt über die drittgrößten Erdölreserven und die zweitgrößten Erdgasreserven der Welt. Rund 17 Millionen Barrels pro Tag passieren die schmale Straße von Hormuz, ein bedeutender Teil der Energieversorgung der Erde.

Kurz gesagt, die Handelnden in diesem Drama sind weit verstreut und ihre Interessen sind so unterschiedlich wie ihre Nationalitäten.

Laut dem israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu baut der Iran Atomwaffen, die eine „existentielle“ Bedrohung für Israel darstellen. Das glaubt zwar praktisch niemand, nicht einmal der Großteil der Militär- und Geheimdienstkreise in Tel Aviv. Wie der ehemalige israelische Generalstabschef Dan Halutz vor kurzem sagte, ist der Iran „keine existentielle“ Bedrohung für Israel. Es gibt keinen Beweis dafür, dass der Iran eine Bombe baut, und alle seine Anlagen stehen zur Zeit 24 Stunden am Tag unter Kontrolle der UNO/IAEA.

Israel hat jedoch ein Interesse daran, den Mittleren Osten als aufgesplittertes Gebiet zu erhalten, getrieben von religiösen Spaltungen und beherrscht von autoritären Regierungen und feudalistischen Monarchien. Wenn es etwas gibt, was Israel von seinen ehemaligen britischen Oberherren gelernt hat, dann ist es „teile und herrsche.“ Unter seinen engsten Verbündeten waren die ehemaligen Diktaturen in Ägypten und Tunesien, und es findet sich jetzt auf der selben Seite wie die reaktionären Monarchien des Gulf Cooperation Council (GCC – Rat für Zusammenarbeit in der Golfregion): Saudiarabien, Kuwait, Vereinigte Arabische Emirate, Bahrain, Qatar und Oman.

Der Iran bildet keine militärische Bedrohung für Israel, aber ein politisches Problem, weil Tel Aviv Teherans kämpferischen Nationalismus und Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten von Amerika und Europa als Unwägbarkeit betrachtet. Der Iran ist auch mit Israels bedeutendstem Gegner in der Region verbündet, nämlich Syrien – mit dem es sich noch immer offiziell im Kriegszustand befindet – und der schiitischen Hezbollah im Libanon, Hamas in Gaza und der schiitisch dominierten Regierung des Irak.

Nach der Analyse der Netanyahu-Regierung würde ein Zusammenschlagen des Iran Israels regionale Feinde schwächen, und das zu niedrigen Kosten. Tel Avivs Szenario sieht einen Schock- und Einschüchterungsüberfall vor, gefolgt von einem Waffenstillstand unter Aufsicht der UNO, mit insgesamt höchstens 500 Toten auf Seiten Israels. Die Iraner haben wenige Möglichkeiten zurückzuschlagen, und wenn sie zivile Zentren in Israel angreifen oder versuchen würden, die Straße von Hormuz zu sperren, würde das die Amerikaner ins Spiel bringen.

Dieses rosa gefärbte Szenario ist natürlich wenig mehr als Wunschdenken. Der Iran wird kaum einem Waffenstillstand zustimmen – er hat acht Jahre lang gegen den Irak gekämpft – und der Krieg führt üblicherweise dazu, dass die besten Pläne in die Binsen gehen. In Wirklichkeit wird der Krieg lang und blutig sein und kann sich leicht auf die gesamte Region ausdehnen.

Die iranischen Anführer machen bombastische Ankündigungen über die Bestrafung Israels, falls dieses angreift, aber kurzfristig gibt es nicht viel, was sie unternehmen können, besonders angesichts der roten Linien, die Washington gezogen hat. Die iranische Luftwaffe ist veraltet und die Israelis verfügen über die Technologie, um die meisten von Teherans Radar- und Luftabwehranlagen außer Gefecht zu setzen. Der Iran könnte wenig tun, um Tel Avivs Mischung aus Luftangriffen, von Unterseebooten abgefeuerten Cruise Missiles und Jericho-Mittelstreckenraketen zu stoppen.

Auch wenn viel von „alle Möglichkeiten sind auf dem Tisch” die Rede ist, scheint die Obama-Administration zu versuchen, einen Krieg zu vermeiden, aber mit dem Herannahen der Wahlen in diesem Jahr, würde Washington da nur zuschauen? Auf der „Ja“-Seite stehen Umfragen, die darauf hinweisen, dass die Amerikaner für einen neuen Krieg im Mittleren Osten nicht viel übrig haben. Auf der „Nein“-Seite hingegen steht eine geschlossene Front aus Republikanern, Neokonservativen und dem AIPAC (Amerikanisch-Israelisches Komitee für Öffentliche Angelegenheiten), die auf eine Konfrontation mit dem Iran drängen. .

Israelische Quellen legen nahe, dass Netanyahu damit rechnen könnte, dass in der Vorbereitungsphase der Wahlen 2012 ein israelischer Überfall die Obama-Administration zwingen könnte, einen Krieg zu unterstützen und/oder die Chancen auf eine Wiederwahl Obamas zu beeinträchtigen. Es ist kein Geheimnis, dass die beiden Führer einander nicht mögen.

Aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika haben ein Interesse an diesem Kampf, und das unterscheidet sich kaum von dem Israels. Die amerikanische Feindschaft gegen den Iran reicht zurück bis zu Teherans Übernahme der Erdölanlagen vom Vereinigten Königreich im Jahr 1951. Die CIA half 1953, die demokratisch gewählte Regierung des Iran zu stürzen und den diktatorischen Schah an die Macht zu bringen. Die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützten auch Saddam Husseins Krieg gegen den Iran, hatten eine lang anhaltende gegnerische Beziehung zu Syrien und sprechen weder mit Hezbollah noch Hamas. Tel Avivs Feinde in der Region sind Washingtons Feinde in der Region.

Als die Monarchen der Golfregion 1981 den GCC bildeten, war dessen primärer Zweck die Bekämpfung des iranischen Einflusses im Mittleren Osten. Indem er religiöse Aufteilung als Keil benutzte, ermutigte der GCC sunnitische Fundamentalisten, die Schiiten in Libanon, Irak und Syrien zu bekämpfen und blockierte die Ausdehnung des „Arabischen Frühlings“ in die eigene Einflusszone. Als die Schiiten in Bahrain begannen, gegen den Mangel an Demokratie und niedere Löhne zu demonstrieren, marschierte der GCC ein und schlug die Demonstrationen nieder. Der GCC ist nicht einer Meinung mit den Vereinigten Staaten von Amerika und Israel hinsichtlich der Palästinenser – obwohl er sorgfältig darauf achtet, Washington und Tel Aviv nicht zu ärgern – aber der GCC steht auf der gleichen Seite wie die beiden, was Syrien, Libanon und Iran betrifft.

Die Europäische Union (EU) trägt die Sanktionen mit, obwohl Frankreich und Deutschland ausdrücklich den Einsatz von Gewalt abgelehnt haben. Die Motive in der EU reichen von Frankreichs Sehnsucht, seinen früheren Einfluss auf den Libanon zurückzugewinnen, bis zur Notwendigkeit für Europa, seinen Finger auf der Hauptader der Energieversorgung zu behalten. Kurz gesagt, es geht nicht nur um Erdöl und Erdgas, aber im Großen und Ganzen schon, und wie Alexander Cockburn vom Counterpunch ausführt, sähen die Erdölkonzerne gerne Einschnitte in der Förderung mit damit verbundenen Preissteigerungen. Ein Krieg würde beides zur Folge haben.

Iran wird das Opfer sein, aber einige werden auch dort von einem Krieg profitieren. Ein Überfall würde das Land um eine zur Zeit eher unpopuläre Regierung herum einigen, den Revolutionsgarden ermöglichen, ihre Gegner zu zerschlagen und als Deckmantel für das derzeitige Bestreben der Regierung Ahmadinejad dienen, die Subventionen für Transport, Wohnen und Lebensmittel zu kürzen. Ein Krieg würde die Macht der reaktionärsten Elemente des derzeitigen Regimes einzementieren.

Es gibt noch mehr Spieler in diesem Drama – beginnend mit China, Russland, Indien, Türkei und Pakistan, von denen keiner einen Krieg unterstützt – aber ob sie den Lauf der Dinge beeinflussen können, ist eine offene Frage. Letztlich könnte Israel einfach entscheiden, dass seinen Interessen mit dem Beginn eines Krieges am besten gedient ist und dass die Vereinigten Staaten von Amerika mitmachen werden, weil sie so ziemlich der gleichen Meinung sind.

Oder vielleicht ist das alles Lärm und Aufregung um nichts und wieder nichts?

Die ernüchternde Überlegung ist die, dass die drei mächtigsten Spieler in diesem Drama – Israel, die Vereinigten Staaten von Amerika und deren europäische Alliierte, und der GCC – viele gemeinsame Interessen haben und den Glauben teilen, dass Gewalt eine wirkungsvolle Möglichkeit ist, seine Ziele zu erreichen.

Auf solche Illusionen sind Tragödien aufgegebaut.

Humanist27-02-12

@alle,

die Wahlbeteiligung der "Parlamentswahlen" 2012 war grausam niedrig. Ein Schlag in die hässliche Fratze der Islamisten!
Somit steht einem Systemwechsel nichts mehr im Wege!

Humanist27-02-12

@Mullahdiener und Mullahfürze,

während Iraner auf der ganzen Welt stolz und glücklich sind, sitzt ihr in euren Löchern und macht euch Gedanken, wie man Farhadi beseitigen kann. Um es euch mal mit seinen Worten zu sagen:
“At this time, many Iranian all over the world are watching us and I imagine them to be very happy. They are happy not just because of an important award or a film or filmmaker, but because at the time when talk of war, intimidation and aggression is exchanged between politicians, the name of their country Iran is spoken here through her glorious culture. A rich and ancient culture that has been hidden under the heavy dust of politics. I proudly offer this award to the people of my country. A people who respect all cultures and civilizations and despise hostility and resentment.”

Eine Kultur die ihr und euresgleichen zugunsten einer rückständigen Beduinenweltansicht auslöschen wollt.

IMM7227-02-12

Meiner Ansicht nach ist der Irankrieg ein lang vorbereitetes Ereignis um den 3. Weltkrieg auszuloesen. Am Ende ist das globale Finanzregime immer transparenter und immer mehr Menschen wollen eine Reform des heutigen Geld- und Zinssystems, das meiner Ansicht nach die wirkungsvollste aller Waffen war und ist Menschen in Kriege zu hetzen und danach im Konsumwahn zu vergiften. Alles in allem gehen wir sehr schweren Zeiten entgegen. Am Ende geht es darum die Menschheit auf ein kontrollierbares Mass zu bomben und eine Weltregierung mit einer Weltwaehrung zu etablieren. Nationen und Kulturen sind dieser Mafia nichts wert, nur wenn es darum geht sie fuer Konflikte auszunuetzen. Am Ende geht es darum absolute Macht ueber die Menschheit zu erlangen. Wenn man die letzten Jahrzehnte genau studiert, ging es in keiner Weltpolitik um den Menschen, sondern um die Kontrolle ueber diesen Menschen.

Israel ist meiner Ansicht nach ein besonderes Thema. Denn dieses Land haben die selben Leute geplant, die die Nazis finanziell unterstuetzten. Macht ja auch irgendwie Sinn, denn wie kann man sonst ein Land aufbauen und Menschen vertreiben, wenn man kein Volk hat das bereit ist dorhin zu ziehen. Israel hat sich bis zum heutigen Tag als ein sehr inhumanes Apartheid Regime praesentiert, das mit einem unglaublichen militaerischen Arsenal ausgeruestet wurde. Und fuer mich gibt es da nur einen Zweck. Naemlich genau den Gleichen, den auch Hitler hatte, einen Weltkrieg auszuloesen. Israel wird es nach diesem Weltkrieg in dieser Form nicht mehr geben. Der Traum der Elite ist ein globales Regime und Israel war Mittel zum Zweck. Nach diesem Krieg, der mit grossen wirtschaftlichen Verwerfungen, vor allem auch in Europa, einhergehen wird, werden sich die Vereinten Nationen, gestuetzt von dem Kartell der Finanzmafia, als Retter aufspielen und den globalen Erloeser spielen. Welcome to the New World Order.

Siglinde27-02-12

An die Redaktion:
Ich verstehe nicht wirklich, dass man hier Beleidigungen veröffentlicht. Auch in einer Atmosphäre der Meinungsfreiheit sollte der Stil bewahrt bleiben, außerdem drückt das hier das Niveau erheblich. Ich als Nichtiranerin bin etwas unangenehm überrascht, wie Iraner hier miteinander umgehen...

@riseup
Das System der Zinsknechtschaft ist basiert letztendlich auf römischen Recht und es ist eines der positiven Dinge im Islam, dass es dieses ablehnt. Im germanischen Rechtssystem gab es sowas auch nicht (Odalsrecht).
Ich spreche das hier nur an, weil traditionalistische Kulturen sehr viel gemeinsam haben, doch ist in Europa davon wenig übrig geblieben, durch Gleichschaltung und Hinwendung zur Moderne.
Weil der Iran sich dieses Traditionalistische bewahrt hat und auch im Rechtssystem umsetzt, ist für mich die IRI eines der wenigen leuchtenden Beispiele auf der Welt, dass es auch ohne die absolute Hinwendung zur Moderne, Nihilismus und Hedonismus geht.
Und der Konflikt mit dem Iran hat viel mit den grundsätzlichen Konflikt der modernen und traditionalistischen Welt zu tun, weniger mit religiösen Anschauungen.
Und dann auf ihren Beitrag bezogen: Zwar halten sich moderne Menschen hier im Westen für frei, aber sie werden auf ganz subtile Art und Weise verklavt, indem man sie belügt und zu einer Lebensweise verführt, die das Leben an sich irgendwann so widerspricht, dass sie nur noch überlebensunfähige Strukturen und Individuen produziert. Siehe den Verfall der Familie, zunehmende psychischer Zerfall, rücksichtslose Individualisierung zum Wohle der kapitalistischen Produktionsweise, hier genau einem Endzeitkapitalismus in einer möglichst gleichgeschalteten Welt.
Europa wird entweder an seinen eigenem Nihilismus zerbrechen oder es wird sich eines Tages um 180° wenden und ebenfalls zurück zum Traditionalismus gehen, damit es überlebt.
Traditionalismus und Moderne definieren Freiheit grundsätzlich anders. Für den Traditionalisten ist Freiheit nur im Willen und in der Hinwendung zu eigenen Kultur zu finden.
Von daher hat die IRI sich mit ihrem traditionellen-klerikalen System ein gutes Bollwerk gegen die westliche Versklavung und Verdummung geschaffen.
Von einem europäischen Frühling können wir weiter nur träumen, man wird es zu verhindern wissen.

Siglinde27-02-12

@alex

Die USA rudern doch schon wieder zurück, weil ein Krieg mit dem Iran zu unberechenbaren Folgen führen kann. Die Amerikaner führen nur Krieg, wenn die Vorteile für sie überwiegen.
Allerdings kann das jetzige Zurückrudern der USA auch eine Finte sein, weil man tatsächlich eine False-Flak Aktion starten will, denn die Völkergemeinschaft ist nicht wirklich davon überzeugt, dass man gegen den Iran Krieg führen muss und sollte. Mit einer False-Flak Aktion brauchen sie sich nicht mehr zu rechtfertigen, auch nicht für die Kollateralschäden.

Alex28-02-12

@ Siglinde

wenn man sich die Kriege der USA ansieht, erkennt man die Tendenz zu Terror, Unterstützung von Terrorgruppen und je nach Gutdünken brutale Luftschläge gegen Infrastrukturen des jeweiligen auserkorenen Gegners.

Im Infantriekampf sind die Amis Verlierer. Eines ist sicher, die USA rudert nicht zurück. Man lässt in den nächsten Wochen die Israelis von der Leine und hofft, dass der Iran im Eifer des Gefechtes auch US Militärziele trifft. Somit versucht man einen Zwischenfall zu inzinieren um alle westlichen Staaten einzubinden.

Eigentlich wäre jetzt Russland gefragt, die sollten zuindest leihweise größere Kontingente an Kampfflugzeugen und Abwehrsystemen installieren um den Preis möglichst hoch zu halten. Nur diese Art von Abschreckung würde den Kriegstreibern vor Augen führen, dass die Kosten - Nutzungsrechnung nicht aufgeht.

Einen Landkrieg können die USA sowieso nicht führen.
Wenn Du Dir die Entwicklung seit 1979 ansiehst, es konnte nie eine sinnvolle Positionierung des Iran stattfinden. Der Öffentlichkeit war bis 2001 weitgehend verbrogen, dass durchgehend Sanktionen bestanden, Stellvertreterkriege geführt wurden und mit allen hinterhältigen Methoden eine Isolierung vorangetrieben wurde.

Na ja, warten wir einmal ab, was die nächsten Wochen bringen.

paul29-02-12

As a UK citizen I deeply regret what Great Britain has done the Iranians during the last 150 years. I rgeret that the US have stepped in Britains footprints in trying to subdue one of the oldest and most respectable civilizations on earth. I still hope that through the sober and realistic posturing of Russia and China the aggression planned by war-gamblers in Israel and the US, supported by those financial circles who created Osama bin Laden and then had the 9/11 tragedy fabricated, will be avoided.
Who ever has read the books by Webster Tarpley knows that the US are no longer a democracy. And I confess (against those irresponsible intellectuals like "Abdullah" who never have held any responsible office) that I prefer the ethical standards held by the Iranian government over those held by Wallstreet.

Homayoun H.01-03-12

@Paul, thanks for your wise words!

theufwik01-03-12

tja , man musste uberall suchen um ein interview von IAEA zu sehen , da ich einen interview von denen suchte in meinem oberen post fand ich einen ungefaerehs http://original.antiwar.com/porter/2012/02/29/how-the-media-got-the-iran-iaea-access-story-wrong/

theufwik01-03-12

mit anderen worten @paul, die USA haben den schlimsten Kapitalismus... naemlich der staat wird als eine korporation regiert wen man ein Astrologische Kalkuel an aussenpolitik dazu fugt dan bekomen wir einen den schlimsten staatsordnungen in unserem zeitalter...die bestimungsgrunden ihre taten ( handeln) haben weder mit Moralischen Gesaetz oder menschenrechte zu tun , die ( grunde ) sind rein Utilistisch... ich entschuldige mich das ich von den beitrag abweichen musste

Erkläre mir jemand...03-03-12

Erkläre mir jemand, wie der Forenuser mit dem Namen "Humanist" am 27-02-12 um 13:36h hier im Kommentarbereich meinte zu wissen:

"@alle,

die Wahlbeteiligung der "Parlamentswahlen" 2012 war grausam niedrig. Ein Schlag in die hässliche Fratze der Islamisten!
Somit steht einem Systemwechsel nichts mehr im Wege!"

Die Wahlen hatten damals noch gar nicht stattgefunden und die Wahlbeteiligung war überdurchschnittlich hoch für Parlamentswahlen (man vergleiche nur mit den Wahlen zum Europaparlament). Wenn der User uns nicht seine Zukunftsvision erklärt, dann hoffe ich inbrünstig für ihn, dass er sie seinem Arzt des Vertrauens erklärt.

Armin10-03-12

Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview in einer Zeit, wo die Brd-Systempresse leider das Volk nur belügt.




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