Schlüsseldokumente
- US-Studie: Mehrheit der Iraner für die Islamische Republik
- Interview mit dem ehemaligen deutschen Botschafter Bernd Erbel über Iran
- Geopolitische Lage im Nahen Osten erfordert einen Schwenk in Richtung Iran
- Energieabhängigkeit von Russland: Iran-Sanktionen rächen sich
- Religiöses Oberhaupt und Kosmopolit mit gesellschaftlicher Weitsicht: Wer ist Ayatollah Khamenei?
- Die Syrien-Krise, die Achse des Widerstands und das politische System Irans
- Zehn Wege, um Irans Handlungslogik zu verstehen
- Wie demokratisch ist die Präsidentschaftswahl in Iran?
- Iran als Schutzmacht der Christen im Nahen Osten?
- Befindet sich Iran auf dem Weg der Unabhängigkeit vom Öl?
- 20 Gründe: Warum Iran keine Atombombe will
- Staatsordnung Islamische Republik in Iran: Zwischen Prinzipialismus und Flexibilität
Newsletter
Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter bestellen. Eine Abmeldung ist jederzeit per E-Mail an unsubscribe@irananders.de möglich. Ihre E-Mail AdresseSuche
Iran informierte die USA vom möglichen Einsatz von chemischen Waffen in Syrien
Irans Außenminister Mohammad Javad Zarif sagt, die Islamische Republik habe letzten Dezember ein offizielles Memo an die Vereinigten Staaten durch die Schweizer Botschaft in Teheran gesandt (die als Interessensvertretung der USA in Iran fungiert), in dem Washington gewarnt worden war, dass „selbst gemachte chemischen Waffen, darunter das Giftgas Sarin, nach Syrien transportiert werden.“
In einem Interview mit der Wochenzeitung Aseman (Himmel) in Teheran, fügte Zarif hinzu: „In der gleichen Mitteilung warnten wir [Washington], dass radikale Gruppen planen könnten, diese chemischen Mittel anzuwenden. Während dieser Zeit [des Krieges in Syrien] sind Takfiri-Gruppen (in der Regel sind damit Salafisten gemeint, die Muslime leichtsinnig ihren Glauben absprechen und sie als todeswürdig sehen, Anm. d. Red.) dazu ermutigt worden, mit ihrem Brudermord und dem Krieg fortzufahren, was humane Katastrophen zur Folge hatte, von denen wir bereits einige Bilder in den Medien gesehen haben.“ Der iranische Außenminister erklärte jedoch, dass die Amerikaner eine Antwort auf dieses Schreiben schuldig geblieben seien.
Wie Zarif sagte: „Jetzt, nachdem die Unterstützter der radikalen Gruppen gesehen haben, dass diese in Syrien nichts erreicht haben, haben sie begonnen gemeinsam eine Falle für die gesamte Region und die USA zu stellen, um einen neuen Krieg mit jenen Gruppen, deren Interessen in der kriegerischen Auseinandersetzung liegen, zu führen.“
In einem anderen Teil des Interviews betonte Zarif, dass aufgrund der Ermutigung von Iran und Russland die syrische Regierung akzeptierte, vollständig mit den Inspektoren der Vereinten Nationen zu kooperieren, die Proben von den Plätzen nehmen wollten, wo der angebliche chemische Angriff stattgefunden hatte.
Der iranische Außenminister sagte weiter, dass auf die gleiche Weise wie „wir Syrien dazu ermutigt haben, voll und ganz mit den Vereinten Nationen zu kooperieren, wir glauben, dass Syrien auch alle ihm [verfügbaren Beweise] [den UN-Behörden] aushändigen sollte, so dass deutlich werden würde, unter welchen Bedingungen die chemischen Waffen verwendet worden sind.“ Auf diese Weise, fügte Zarif hinzu, wird die Falle, die für die syrische Regierung sowie für diejenigen, die einen Militärschlag gegen dieses Land verüben wollen, vereitelt werden.
„Abgesehen von einer Gruppe von Kriegstreibern und einer politischen Gruppe, die in der Vergangenheit falsche Entscheidungen traf, würde niemand von einer militärischen Aktion [gegen Syrien] profitieren. Nebenbei bemerkt, die politische Gruppe, die falsche Entscheidungen traf, findet vielleicht eine vorübergehende Atempause [als Folge eines Krieges gegen Syrien], ohne ihr Hauptproblem [durch solch einen Krieg] zu lösen“, sagte der iranische Außenminister.
Auf die Frage nach den Auswirkungen der direkten Kontakte zwischen Iran und den Vereinigten Staaten betreffend der Bemühungen, eine Lösung für die Syrien-Krise zu finden, sagte Zarif: „Die Islamische Republik Iran hat ihre Position [über die Situation in Syrien] den amerikanischen Verantwortlichen durch Memos, die durch die Schweizer Botschaft [in Teheran] gesendet worden sind, kundgetan.“ Unglücklicherweise gibt es ein großes Problem mit den amerikanischen Führern. Statt [ein wahrer] Anführer [für ihr Volk] zu sein, sind sie Befolger bestimmter politischer Strömungen und gewisser Interessensgruppen.”
„Wir versuchen den Amerikaner verständlich zu machen, dass, wenn eine Regierung von seiner Bevölkerung die Stimme bekommt, ihr Land zu führen, sie nicht ein Befolger bestimmter Gruppen werden sollte“, betonte der iranische Außenminister.
Was die Rolle des [amtierenden syrischen Präsidenten] Bashar Assad in der Entwicklung der anhaltenden Krise in Syrien angeht, sagte Zarif: „Wir glauben, dass die Regierung in Syrien schwere Fehler begangen hat und leider haben [diese Fehler] den Weg dafür geebnet, dass die Situation im Land [durch fremde Mächte] missbraucht wird. Doch lassen Sie uns nicht vergessen, dass diese Zustände tatsächlich [für den falschen Zweck] missbraucht werden. Die Maßnahmen, die von der Opposition in Syrien in den vergangenen zwei Jahren ergriffen worden sind, sind erstens nicht durch eine demokratische Gruppe auf der Suche nach Freiheit ergriffen worden und sind zweitens durch radikale Takfiri-Gruppen, die nach einer Verschärfung des Konflikts, Gewalt und Sektierertum streben, vorgenommen worden. Diese Gruppen bilden eine Minderheit, die unglücklicherweise eine laute Stimme hat.“
Der iranische Außenminister fügte hinzu: „Wir hoffen, dass Logik und Weisheit siegen werden und [einen neuen] Krieg [in der Region] verhindern. Die Realitäten auf dem Boden zeigen jedoch, dass die Kriegstrommeln gerührt werden. Wenn die Kriegstrommeln gerührt werden, gibt es in der Regel keinen Platz mehr für Logik und Weisheit.“
Der iranische Außenminister sagte weiter, dass die beste praktische Initiative, die Iran ergreifen kann, um einen Krieg zu verhindern, ist „[den amerikanischen Führern] die unverfälschten Realitäten der Region zu zeigen.“
„Einige Leute glauben, dass die Amerikaner alles wissen. Doch wie wir bereits sowohl in Afghanistan als auch im Irak gesehen haben, sind sich die Amerikaner vieler realer Bedingungen nicht bewusst und tappen leicht in Fallen. Daher ist Aufklärung in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Die mächtigen Länder sind manchmal derartig schrecklich mit ihren eigenen Trugbildern geplagt, dass sie denken, sie könnten alle Probleme durch bloßen Verlass auf rohe Gewalt lösen“, fügte Zarif hinzu.
Erstmals veröffentlicht am 1. September 2013 bei Iran Review. Übersetzt von Yaz Theder.
Schlüsseldokumente
- US-Studie: Mehrheit der Iraner für die Islamische Republik
- Interview mit dem ehemaligen deutschen Botschafter Bernd Erbel über Iran
- Geopolitische Lage im Nahen Osten erfordert einen Schwenk in Richtung Iran
- Energieabhängigkeit von Russland: Iran-Sanktionen rächen sich
- Religiöses Oberhaupt und Kosmopolit mit gesellschaftlicher Weitsicht: Wer ist Ayatollah Khamenei?
- Die Syrien-Krise, die Achse des Widerstands und das politische System Irans
- Zehn Wege, um Irans Handlungslogik zu verstehen
- Wie demokratisch ist die Präsidentschaftswahl in Iran?
- Iran als Schutzmacht der Christen im Nahen Osten?
- Befindet sich Iran auf dem Weg der Unabhängigkeit vom Öl?
- 20 Gründe: Warum Iran keine Atombombe will
- Staatsordnung Islamische Republik in Iran: Zwischen Prinzipialismus und Flexibilität
Das tönt alles sehr glaubwürdig. Doch doch...
Hugo, wenn es nicht stimmen würde, hätte die Schweizer Botschaft das dementiert.
Als ob es der USA oder den Angelsachsen um Chemiewaffen (siehe Iran Irak Krieg), Demokratie und Menschenrechte (Saudi-Arabien, Bahrain etc.), oder allgemein um die Menschen in Syrien geht. Die USA mit ihren Verbuendeten suchen nur ein Vorwand um in Syrien ein Regimechange umzusetzen. Ich hoffe, dass die Iraner nicht so naiv sind. Iran sollte offiziell sein Buendnisfall, welches es vor Jahren mit Syrien abgeschlossen hat vor der Presse verkuenden, damit es alle mitbekommen und dann auch Truppen und Militaergeraet in grossen Umfang, insbesondere Luftabwehr den Syrern beiseite stehen. Ausserdem sollte man jeden Staat, der Logistisch, militaerisch und finanziell einem Krieg gegen Syrien beiseite steht als Angriffsziel ansehen. Iran muss wissen, dass es zwar Verluste einstecken wird aber man sollte sich nicht als Papiertiger der Welt zeigen, sonst sind Irans Taten und Worte nicht dem Paier wert wo es drauf steht. Nieder mit USA, Israel etc. und bla bla muessen Taten folgen und nicht nur Propagandasprueche! Nach Syrien wird frueher oder spaeter die Hesbollah und Iran folgen. Es ist nur alles eine Zeitfrage.
Einfach mal "Joint Vision 2020" herunterladen und lesen. Der Naivste kann danach erkennen, daß es um Geopolitik und Ressourcen geht - "Full Spectrum Dominance" eben. Aber bitte nicht nur lesen, sondern so weit wie möglich verbreiten!
In diesem Video kann man das sehen: http://www.lenziran.com/2013/09/since-2012-we-informed-americans-of-terrorist-groups-access-to-chemical-weapon-in-syria/