Schlüsseldokumente
- US-Studie: Mehrheit der Iraner für die Islamische Republik
- Interview mit dem ehemaligen deutschen Botschafter Bernd Erbel über Iran
- Geopolitische Lage im Nahen Osten erfordert einen Schwenk in Richtung Iran
- Energieabhängigkeit von Russland: Iran-Sanktionen rächen sich
- Religiöses Oberhaupt und Kosmopolit mit gesellschaftlicher Weitsicht: Wer ist Ayatollah Khamenei?
- Die Syrien-Krise, die Achse des Widerstands und das politische System Irans
- Zehn Wege, um Irans Handlungslogik zu verstehen
- Wie demokratisch ist die Präsidentschaftswahl in Iran?
- Iran als Schutzmacht der Christen im Nahen Osten?
- Befindet sich Iran auf dem Weg der Unabhängigkeit vom Öl?
- 20 Gründe: Warum Iran keine Atombombe will
- Staatsordnung Islamische Republik in Iran: Zwischen Prinzipialismus und Flexibilität
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Friedensforscher Harald Müller über die Feindschaft Israel-Iran und das atomare Wettrüsten

Prof. Dr. Harald Müller ist geschäftsführendes Mitglied der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK).
Kommentar anlässlich des Interviews vom Friedensforscher Harald Müller vom 13.04.2010 in ARD Morgenmagazin.
Es heißt Nordkorea wäre von Atomwaffenstaaten umschlossen, deshalb ist die nordkoreanische Bedrohung eingedämmt:
Iran ist jedoch weitaus mehr von Atomwaffenstaaten umschlossen, siehe Pakistan, Indien, China, Russland, Israel und die Atomwaffen der USA in der Türkei weshalb ist also eine iranische Nuklearisierung nicht eingedämmt?
Wenn man davon ausgeht, die Gefahr einer iranischen Atombombe bestehe darin, dass infolgedessen die arabischen Staaten nachziehen würden, dann stellt sich die Frage, weshalb die arabischen Staaten seit der atomaren Bewaffnung Israels nicht nachgezogen haben. Iran ist keine größere Bedrohung für die Araber als Israel mit dem man schließlich keinen Friedensvertrag hat und theoretisch im Kriegszustand steht (außer Ägypten und Jordanien).
Ein anderer Punkt ist die Unterstellung der Irrationalität und Fanatismus des iranischen Präsidenten Dr. Mahmoud Ahmadinejad:
Der nordkoreanische Staatsführer ist wohl bei weitem irrationaler als sein Kollege in Iran. Man kann davon ausgehen, dass Ahmadinejad ein berechenbarer, unfanatischer und interessensorientierter Akteur ist, der kürzlich wieder im staatlichen Fernsehen den US-Präsidenten Barack Obama dazu aufrief, die Beziehungen zu seinem Land zu normalisieren.
In welcher Größe in den auflagenorientierten Medien dieser Botschaft Ahmadinejads, die übrigens auch per Brief an Obama verfasst wurde, Raum gegeben wird, bleibt abzuwarten. Für die Versachlichung der Iran-Debatte ist eine ebenbürtige Distribution, wie sie bei Ahmadinejads Falschzitat "Wipe off the map" statt fand, ist dies aber zu wünschen.
Denn tatsächlich hat Ahmadinejad nie Israel mit der Auslöschung gedroht, sondern schlägt ein Referendum über das Schicksal des Palästinakonflikts vor. Man muss nicht der Persischen Sprache und Etymologie mächtig sein, um zu erkennen, dass die Übersetzung "Wipe off the map" nicht korrekt ist. Es reicht für jeden Laien den Kontext seiner Aussage zu berücksichtigen, um zu erkennen, dass er nur das Ende des Besatzungsregimes von Jerusalem meinen konnte. Mehrmalige Dementis zu dieser´m Falschzitat haben Iran und Ahmadinejad übrigens auch geleistet.
Last but not least ist der iranische Regierungschef Ahmadinejad allerdings ohnehin nicht der Primat in der iranischen Außen- und Sicherheitspolitik, sondern Ayatollah Khamenei und das seit 21 Jahren.
Schlüsseldokumente
- US-Studie: Mehrheit der Iraner für die Islamische Republik
- Interview mit dem ehemaligen deutschen Botschafter Bernd Erbel über Iran
- Geopolitische Lage im Nahen Osten erfordert einen Schwenk in Richtung Iran
- Energieabhängigkeit von Russland: Iran-Sanktionen rächen sich
- Religiöses Oberhaupt und Kosmopolit mit gesellschaftlicher Weitsicht: Wer ist Ayatollah Khamenei?
- Die Syrien-Krise, die Achse des Widerstands und das politische System Irans
- Zehn Wege, um Irans Handlungslogik zu verstehen
- Wie demokratisch ist die Präsidentschaftswahl in Iran?
- Iran als Schutzmacht der Christen im Nahen Osten?
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