21.11.2014 Ali Özkök

Repräsentative Umfrage: US-Bürger deutlich gegen Sanktionen und für Anreicherung in Iran


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Die meisten US-Amerikaner sind für einen Deal mit Teheran.

Das „Zentrum für Internationale und Sicherheitsstudien an der Universität Maryland“ (CISSM) hat in Zusammenarbeit mit dem beratenden US-Meinungsforschungsinstitut „Program for Public Consultation“ (PPC) und dem renommierten deutschen Umfrageinstitut GfK eine aufschlussreiche repräsentative Umfrage unter US-Amerikanern durchgeführt, die die laufenden Atomverhandlungen der G5+1 mit der Islamischen Republik Iran zum Gegenstand hatte.

Zum Zwecke der Befragung der ausgewählten Teilnehmer über ihre Position zu den Atomverhandlungen wurden diese zuerst über die Umstände und Entwicklungen des iranischen Urananreicherungsprogramms informiert und über die laufenden Verhandlungen in Kenntnis gesetzt. Dann wurden zwei Lösungsmöglichkeiten des Atomkonflikts vorgestellt, zwischen denen sich die Teilnehmer entscheiden sollten.

Die erste war eine Vereinbarung über eine Anreicherung von Uran auf einem niedrigen Niveau, was der Islamischen Republik eine zivile Nutzung der Kernenergie für eigene Zwecke ermöglichen würde und eine allmähliche Aufhebung einiger Sanktionen sowie aber auch aufdringlichere Inspektionen zur Folge hätte. Die zweite Lösungsvariante war, die Verhandlungen nicht weiterzuführen und mittels noch schärferer Sanktionen zu versuchen, Teheran zur vollständige Beendigung der Urananreicherung zu zwingen.

Die Befragten sollten erst ihre grundlegende Einschätzung darlegen. Danach wurden für beide Optionen Argumente vorgebracht, wobei über jedes einzelne Argument abgestimmt wurde. Anschließend sollten die Befragten unter dem Eindruck der unterschiedlichen Pro- und Kontrapunkte noch einmal ihren endgültigen Standpunkt mitteilen. Je länger der Austausch der Argumente andauerte, umso deutlicher zeigte sich ein eindeutiger Trend – und der geht in Richtung erste Option: Verhandlungslösung inklusive der Ermöglichung der iranischen Urananreicherung.

Die Option weiterer Sanktionen zum Zwecke der vollständigen Beendigung der Anreicherung wurde vor Austausch der Argumente von 64 % der Befragten für akzeptabel befunden. Am Ende jedoch war eine klare Mehrheit von 61% doch der Auffassung, es wäre sinnvoller, eine Vereinbarung anzustreben, die Anreicherung möglich macht, als mit noch weiteren Sanktionen zu versuchen, deren vollständiges Ende zu erzwingen. Für diese Option votierten nur noch 35%.

Was angesichts der Vielzahl an Scharfmachern unter den Republikaner im Kongress höchst bemerkenswert ist, ist, dass 62 % ihrer Wähler für die erste Lösungsvariante votierten und lediglich 34% verschärfte Sanktionen als Lösung für den Atomkonflikt betrachten.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage, das besonders ins Auge fiel, ist, dass die wenigsten Amerikaner über den Atomwaffensperrvertrag (NPT) Bescheid wissen und damit darüber, dass nicht nur die USA und die meisten anderen Staaten der Welt, sondern auch Iran Mitglied des NPTs ist. Nur 22% der repräsentativen Umfrageteilnehmer wussten über den NPT „etwas“ Bescheid, 4% hätten „viel“ darüber gehört, während 28% angegeben haben, „wenig“ darüber zu wissen und satte 46% haben von diesem noch nicht einmal etwas gehört. Hingegen wissen 57% der Iraner laut einer anderen repäsentativen Umfrage der Universität Maryland nicht nur, was der Atomwaffensperrvertrag (NPT) ist, sondern auch, dass ihre Regierung Mitglied in diesem Sperrvertrag ist.


Ali Özkök ist Chefredakteur des Online-Fachmagazins Eurasia News.


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Orientalist26-11-14

Wieder mal top. Solche wertvolle Nachrichten gibt es nur bei IranAnders.

Michael Wegert14-12-14

In den westlichen Medien bekommt man meist nur das negative aus dem Iran zu hören, da die westliche Berichtaustattung sehr einseitig und mager ist. Desto mehr schätze und unterstützte ich die Arbeit von IranAnders. Dank euch wird es uns Deutschen ermöglicht die andere, wahre Seite des Nahen Ostens (Konflikt) zu sehen

Ihr seid für mich Top und ich verfolge eure Artikel täglich mit großer Neugier. Weiter so.






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