05.06.2014 Ali Özkök

Apple-Produkte offiziell zurück in Iran


Geschäft Iran Apple

Geschäft in Iran mit eingeschleusten Apple-Produkten.

In Iran können bald wieder erste Apple-Geräte legal importiert werden. Dies meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars News.

Irans Ministerium für Industrie, Bergbau und Handel genehmigte erstmals nach Jahren eines tief gehegten Misstrauens gegenüber diesen US-Konzernen einer iranischen Handelsgesellschaft den Wiederverkauf von Apple-Geräten. Zuvor hob das US-Finanzministerium am 30. Mai letzten Jahres die Handelsbeschränkungen für die begehrten US-Güter auf.

Der Agenturmeldung zufolge erwarb das Unternehmen Vaghaye Gostar Fars ein offizielles Reseller-Recht von Apple und ließ damit die Herzen vieler eingefleischter Apple-Fans in Iran wieder höher schlagen. Auf diese Weise sicherte sich die Firma die Rechte auf den alleinigen Import und Verkauf von Apple-Waren in Iran. Zudem kündigte Vaghaye Gostar Fars an, dass es künftig alle Apple-Produkte mit einer 12-monatigen Rückgabegarantie anbieten werde.

Iran zu wichtig, um ausgegrenzt zu werden

Auf die Einstellung der US-amerikanischen Handelsbeschränkungen hin veranlasste Apple 2013 erste Schritte, um offiziell wieder in Iran Fuß zu fassen, die nun auf fruchtbaren Boden gefallen sind.

Bis in den Mai 2013 verfolgte Apple noch eine strikte Firmenpolitik, die sich voll und ganz nach der US-amerikanischen Außenpolitik richtete. Neben den Verkauf von Produkten in den Iran verbot das US-Handelsembargo auch den Export nach Nordkorea und Kuba.

Doch Iran hat das Potenzial, zum wichtigen Absatzmarkt für High-Tech-Produkte aus dem Ausland zu werden. Vor allem das rasant ansteigende Konsumniveau Irans - bis zu den verschärften Sanktionen - ist ein guter Indikator für die internationalen Konzerne. Während das Konsumniveau in Europa stagniert, könnte die potentiell steigende Konsumrate in Iran für Investoren ein Garant für Stabilität und langfristiges Wachstum werden. An dieser Perspektive wird nun im Hinblick auf einer möglichen Aufhebung weiterer Sanktionen gegen Iran angeknüpft.

US-Embargo beflügelte letztlich nur den Schwarzmarkt

Das amerikanische Verhalten in Bezug auf Iran war für internationale Konzernen lange nicht mehr hinnehmbar. Zudem halten Völkerrechtler die unilateralen Sanktionen der Amerikaner aus völkerrechtlicher Sicht für sehr problematisch, denn es stellte de facto ein Total-Embargo gegen Iran dar; und ein solches war vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nicht genehmigt. Hinzu komm, dass diese Sanktionen die medizinische Versorgung gefährden und nach Meinung von Experten damit die Menschenrechten widersprechen.

In den letzten Jahren hatte das iPhone nichtsdestoweniger demonstriert, wie begrenzt das US-Embargo gewirkt hatte. Apple-Produkte waren während dieser Zeit auf dem iranischen Konsumentenmarkt weiterhin erhältlich, lediglich nicht offiziell, sondern auf den Schwarzmarkt verlagert.

Das konnte funktionieren, weil es genügend Bezugsquellen für iranische Händler in Drittstaaten gab. Die Produkte wurden kurzerhand über Zwischenstationen ins Land importiert. Der direkte Handel ist daher nicht nur zum Vorteil der iranischen Komsumenten, da Preisaufschläge für dem Umweg wegfallen, sondern ebenso für die ehrbaren Kaufleute in Iran, die durch die Sanktionen wirtschaftlich geschädigt und in den Hintergrund gedrängt worden sind.


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