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07.11.2013

Annäherung zwischen Iran und USA macht Saudi-Arabien abhängiger


Saudi Arabien und USA

Nach iranischer Auffassung wird Saudi-Arabien von den USA abhängiger, wenn es zu einer Annäherung zwischen Letzterem und Iran kommen würde.

Im Folgenden geben wir zu Dokumentationszwecken ein uns vorliegendes inoffizielles iranisches Schriftstück über die Abhängigkeit Saudi-Arabiens von den USA, aus Gründen der Lesbarkeit geringfügig redigiert, wieder.

Die Verbesserung der Beziehungen zwischen Iran und den USA ging mit einer interessanten Reaktion Saudi-Arabiens einher. Zum ersten Mal hat die saudische Regierung die alljährliche Gelegenheit zur Meinungsäußerung in der Generalversammlung der Vereinten Nationen genutzt, um seine Ansichten über die Welt darzulegen. Die Saudis haben mit ihren Stellungnahmen zu den iranischen Atomverhandlungen die internationale Gemeinschaft zu dem Schluss gelangen lassen, dass sie mit der amerikanischen Außenpolitik in der Region – in Bezug auf Syrien, Iran und Palästina – unzufrieden sind. Saudische Analytiker und die Medien dieses Landes glauben, die USA hätten Riad für einen geopolitischen Handel mit Teheran verkauft. Somit stellt sich die Frage, ob diese Angelegenheit sich in eine weitere Krise in den amerikanisch-saudischen Beziehungen verwandeln wird.

Man muss allerdings berücksichtigen, dass die USA und Saudi-Arabien in der Vergangenheit auch ernstere Differenzen hatten. Die Ölsanktionen von 1973 und 1974, die Terroranschläge vom 11. September  2001 und den Irak-Krieg. Zuletzt hatten die beiden Länder Differenzen über die Auseinandersetzungen in Syrien. Im amerikanisch-saudischen Verhältnis sind zwei Tatsachen zu berücksichtigen. Erstens dass in diesem Verhältnis Riad schwächer ist und zweitens dass die Beziehungen zwischen beiden Ländern mehr auf den amerikanischen als auf den saudischen Interessen fußt.

In jeder Beziehung zwischen einem schwachen und einem starken Partner hat derjenige, der sich schwach fühlt, immer viele Sorgen. Als die USA und die ehemalige Sowjetunion sich im Kalten Krieg befanden, waren die westeuropäischen Verbündeten der USA besorgt, ungewollt in einen Krieg hineingezogen zu werden. Als es jedoch um die Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen den USA und der Sowjetunion ging, befürchteten die Europäer, ihre Interessen würden nicht berücksichtigt. Aber die Europäer hatten keine andere Wahl. Es gab keine dritte Weltmacht, die über ihre Sicherheit wachen konnte. Die Engländer und die Franzosen gelangten in den Besitz von Atomwaffen. Frankreich machte einen symbolischen Schachzug und zog sich aus der militärischen Struktur der NATO zurück. Doch niemand glaubte, Paris und London könnten von alleine gegen die Sowjetunion bestehen. Schließlich waren die westeuropäischen Länder von den USA und der NATO abhängig, weil sie keinen vernünftigen Ersatz hatten.

Saudi-Arabien und die anderen kleinen Königreiche am Persischen Golf waren in Bezug auf Iran und die USA in einer ähnlichen Situation. Wenn die USA Iran mit der militärischen Option drohen, sind die diese Staaten um die Form ihrer Beziehungen mit Iran besorgt, und wenn die USA sich mit Iran anfreunden wollen, macht der regionale Einfluss Irans sie besorgt. Wenn es eine andere Supermacht auf der Welt gäbe, an die Saudi-Arabien sich annähern könnte, würde es dies bestimmt tun. Doch China zum Beispiel ist sehr weit von dem entfernt, was Saudi-Arabien von einer Großmacht erwartet. Ebenso wie die europäischen Verbündeten der NATO im Kalten Krieg, haben die Saudis sehr begrenzte strategische Optionen.

Riad glaubt, die USA würden, indem sie Iran die Hand reichen, um Freundschaft zu schließen, einen Fehler wie den Irak-Krieg wiederholen und somit würde Saudi-Arabien durch die weitere Stärkung Irans ebenfalls mehr von den USA abhängig. Mit anderen Worten, je besser die Beziehungen zwischen Washington und Teheran werden, desto wichtiger wird der Erhalt der Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA.

Die Angst davor, losgelassen zu werden, ist ein Grundsatz in den saudisch-amerikanischen Beziehungen, doch sie ist übertrieben. Die USA haben im Nahen Osten jahrzehntelang stets die Politik verfolgt, die anderen Mächte nicht am Ölreichtum dieser Region teilhaben zu lassen. Die USA haben zahlreiche Militärstützpunkte in der Region. Die Regierung Obamas will die Kontrolle über die Region nicht Iran überlassen, mit dem sie in den letzten 30 Jahren keine diplomatischen Beziehungen gehabt hat.

Dennoch haben die letzten Aktionen Saudi-Arabiens gezeigt, dass die Verantwortlichen in Riad mit der Annäherung zwischen Teheran und Washington keinesfalls zufrieden sind. Sie glauben, dass nach den Problemen im Irak, in Ägypten und zuletzt in Syrien (wo die Politiken Saudi-Arabiens gewissermaßen überall in eine Sackgasse geraten sind) nun die Annäherung Irans an die USA Saudi-Arabien zu einem eher unbedeutenden Akteur in der Region werden lässt.


(von Moderation chiffriert)12-11-13

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Außerdem, Zarif vor 6 Tagen:

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*MODERATION: Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Besten Dank.




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