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05.11.2013

Die Fatwa und die Lösung des iranischen Atomprogramms


Ayatollah Ali Khamenei

Ayatollah Ali Khamenei stellte 2003 eine Fatwa aus, die die Herstellung, Besitz und Einsatz von Atomwaffen religionsgesetzlich verbietet.

Im Folgenden geben wir zu Dokumentationszwecken ein uns vorliegendes inoffizielles iranisches Schriftstück über die Fatwa vom Verbot von Atomwaffen als Lösungsansatz für den anhaltenden Atomstreit, leicht gekürzt und aus Gründen der Lesbarkeit redigiert, wieder.

Wenn manche unparteiische internationale politische Experten auf der Suche nach einer Lösung für die iranische Nuklearkrise sind und versuchen, Wege zur Lösung dieses seit 10 Jahren bestehenden Problems zu finden, scheint es ein praktischer, erreichbarer Weg zu sein, sich mit dem religiösen Rechtsurteil (im Fachjargon: Fatwa) des religiös-politischen Staatsoberhaupt von Iran über das Verbot der Produktion, der Lagerung und des Einsatzes von Atomwaffen zu beschäftigen.

Möglicherweise ist "Fatwa" für Nichtmuslime kein geläufiger Ausdruck. Der Erlass einer Fatwa in der islamischen Lehre ist nicht einfach. Nur ein befähigter Rechtsgelehrter (im Fachjargon: Mujtahid) kann eine Fatwa erlassen. Nach der islamischen Lehre ist ein Mujtahid eine Person, die an einer Theologischen Hochschule (im Fachjargon: Hawzah) islamische Rechtswissenschaften oder Theologie studiert hat und dadurch befähigt ist, auf der Basis des Islamischen Rechts (im Fachjargon: Sharia) zu urteilen. Um bei einem Rechtsfall zu einem Urteil zu gelangen, muss ein Mujtahid sich mit der islamischen Quellen wie dem Koran, der Sunnah (der Aussprüche und Lebensweise des Propheten des Islam und seiner von Gott auserwählten Nachfolger) und der Ratio befassen, um zu einem entsprechenden Urteil zu gelangen, das als Fatwa bezeichnet wird.

Eine Fatwa muss von den Anhängern des o.g. Rechtsgelehrten überall auf der Welt befolgt werden. Wenn nun der befähigte Rechtsgelehrte gleichzeitig das religiös-politische Staatsoberhaupt eines Landes ist, gilt die Fatwa auch gleichzeitig als religiöses Staatsdekret (im Fachjargon: Hukm) und alle Politiker des Landes müssen ihr gehorchen und können sich ihr nicht widersetzen. Denn in einem Staat, in dem ein Rechtsgelehrter regiert, müssen alle Gläubige in staatlichen Fragen sein Rechtsmeinung folgen, auch wenn dieser im Widerspruch zur Rechtsmeinung der übrigen Rechtsgelehrten, die nicht regieren, steht.

Nun wird vielleicht der Einwand erhoben, dass ein anderer regierender Mujtahid in einer anderen Zeit eine divergierende Fatwa in dieser Frage erlassen könnte. Eine Antwort darauf gab der ehemalige iranische Außenminister, der gesagt hat: "Iran ist bereit, die Fatwa von Ayatollah Khamenei, dem religiös-politischen Staatsoberhaupt Irans, die er im Jahre 2003 gegen die Produktion und den Einsatz von Massenvernichtungswaffen erlassen hat, in Form eines wirksamen, für die Regierung verbindlichen Dokuments auszustellen und dieses in ein offizielles, wirksames Dokument der Vereinten Nationen zu übertragen.“

Dieser Vorschlag ist ein Zeichen dafür, dass ein gesetzlicher Rahmen besteht, der die Verpflichtungen Irans garantiert und der ernst genommen und als ein Weg zur Lösung der Probleme in Betracht gezogen werden muss. Eine Fatwa bietet einen wünschenswerten Ansatz.
Man darf die Geltung dieser Fatwa nicht unterschätzen und sie nicht ungenutzt lassen. Die Politik der USA muss sich ändern. Anstatt Druck auf Iran auszuüben, muss versucht werden, einen Weg zur Lösung der Krise zu finden.

Die Wahl von Dr. Hassan Rouhani zum neuen iranischen Präsidenten bietet dem Westen eine gute Gelegenheit zu einer Einigung mit Iran zu kommen und – wenn er wirklich besorgt ist – die UNO anzuweisen, die Fatwa vom Verbot der Produktion von Atomwaffen verbindlich zu dokumentieren, zu registrieren und in Kraft zu setzen und die illegitimen wirtschaftlichen Beschränkungen und Sanktionen gegen ein Volk mit 75 Millionen Menschen zu beenden.

Ein Volk, dessen legitime, gewählte Regierung er vor 60 Jahren gestürzt und in dessen Land er 25 Jahre lang Demokratie und wahren Fortschritt verhindert hat. Ein Volk, das im Krieg Saddam Husseins gegen Iran Opfer chemischer Waffen wurde, was damals keinerlei Reaktion von Seiten der USA und der westlichen Länder hervorgerufen hat.


webmax05-11-13

Ganz, ganz toll! Wäre da nur nicht die Regel im Koran, nach der Ungläubige (also wir) mit Allahs Segen nach Strich und Faden belogen und getäuscht werden dürfen...
Ich bin im übrigen für eine A-Bombe des Iran. alle seine Nachbarn haben die schon...

SA06-11-13

@webmax

Solch eine Regelung im Koran gibt es nicht. Das ist ein altes Gerücht.

siglinde06-11-13

@webmax
Wie wäre es denn, wenn Sie, bevor Sie so etwas behaupten, das Buch einmal in die Hand nehmen.
Vielleicht gehen Ihnen dann 1000 Lichter auf, angesichts dessen, was im Koran über Lügner und Heuchler steht und jenen, die auf Lügen hören und sie verbreiten.






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