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25.10.2013 Shahed Ghoreishi

Der Schlüssel zu Verhandlungen mit Iran ist dem kulturellen Stolz Respekt zu zollen


Irans Präsident Hassan Rohani

Der iranische Präsident Hassan Rouhani nimmt Fragen der Journalisten auf einer Pressekonferenz in New York entgegen

„Denken Sie an den chauvinistischsten Texaner, den Sie kennen und fügen Sie 5.000 Jahre (an Historie) hinzu, und erst dann beginnen Sie zu verstehen, wie stolz sie sind.“

Der iranische Außenminister Javad Zarif erklärte am Sonntag bei einem Treffen mit Fareed Zakaria: „Iran ist eine stolze Nation. Wir sind der Meinung, wir haben die technologische Fähigkeit ... (und) die menschlichen Ressourcen, um auf eigenen Füßen zu stehen.“

Auch westliche Experten haben die Bedeutung dieses Stolz-Faktors im Umgang mit Iran festgestellt. Robin Wright, ein Journalist und Mitarbeiter der Zeitschrift „The Atlantic“, der ausgiebig über Iran geschrieben hat, sagte kürzlich bei einem Podiumsdiskussion der Brookings Institution: „Der beste Weg, die Perser zu verstehen ist, an den chauvinistischsten Texaner zu denken, den Sie kennen, und 5.000 Jahre (an Historie) hinzuzufügen, und dann erst beginnen Sie zu verstehen, wie stolz sie sind.“

Die iranische Regierung hat sich dieses mächtige Gefühl von Nationalismus zu Nutze gemacht, um ihre Legitimität im Innern zu verstärken. Von einer gewöhnlichen Banknote, die das Bild eines Atoms aufgesetzt auf einer Landkarte von Iran zeigt, über Schilder in Teheran, die mit den nuklearen Errungenschaften des Landes prahlen: diese „Investition an Stolz“ ist kaum zu übersehen.

Ein Grund, weshalb die Regierung jetzt ihre nuklearen Projekte nicht stoppen kann ist, dass sie bereits so viel (sowohl politisches als auch finanzielles) Kapital in das Programm investiert hat. Daher wird ein erfolgreiches Abkommen zwischen den G5+1 (die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats plus Deutschland) und Iran nicht nur das westliche Publikum bezüglich Irans Absichten beschwichtigen müssen, sondern auch als Sieg für Irans heimisches Publikum ausfallen müssen.

Wie kam dieser iranische „Stolz-Faktor“ zustande?

Wie auch immer man Iran heute wahrnehmen mag, Iraner neigen dazu, sich nicht lange mit der aktuellen Situation ihres Landes aufzuhalten. Ob Fluch oder Segen, Iraner haben ein sehr, sehr langes Gedächtnis. Ihre Identität ist in der historischen Macht des Landes verwurzelt, zurückdatierend auf Cyrus dem Großen und andere antike Herrscher, ein Kalkül des modernen Kräftespiels spielt weniger eine Rolle. Die regionale Dominanz des Achämenidenreichs von Persien ist heute noch tief in den persischen Gedächtnissen eingebrannt, und es bewirkt eine sofortige Spaltung zwischen dem iranischen Selbst-Bild und Versuchen durch die aktuelle Supermacht – den Vereinigten Staaten – Iran unter Druck zu setzen.

Wie wird sich Stolz in Verhandlungen äußern?

Vom ersten Tag an hat der iranische Präsident Hassan Rouhani wiederholt „Respekt“ gefordert, was den Umgang mit Iran anbelangt. Im Zusammenhang damit, eine potentielle Vereinbarung zu Hause schmackhaft zu machen, ist dies Rouhanis Art zu sagen, dass Sprache und Ton rund um die Verhandlungen genauso wichtig sind wie der Inhalt der Vereinbarung, wenn nicht sogar wichtiger.

Sehen Sie sich nur einmal die unmittelbare Reaktion von Zarif an, nachdem Präsident Obama wiederholte, dass im Umgang mit Iran „alle Optionen auf dem Tisch liegen“:

Präsident Obamas Annahme, Iran verhandle aufgrund seiner illegalen Drohungen und Sanktionen, ist einem Volk gegenüber respektlos, machohaft und abwegig.

Ob direkt artikuliert im obigen Tweet oder indirekt durch den jüngsten Kommentar von Irans religiös-politischem Staatsoberhaupt Ali Khamenei, der „heroische Flexibilität“ empfiehlt, die iranische Regierung will eindeutig, dass man sie aus eigenem Antrieb an den Verhandlungstisch kommen sieht und nicht durch Druck von außen.

Die Herausforderung für die iranische Regierung ist nun, ihre „Investition Stolz“ abzuwägen mit Rouhanis versprochener Mäßigung, die von den iranischen Wählern in der diesjährigen Wahl so stark befürwortet wurde.


Dieser Beitrag ist Teil einer Kooperation zwischen The Atlanic und der Johns Hopkins School of Advanced International Studies. Erstmals veröffentlicht am 10. Oktober 2013 bei The Atlantic. Übersetzt von Jila Hamrah.


Anonym26-10-13

Was für ein Unsinn. Die Mullahs würden am Liebsten die vorislamische Historie des Irans aus den Geschichtsbüchern löschen. Genauso wie sie alte vorislamische Rituale und Sitten tabuisieren. Sie versuchen Chaharshambe Souri zu verbieten usw. Daher rührt der "Stolz" nicht auf historische Errungenschaften.
Für die Mullahs sind Feindbilder überlebenswichtig, um intern jegliche Opposition zu unterdrücken.
[...]*

*MODERATION: Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels.

TE29-10-13

@Anonym

Na dann, müssen Sie doch gegen die Sanktionen sein und für einen Wandel durch Annäherung.






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