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29.04.2010 Thomas Effe

Der Versuch Israels A-Waffen für den Frieden zu rechtfertigen


Iran, Israel, USA, Atombombe, A-Waffe

Die Atommacht Israel wird von der Supermacht USA gedeckt und beschützt.

Kommentar anlässlich der Antwort von Richard Herzinger an Prof. Dr. Mohssen Massarats Aufruf in der taz den Nahen Osten als Atomfrei zu erklären, erschienen in Die Welt am 27.04.2010.


Israel hat seine Ziele im Südlibanon und Gaza trotz des Besitz der Atombombe nicht erreichen können. Atomwaffen haben auch nicht den Untergang der Sowjetunion und des Apartheidregimes Südafrikas verhindern können. Die Gegner Israels sind nicht gegen das Land Israel, welches nur mit einer Atombombe geschützt werden könnte, sondern gegen das System Israel. Die Frage stellt sich daher, ob in Zeiten von asymmetrischen Kriegsführungen die Analyse von Richard Herzinger den aktuellen politischen Rahmenbedingungen entspricht.

Herzinger schreibt in seiner Analyse wortwörtlich, dass "selbst wenn der kaum denkbare Fall eintreten würde, dass in Jerusalem ein wahnsinniger israelischer Führer die Macht ergreifen würde, der ägyptisches, saudisches oder jordanisches Territorium erobern wollte, wüssten sich die arabischen Staaten durch ihre strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten vor solchen Absichten effektiv geschützt. (In der Hinterhand steht zudem noch die Atommacht Russland)." Man könnte dem entgegnen, dass "selbst wenn der kaum denkbare Fall eintreten würde, dass in Teheran ein wahnsinniger iranischer Führer die Macht ergreifen würde und israelisches Territorium erobern wollte (seit 31 Jahren tut der Iran das nicht), wüsste sich der israelische Staat ohne Atombombe durch seine strategische Allianz mit den Vereinigten Staaten vor solchen Absichten effektiv geschützt (in der Hinterhand steht zudem noch die Atommächte Europas)."

Im letzteren Szenario scheint das Eingreifen der Schutzmächte stark realistischer zu sein.

In Massenvernichtungswaffen Frieden zu erkennen, scheint oberflächlich richtig zu sein, langfristig und bei genauerer Betrachtung der aktuellen Lage, können jedoch Israels Sicherheitsbedürfnisse nicht allein durch A-Waffen gedeckt werden. Wenn die israelische Führung das so sehe, läuft dann etwas ganz schief in der israelischen Wahrnehmung von Außen- und Friedenspolitik.

Richard Herzingers Analyse ist ein spannender aber gescheiterter Versuch, die Massenvernichtungswaffen Israels zu legitimieren.


Fritz Wunderlich29-04-10

System Israel, hmm, haben da nicht schon Leute in den Zwanzigern gegen ein System in Deutschland demonstriert?




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