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25.06.2012

Iran sieht Schuld für Scheitern der Atomgespräche in Moskau bei Israel


Irans Ahmadinejad und Israels Netanyahu

Iran und Israel schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu.

In iranischen Stellungnahmen - so wie sie aus inoffiziellen iranischen Dokumenten, die uns vorliegen, hervorgehen - sieht Iran bei Israel eine Mitschuld für die substantiell ergebnislosen Atomverhandlungen in Moskau.

In diesem Zusammenhang sieht Iran beispielhaft die Rolle Israels bei den Atomverhandlungen. Im Grunde genommen hätten weder der Westen noch Iran Interesse an einem Fortbestehen der Krise. Im Westen habe sie durch die Erhöhung der Preise für Öl und andere Brennstoffe - insbesondere auf Länder wie Griechenland und Spanien - negative Auswirkungen. Der florierende iranische Markt sei darüber hinaus für den Westen nicht mehr so offen zugänglich, und westliche Produkte würden durch chinesische oder einheimische ersetzt.

Die Gespräche in Istanbul im April hätten nach Jahren eines unbegründeten Konflikts zwischen dem Westen und Iran eine Gelegenheit geschaffen, aus der Krisensituation herauszukommen und allmählich wieder zu einem Normalzustand zu gelangen. Es seien auch verantwortliche amerikanische Politiker gewesen, die sich zu Beginn der Gespräche darum bemüht hätten, ihren Einfluss auf die Berichterstattung im Westen dahingehend geltend zu machen, dass die Medien eine positivere Rolle bei der Normalisierung der Lage durch ein gegenseitiges Einvernehmen spielen. Israel habe aber daraufhin ebenso seinen Einfluss ausgeübt und die Amerikaner dazu gebracht, politisch eine demotivierende Haltung einzunehmen.

Die israelische Einflussnahme lasse sich durch einen Vergleich der amerikanischen Position vor und dann einige Zeit nach der Konferenz in Istanbul ablesen. Unmittelbar nach dem Treffen seien die USA noch recht zuversichtlich in Bezug auf ein mögliches gegenseitiges Einvernehmen gewesen. Man habe den „ersten Schritt eines nachhaltigen Prozesses zur Offenhaltung diplomatischer Lösungsmöglichkeiten des Konflikts“ geschaffen, so die amerikanische Sichtweise. In diesem Prozess hätten beide Seiten schrittweise auf ein gegenseitiges Einvernehmen hingearbeitet. An anderer Stelle hätten die USA beteuert, das iranische Atomprogramm sei „noch nicht bis zu einer Stufe gelangt, bei der eine Umkehr nicht mehr möglich ist“.

Diese Einstellung hätten pro-israelische Kreise mit Einfluss auf die US-Regierung jedoch zunichte gemacht. Die Sorge, dass sich die Krise zwischen dem Westen und der Islamischen Republik entschärfen könnte, sei der Antrieb des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu gewesen, als er bei einem Treffen mit dem einflussreichen Senator Joseph Lieberman davor warnte, dass die USA in ihrer Einschätzung falsch lägen. Im Widerspruch zum US-amerikanischen Standpunkt habe er gemeint, dass die Gespräche der Sechsergruppe Iran die Gelegenheit liefern würden, sein Atomprogramm weiterzuentwickeln. Der israelische Vizepremier Ehud Barak habe damit gedroht, dass „Israel nicht mehr lange warten“ könne, weil die „Fortsetzung der Gespräche Iran Sicherheit in der Region“ gewähren würden.

Solche Äußerungen - begleitet von einer massiven Kampagne - hätten die USA dazu genötigt, ihre israelischen Partner und deren Verbündete in den USA zu beschwichtigen. Man gab vor, dass die USA Iran in Istanbul keine Zeit geschenkt hätten und dass Washington lediglich einschätzen wolle, ob Iran an einer verhandelbaren Lösung des Streits interessiert sei. Es sei darauf hingewiesen worden, dass Washington auch mit anderen Ländern, die über Atomwaffen verfügen, fertig geworden sei. Ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter ließ über das US-Magazin Foreign Policy verlautbaren, dass man „Iran aus nächster Nähe“ beobachte, dass „gegenwärtig aber unsere Aufmerksamkeit dem, was Israel in Aserbaidschan treibt“, gewidmet sei. Man sei „unzufrieden“ mit den israelischen Aktionen dort. Gemeint waren die israelischen Anstrengungen, die aserbaidschanische Regierung dafür zu gewinnen, ihnen ihre Luftbasen für einen eventuellen Schlag gegen Iran zur Verfügung zu stellen.

Das scheint Grund genug für die Obama-Administration zu sein, die Gefahr eines israelischen Angriffs ernst zu nehmen. Dies habe die USA laut einer iranischen Stellungnahme veranlasst zu glauben, dass es die Sanktionen und der Druck gewesen seien, die Iran dazu bewegt hätten, an den Gesprächen in Istanbul teilzunehmen.

Die iranische Sicht auf die Sanktionen und die israelischen Militärdrohungen sieht derweil anders aus. Die Drohungen Israels hätten in Teheran nicht darüber hinweggetäuscht, dass es für Israel keinen Krieg mehr geben könne, da das Land gegenwärtig mit eigenen wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen habe. Darüber hinaus habe der „Arabische Frühling“ (bzw. das Islamische Erwachen nach iranischer Lesart) mehrere Probleme für Tel Aviv mitgebracht. Dazu würden die regionale Instabilität, der sich seit langem angesammelte Zorn der Bevölkerungen in den Nachbarländern auf Israel, die wirtschaftlichen Probleme des Westens sowie das Scheitern der NATO-Staaten in Afghanistan und im Irak gehören. Das größte Hindernis für einen Krieg Israels sei jedoch „der feste Wille der Iraner, der bereits mehrfach unter Beweis gestellt worden ist“. Aus diesem Grund sollten sich die westlichen Staaten laut eines Dokuments nicht von israelischer „Kriegstreiberei“ beeinflussen lassen.


Le Mec26-06-12

"Wo se Recht ham, ham se Recht" würd ich sagen.

Humanist26-06-12

wundert es jemand? Ist doch bekannt, dass die diebischen Mullahs immer andere für das eigene Versagen beschuldigen.
Abwechselnd oder simultan müssen Mossad Israel, Cia USA, Monafegin, Säkularisten, Separatisten oder andere herhalten. Selbst langedienten Mullahknechten wie Hashemi Rafsanjani wird zusammenarbeit mit USA vorgeworfen. Nicht anders die Vorwürfe gegen Ex-Ministerpräsidenten Moussavi. Angeblich wurde ja auch die iranische Heldin Neda vom Cia ermordet, obwohl Hunderte nachweislich gesehen haben, dass ein Basiji (bezahlte Schläger von Khayeyemani) Sie absichtlich erschoss.
Und selbst wenn die Mullahverhandler mal nicht, wie es islamistische Sitte ist, lügen würde Ihnen keiner was glauben, frei nach der Geschichte des lügenden Hirten.
Meine Interpretation ist, dass diese ganze Atomgeschichte den Mullahs willkommen ist, um von den internen Problemen abzulenken. Ins Geheime hoffen die korrupten pseudogeistlichen vom Westen angegriffen zu werden, in der Hoffnung, dass sich die Fronten Zuhause schließen.
Na wenn sich mal die bärtigen Ungebildeten nicht täuschen...

Humanist26-06-12

Im Übrigen sollte der Kommentar unter dem Bild des Mullah "Präsidenten" und Netanyahu nicht lauten: Iran und Israel schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, sondern sollte Iran durch Mullahs erstzt werden.
Grundsätzlich sind sich Israelis und Iraner viel näher als von den Mullahs behauptet, bis vor der gewaltsamen Machtübernahme durch die Fürsten der Finsternis gab es lebhafte Beziehungen. Als nach dem berühmten Freitagsgebet nach den Wahlfälschungen von 2009 Mullahpropagandisten die Leute ermunterten Tod Amerika und Israel zu schreien, riefen Sie Tod China und Tod Russland. Das aber nur am Rande....

Le Mec26-06-12

Mich würden die Strukturen interessieren, die hinter dem Einfluss der Israel-Lobby auf die US-Politik stehen. Es gibt ja das bekannte Werk von Mearsheimer und Walt, das ist sicher empfehlenswert. Aber das ist etwas lang, kennt jemand eine gute Zusammenfassung?

@"Humanist"

Sie kritisieren, dass eine Schuldzuweisung geschieht und bringen (wie immer) nichts anderes als Schuldzuweisungen.

sarbaze rahbar-basijisupporter27-06-12

wer sich mit der geschichte des verbrecherstaats IsraHell auskennt, weis, das die schlaechter von tel aviv, weit vor der islamischen revolution des iran boesartige ziele gegen die muslimischen voelker gehegt haben. der korrupte mossad und die ideologie des zionistenstaates erlauben einfach keinen anderen schluss als anzunehmen, das israHell hinter all den problemen der atomverhandlungen zwischen iran und den westen steckt. schliesslich kennt jeder wachsame beobachter zionistischer agitation den einfluss der zionslobby auf die US politik. desweiteren ist es nur logisch fuer die zionisten gegen iran auf allen ebenen vorzugehen, schliesslich ist iran ein bollwerk gegen israhells expansionstraeume in nah ost. zu israhell fuehlen sich daher nur all jene hingezogen, die zur familie der voelkerhasser zaehlen, iranische exilratten und deutschlandfeinde. die iranische nation wird sicherlich nie irgendeine form der freundschaft zu den zionisten entwickeln, die zudem nie einen nutzen haette. schon damals hatte seine verehrte eminenz imam khomeini(moege seine seele in den himmlischen welten ruhen) vor den untrieben der zionisten in unserem land gewarnt und unsere nation dazu aufgerufen, die zionisten von unserem boden zu verjagen. wir haben eine lange leidvolle geschichte mit den zionisten hinter uns und sehen in israhell die groesste gefahr fuer den weltfrieden. israHell sind keine feinde fuer uns, ebenso wenig wie der exilantenabschaum oder die ganzen an-tellektuellen moechte gern oppositionellen im iran. wer iran antasten moechte dem schneiden wir die finger ab. das garantieren die millionen von pasdaran und soldaten mahdis(as)!

Humanist27-06-12

Die Ausführungen unseres geschätzten Freundes zeigen in aller Deutlichkeit das rudimentäre Gedankengut der Unterstützer der finsteren Eminenzen, und outen sich gleichsam als Feinde der Iraner.
Es mag sein, dass die Almosenempfänger um Khayeyemani Hass auf Ihre Nachbarn und Mitmenschen haben. Hass ist ein Grundelement für diese Gattung Mensch. Aber Sie müssen isoliert betrachtet werden, weil Sie ein Fremdkörper im Land der Iraner sind. Die Iraner haben gar kein Problem mit den Israelis. Kulturell stehen uns die lieben Freunde aus Israel sehr viel näher als die Araber. Die Politiker in Israel haben derweil auch eine sehr aggressive Aussenpolitik.
Ich denke, dass die Ausführungen unserer Mullahfreunde in aller Deutlichkeit die wahre Natur des Islamisten aufzeigen.

Israel-Loves-Iran ist mittlerweile ein großartiger Erfolg für ziviles Engagement und Frieden.
Da kann ich nur sagen: Iran loves Israel to.

http://www.facebook.com/israellovesiran

Mohamad-Ali27-06-12

Natürlich wird es zu keiner "Lösung" des Atom-"Konflikts" kommen. Denn die Atomfrage ist nur ein Vorwand um den Iran in die Knie zu zwingen. Iran ist eines der wenigen Länder in der Region welches sich nicht von den westlichen Imparialisten unterdrücken lässt. Und noch dazu hat Iran riesige Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Das geht natürlich ganz und gar nicht. Da muss was unternommen werden um dieses Land zu unterwerfen ( oder in der Nato-Sprache: "zu demokratisieren" )

Da ist natürlich die Atomfrage ein toller Vorwand umd dem Iran zu schaden.

Es ist doch absurd, dass gerade jene Länder die selber Atomwaffen haben und diese sogar auch eingesetzt haben jetzt den Iran als "Bedrohung des Weltfriedens" darstellen.

Israel, ein Staat der dauernd Menschen ermordet und selber im Besitz von Atomwaffen ist, ist ( solange er seine Politik nicht ändert ), in Sachen Sicherheit und Frieden nicht Ernst zunehmen. Und Freundschaft mit so einem Staat ist unmenschich.


Ich bin dafür dass Iran auf seine Rechte beharrt und nicht nachgibt. Denn mit Staaten die permanent andere Länder angreifen, bombardieren, mit Terroristen ins Chaos stürzen und zerstören (Bsp.: Irak, Afghanistan, Lybien, und jetzt Syrien,... ) kann man nicht verhandeln!

siglinde28-06-12

Mit solchen Verbrechern hat der Iran es zu tun!!!

http://www.youtube.com/watch?v=ZFuYnWoeXHQ&feature=player_embedded#!

Reza29-06-12

Former top Iranian nuclear negotiator Seyed Hossein Mousavian relates a behind-the-scenes account of Tehran’s nuclear program and negotiations with the international community to resolve the nuclear crisis short of war.

http://www.ustream.tv/recorded/23587822

zahra01-07-12

@ mohamad ali
ich sehe das auch so wie sie.die doppelmoral bezüglich atomenergie ist unerträglich.

Le Mec@Siglinde02-07-12

Vielen Dank für den Link. Ich habe den Beitrag von Ihnen positiv bewertet, weil ich fürs Posting danke. Ich denke aber, dass wir darin übereinstimmen, dass das der Inhalt des Videos an sich eher Minus-Sterne als Rating bekommen sollte






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