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07.12.2011 Mahmoud Ayad

„Arabischer Frühling“: Ist Irans Zenit der Macht überschritten?


Ayatollah Khomeini

Staat und Religion in der arabischen Welt: Renaissance der khomeinistischen Ideologie?

In Irans Umgebung rumort es. Das arabische Umfeld befindet sich seit Monaten – von Tunesien bis zum Persischen Golf – im Umbruch. Der „Arabische Frühling“ dauert nun bald schon ein Jahr; und keiner weiß, wie stark sich die politische Landkarte in den kommenden Monaten noch wandeln wird. Was geschieht nach dem Ende der Wahlen in Ägypten? Wie fest sitzt Assad im Sattel? Was ändert sich durch den Abzug der USA aus dem Irak? Auch bei den nicht-arabischen Nachbarn Irans zeichnen sich einschneidende Veränderungen ab. Die Türkei hat auf dem nahöstlichen Schachbrett an Bedeutung gewonnen, die afghanische Regierung handelt autonomer, und zum Teil gegen US-Forderungen und die einstige Allianz der USA mit Pakistan kann bestenfalls noch als Schicksalsgemeinschaft bezeichnet werden. Die sich überschlagenden Ereignisse gehen mit verschiedenen Bewertungen der Implikationen und Konsequenzen für Teheran einher. Vor dem Hintergrund verschiedener Bewertungen wird in diesem Artikel versucht, die Selbsteinschätzung der Islamischen Republik in der derzeitigen Lage zu erfassen und diese Einschätzung an den aktuellen Entwicklungen zu messen.

„Islamisches Erwachen“

Anfang Februar bewertete der iranische Revolutionsführer Ayatollah Khamenei die Aufstände in der arabischen Welt schon sehr früh als „Islamisches Erwachen“. Es sei ein Erwachen, das „von dem Sieg der großen Revolution der iranischen Nation in Gang gesetzt wurde“. Als wolle die Geschichte Khamenei bestätigen, fiel der ägyptische Diktator Mubarak dann auch ausgerechnet am 11. Februar, dem 32. Jahrestag der Islamischen Revolution in Iran. Irananders bewertete die Lage frühzeitig als sehr positiv für Iran. Das war aber nicht überall der Fall. Die Worte Khameneis wurden mitunter als Aneignungsversuche bezeichnet. „Für die Protestbewegung, die ganz andere Ziele auf ihre Fahnen geschrieben hat, ist dies eine dreiste Vereinnahmung “ meinte gar das linke Nachrichtenportal Telepolis. Die Protestbewegung sei eher „mehrheitlich säkular motiviert“. Die Betonung des islamischen Charakters der Aufstände zuungunsten der säkularen und anderer Motive wurde gar als „Selbstschutz“ Khameneis bezeichnet.

Iran, die Türkei und Syrien

Als dann auch in Syrien die Aufstände ausbrachen, wurde es heikel für Teheran. Nach den eindrucksvollen Stürzen Ben Alis und Mubaraks und Berichten von Deserteuren in der syrischen Armee hielten es viele Stimmen in der arabischen Welt nur noch für eine Frage von Tagen, höchstens Wochen, bis Irans „einziger Verbündeter“ falle. Auch westliche Medien meinten, dass auch in Syrien nun nichts mehr sicher sei. Es wurde getitelt, dass die Demonstrationen nun auch Damaskus erreichen würden. In der Regel begnügten sich westliche Medien damit, über die Aggressivität der syrischen Sicherheitskräfte gegen Aktivisten zu berichten, wie eine Google-Suche in der Zeit der ersten Wochen und Monate nach dem Ausbruch der Aufstände zeigt.

Irananders verwies früh auf die Dezentralität der Aufstände, die nie wirklich die Hauptstadt Damaskus oder die Millionenmetropole Aleppo erreicht haben und (im Gegenteil zu den anderen Ländern mit Unruhen) eher auf das Hinterland und vereinzelten Großstädten beschränkt blieben. Auch auf die hierzulande kaum beachtete überdurchschnittlich hohe Zahl an Toten bei den syrischen Sicherheitskräften und bei den Minderheiten, die durch bewaffnete Angriffe der nicht immer friedlichen Aufständischen umkamen, ist aufmerksam gemacht worden. Die Gefahr einer (vor allem durch den arabischen Fernsehsender Al-Arabiya befeuerten) Konfessionalisierung des Konflikts wurde ebenso von Irananders aufgegriffen. Wir schrieben damals: „Beim Vergleich der Berichterstattungen im Westen und in Iran über die syrischen Demonstrationen entsteht auch deshalb mitunter der Eindruck, es handle sich um zwei verschiedene Ereignisse.“ (Der Publizist Jürgen Todenhöfer bereiste vor kurzem das Land und seine Berichterstattung stellt eine Ausnahme dar. Man beachte, dass er im Gegensatz zu seinen Kollegen, die Informationen nicht aus Youtube & Co. erhalten musste, sondern ausnahmsweise aus vor Ort in Syrien.)

Entsprechend fiel auch die Lagebewertung Irans aus. Die Situation in Syrien wurde und wird grundlegend anders eingeschätzt als in anderen Ländern der „Arabellion“ und die Islamische Republik werde Syrien als Partner nicht fallen lassen. Genau dieser Punkt hat nun bei verschiedenen Analysten und Journalisten zur Schlussfolgerung geführt, dass Iran der Verlierer des "arabischen Frühlings" sei. Als Antithese wird dementsprechend die Türkei karikiert, die sich diesen Einschätzungen zufolge recht früh eindeutig auf Seiten der Demonstranten positioniert habe und dadurch angeblich zu einem Gewinner der Aufstände wurde. Die Türkei sei ein großer Gewinner, gerade in Syrien, weil sie mit „ihrer nachvollziehbaren und prinzipienfesten Position nicht nur bei der syrischen Opposition, sondern auch international an Ansehen“ gewonnen habe und Iran bei einem Überleben des Assad-Regimes doch nur auf Seiten einer isolierten und geschwächten Autokratie stünde, sagt Walter Posch von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP).

Die Einschätzung der iranischen Führung ist eine deutlich andere. Mit der Treue zu Damaskus hat Iran demnach in zwei Bereichen gepunktet:

1. Zum einen hat sich die Einschätzung, dass es sich bei den Protesten in Syrien nicht um eine für einen Systemwechsel ausreichend breite Volksbewegung handelt, im Rückblick gesehen überwiegend bewahrheitet. Die Mehrheit der Syrer wünscht sich zwar Reformen und Änderungen, die radikalen Forderungen der bewaffneten Aufständischen finden jedoch keinen Unterstützung in der Bevölkerung. Darüber hinaus bezeugen gewaltige Demonstrationen für die aktuelle syrische Führung in den zwei wichtigen Landeszentren Damaskus und Aleppo den Rückhalt Assads bei seiner Machtbasis. Sollte die Einschätzung eines Überlebens Assads richtig sein (und die Hinweise darauf sind sehr deutlich), hat sich Iran von Anfang an auf die Gewinnerseite gestellt und behält einen verlässlichen Partner, der Teheran darüber hinaus noch einen Gefallen schuldig  und durch seine Isolation in seinem arabischen Umfeld noch enger an Iran gebunden ist.

2. Teheran hat seine Treue - im Gegensatz zur Türkei - unter Beweis gestellt. Die Botschaft an alle aktuellen und potentiellen Verbündeten in der Region, nämlich dass Teheran keinen Verbündeten fallen lassen wird, dürfte angekommen sein. Der iranische Außenminister Salehi hatte bereits bei seiner Antrittsrede deutlich gemacht, dass er die Golfstaaten (inklusive Saudi-Arabien) prinzipiell als potenzielle Verbündete und nicht als Konkurrenten sieht. Die Unzuverlässigkeit eines Bündnisses oder einer Partnerschaft mit dem Westen haben demgegenüber bereits die Beispiele Ben Ali, Mubarak und Gaddafi eindrucksvoll dargelegt.

Dazu kommt noch ein weiterer Punkt: Auch wenn das syrische Regime stürzen sollte, so stehen die Muslimbrüder, die nach einem Umsturz wohl die Regierung stellen dürften, der Islamischen Republik Iran ideologisch sowie politisch näher, als es Assad je sein könnte. Anfang des Jahres - also bereits vor den Unruhen in Syrien – sagte ein ranghoher iranischer Spitzendiplomat gegenüber Irananders (im Hinblick auf die syrische Muslimbruderschaft), dass es mittel- und langfristig im Interesse Irans wäre, wenn irgendwann das Ba’ath-Regime in Syrien stürzen sollte. Der Aufruf Teherans an Damaskus, Reformen einzuleiten, klingt vor diesem Hintergrund plausibel. Irans höchstes Bestreben ist tatsächlich die unbedingte Vermeidung eines Machtvakuums in Syrien bzw. das Verhindern einer Schwächung dieses wichtigen Mitgliedes der „Achse des Widerstandes“.

Die „Arabellionen“ und Teheran

Walter Posch schreibt zu den Entwicklungen in den anderen arabischen Ländern weiter: „Auch wenn Teheran den Arabischen Frühling als Fortsetzung der islamischen Revolution von 1979 interpretieren mag: Ein dreiviertel Jahr nach Beginn der Umbrüche in den arabischen Staaten zeichnet sich ab, dass diese die strategischen Gewichte zuungunsten Irans verschoben haben“, weil Iran in allen arabischen Ländern außer dem Irak „gravierende Rückschläge“ hat hinnehmen müssen. Es gehöre zwar zur Strategie Irans, dass die prowestlichen Regime der Region entweder durch Wahlen oder durch Volksaufstände fallen würden. Neue islamisch geprägte Regimes, die dem Volk - und nicht dem Westen und Israel - verpflichtet sind, würden der Ideologie zufolge dann die Macht ergreifen. Aber die sich zuungunsten Teherans verschiebenden strategischen Gleichgewichte drücken sich laut Posch besonders im Vergleich zu den „Konkurrenzmächten“ Türkei und Saudi-Arabien aus. Die Saudis würden besser dastehen, weil im Konflikt bei ihnen die Initiative liege. Bezüglich Ägypten, Libyen, Tunesien und Jemen könne die Islamische Republik „bestenfalls“ auf anti-amerikanische und pro-islamische Regierungen hoffen. Ägypten und die Türkei würden dem Iran bei seiner ideologischen anti-israelischen Frontstellung in Zukunft jedoch „die Show stehlen“ und als neue Konkurrenzmächte die Führung in der "Pro-Palästina-Achse" übernehmen.

Teherans Lagebewertung dürfte indessen anders ausfallen. Gerade die Betonung der Analysten, dass es sich bei der Außenpolitik Irans um eine ideologisierte, „weiche“ Strategie handele, müsste eigentlich auch im Westen zu einer anderen Schlussfolgerung führen. Die Weltanschauung der Islamischen Republik ist bereits seit der Revolution durch die Betonung einer islamischen Einheit geprägt. Das schlägt sich sogar in verschiedenen Artikeln und der Präambel der Verfassung Irans nieder. Nach dieser Auffassung ist es erst die vereinigte Anstrengung der muslimischen Völker, die zur Befreiung der islamischen Welt führen würde. Teheran dürfte es dementsprechend egal sein, dass im Westen der Einsatz Ankaras und Kairos für die palästinensische Sache als „Konkurrenz für Iran“ interpretiert wird.

Die unterstellte Handlungslogik, die in westlichen wissenschaftlichen Analysen auf das nahöstliche Schachbrett angewandt wird, ist die eines harten Neo-Realismus. Bis zu einem gewissen Grad hat das auch seine Legitimität, jedoch werden die rationalen Logiken im Neo-Realismus auch in Nahost mitunter von einer ideologisch-idealistischen Logik der Akteure überlagert. Auf den konkreten Fall angewandt heißt das, dass die Islamische Republik kaum eifersüchtig werden wird, wenn Ägypten plötzlich ein wichtiger „islamischer Akteur“ in der Palästinafrage werden würde. Gerade auch die anfangs erwähnte Interpretation des Arabischen Frühlings als „Islamisches Erwachen“ hat mehr Substanz, als dies viele Journalisten und Analysten, die diesen Begriff kommentierten, anfangs zugeben wollten. War im Frühjahr noch von säkularen Bewegungen die Rede, wundert man sich plötzlich über eine angekündigte Einführung der Scharia in Libyen, eine von Islamisten gewonnene freie und demokratische Wahl in Tunesien, einem islamistischen Ministerpräsidenten in Marokko und gute Argumente, die für ein ähnliches Schicksal in Ägypten durch einen Wahlsieg der  Muslimbruderschaft sprechen. Kamal Helbawy, einer der dienstältesten Köpfe der ägyptischen Muslimbrüderschaft, äußerte indessen seinen Wunsch, dass Ägypten „wie Iran mehr technologische und wissenschaftliche“ Fortschritte erziele und ebenso eine Regionalmacht werde; und er dankte Teheran für seine Unterstützung der ägyptischen Revolution. Die Türkei erntete dagegen von den dortigen Muslimbrüdern Kritik für den Vorschlag eines säkularisierten Ägyptens.

Fazit

So lange die eigenen Vorstellungen von rationalen Staatshandlungen auf die Akteure in Nahost angewandt werden, wird man nur verzerrte Lagebewertungen durchführen können. Auch Vorurteile sind für eine realitätsnahe Interpretation der Ereignisse ein Hindernis. Die reflexartige Ablehnung der Ereignisse als „Islamisches Erwachen“, weil dies aus dem Munde eines iranischen Ayatollahs kommt und weil es den eigenen Wunschvorstellungen widerspricht, die die Ereignisse lieber als liberale Demokratiebewegungen verstanden wissen wollen, sind für das Verständnis der arabischen Welt nicht hilfreich. Auch die Behauptung, dass die arabischen Revolutionen einen guten Teil ihres Erfolgs der iranischen Revolution von 1979 zu verdanken haben, sollte vor diesem Hintergrund kritisch hinterfragt und nicht nur lächelnd abgelehnt werden. Der politische Islam, der für uns heute eine Selbstverständlichkeit ist, ist in der überwiegend von nationalistischen und sozialistischen Idealen durchtränkten arabischen Welt der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts schließlich vor allem durch die Revolution in Iran wieder salonfähig geworden. Mehr noch: Nach iranischer Leseart ist die türkische AKP ein Kind der Islamischen Revolution und es ist vielmehr zu belächeln, dass sich der Westen angesichts der Verbreitung einer modifizierten iranischen Ideologie in der islamischen Welt auf der Erfolgsstraße sieht.


Le Mec08-12-11

Treffender Artikel! Diese naive Behauptung von Telepolis, dass es sich um säkulare Proteste handele habe ich auch damals gelesen und konnte den Kopf nur schütteln. Man lese sich nur die Reden und Werke der Präsidenten und anderer iranischer Politiker der 80er und 90er durch, es geht nie darum das System "Islamische Republik" anderen zu bringen, sondern immer darum dort ein "Islamisches Erwachen" zu initiieren. Genau das ist nun gelungen. Natürlich nicht nur durch die Iraner, sondern auch durch die Bevölkerung in den arabischen Ländern selbst, aber den Startschuss hat vor über 30 Jahren Ayatollah Khomeini gegeben.

Le Mec08-12-11

Der Bericht Jürgen Todenhöfers ist wirklich empfehlenswert für jeden, der sich von Syrien ein einigermaßen neutrales Bild machen möchte!

D.08-12-11

Meiner Meinung nach sind die arabischen Staaten jetzt exakt an dem Punkt, an dem der Iran vor dreißig Jahren stand. Ob es jetzt zur Entstehung von neuen Diktaturen oder Demokratien kommt, weiß keiner und meiner Meinung nach kann das auch keiner wirklich beurteilen. Dafür geht alles zu schnell. Tatsache ist aber, dass sich Israel gerade durch seine unmenschliche Art und Arroganz außenpolitisch isoliert. Man merkt ganz deutlich, wer Frieden weill - Palästina. Sie wollen als Land anerkannt werden, denn dann müssten die verbrecherischen Siedler nach UNO-Rdcht auf der Stelle das palästinensische Land verlassen. Außerdem wartet Türkei soweit ich weiß immer noch auf die Auslieferung der rund 120 Soldaten und Mossad-Agenten, die damals die türkische Hilfsflotte nach Gaza angegriffen und mehrere türkische Staatsbürger erschossen haben. Die Lage wendet sich immer mehr gegen Israel - und das haben sie sich selbst zuzuschreiben, ihrem verbrecherischen Siedlungsbau, ihrer menschenverachtenden Blockade des Gazastreifens und der aggressiven Haltung dem Iran gegenüber. Meiner Meinung nach bewirkt die arabische Revolution eher ein Zusammenrücken der arabischen Staaten mit dem Iran, zumal diesem mit Pakistan ein potentieller neuer Verbündeter bereitsteht. Ich hoffe aber trotzdem, dass im Iran endlich Reformen eingeführt werden, bspw. mehr Frauenrechte, weniger drakonische Strafen, und am besten auch die Abschaffung der Todesstrafe. Aber es hat sich in diesen Bereichen auch schon viel getan, weswegen ich Hoffnung auf mehr habe.

Navid08-12-11

Sehr schönes Photo.

Irandoost09-12-11

Träumt mal weiter, die iri hat sein scheitern selbst vorangetrieben.Ein System ohne Rückhalt des Volkes kann nicht funktionieren und ihr wisst das auch.Auch diese haltlosen Beiträge ändern nichts an dieser Tatsache.Eure lächerlichen Versuche die Verbrechen der Mullahs zurechtfertigen zeigt wer ihr eigentlich seid, nämlich die Handlanger dieser islamischen Faschisten.Sorry das ist aber die Wahrheit

D.09-12-11

@ Irandoost ... ich will nicht versuchen, die mullahs gut zu reden. Vermtulich habe ich mich nicht ganz klar ausgedrückt. Ich bin absolut gegen eine Fusion von Staat und Religion und gegen jede Gerichtsbarkeit auf Religionsbasis. Aber man muss auch sehen, dass sich im Iran die Lage heutzutage schon positiver darstellt. Immer mehr Frauen besetzen Spitzenpositionen, auf den Unis sind sie überproportional vertreten und man überlegt schon, in manchen Studiengängen Männerquoten einzuführen. Allerdings würde ich nciht unbedingt sagen, dass das Volk absolut gegen die Regierung ist. Auch mir wäre es lieber, es gäbe eine gerechte, liberale und reliigionsneutrale Regierung im Iran... Tatsache ist aber, das umso mehr Druck und Bedrohung von außen kommen, umso größer der Zusammenhalt der Iraner. Man könnte das mit dem Burgfrieden im deutschen Reich im 1. Weltkrieg vergleichen. Aber irgendwann wird es meiner Meinung nach im Iran zu einer erneuten Revolution kommen, und diese wird dann auch gerechtfertigt sein.

Irandoost10-12-11

@D, da ich in Deutschland lebe und die Umstände im Iran mich nicht direkt tangieren hoffe ich nur das beste für meine Landsleute. Sie sollen ihren Schicksal selbst in die Hand nehmen und für eine bessere Zukunft kämpfen.Ich wünsche ihnen ein friedliches und erfülltes leben wie in Mittel Europa und das geht ist mit der iri nicht vereinbar.Hoffentlich behalten Sie recht und die Iraner bekommen ihre Revolution .

Reza10-12-11

die Menschen in arabischen Ländern sehen einen Iran, der den tollwütigen Imperialismus herausfordert, wissen aber nicht, was die Menschen im Iran tagtäglich durchmachen, mit welcher Mühe sie sich überm Wasser halten.
Aber die Unzufriedenen im Iran wissen alle, was das iranische System seit der Revolution nicht geschafft hat.
Und was es vollbracht hat, lässt sich sehen.
Nämlich: Kritik in Keim zu ersticken, Kritiker als Feinde und handlanger des Imperialismus darzustellen. Die Religion zu missbrauchen, Die Ideologie über Menschen zustellen, als ob ohne Menschen je irgendeine Ideologie überleben kann, die Moral zu zerstören, die Scheinheiligkeit und gleichzeitig die Korruption zu fördern, die Schuld für eigene Unfähigkeit bei anderen zu suchen. den Menschen die Freude zu nehmen, Zeigefinger zu erheben, Verbote auszusprechen für viele Kleinigkeiten, die keinem Menschen in der Welt, ob Moslem oder Christ oder wie auch immer, als ein Problem erscheinen würde. rund um die Uhr Leere Parolen von sich zu geben. ich gehe nun einen Schritt weiter und ich sage nun, ohne Feinschaft der tollwütigen Usrael und des Westens würde das System auf dem Schlauch stehen.

D.10-12-11

@ Irandoost & Reza ... sie haben beide vollkommen Recht. Bei der zurzeitigen Regierung handelt es sich um ein Unrechtsregime, und ich hoffe wirklich, dass sich irgendwann etwas ändert. Auch ich habe Verbindungen in den Iran und wünsche den Leuten dort nur das Beste und vor allem Freiheit. Aber ich hege die Befürchtung, dass solange ein derartiger Druck auf das Land ausgeübt wird, keine Chance für den Umbruch existiert. Alleine schon, weil dann die Regierung ganz hervorragend von innenpolitischen Problemen und Verbrechen ablenken kann. Der zweite wichtige Faktor wäre eine geschlossenere und entschlossenere Opposition. Aber wie schon gesagt, irgendwann und vielleicht schon bei den nächsten Wahl(fälschungen) wird es zu einer Revolution kommen. Das ist meine feste Überzeugung, denn hat sich eine Idee erst einmal verbreitet, kann keine Armee der Welt sie mehr vernichten.

Reza11-12-11

@D,
mir geht es nicht um Revolution. Ich bin der Überzeugung, dass unsere Probleme im Iran weder durch eine Revolution noch durch Gewalt gelöst werden. Es geht eigentlich darum, dass ein System, -das von sich behauptet islamische zu sein-, den Menschen Respekt erweist, die Freiheit der Menschen akzeptiert. Mein Verständnis vom Islam zeigt mir liebe, Moral, Brüderlichkeit, Gleichheit, Solidarität und Wahrheit, auf. Ich bin mit dieser Tradition erzogen worden. Ich finde das, was im Iran sehen und erleben, und was uns das islamische System auftischt, hat mit diesen islamischen Begrifflichkeiten nicht im Geringsten zu tun.
Ich habe schon auch in meinen vorangegangenen Beiträgen erwähnt, die Lösung liegt nah sichtbar vor unseren Augen. Das islamische System hat selbst in der Hand.

Le Mec11-12-11

Abgesehen davon, dass die letzten Beiträge weitaus mehr Emotionen als konkrete Argumente beinhalten: der Artikel handelt von außenpolitischen Entwicklungen aus iranischer Sicht und nicht um Regimestabilität Irans oder ähnlichem. Die etwa 33 Jahre alten Argumente, dass die Islamische Republik in den nächsten Monaten oder Jahren zusammenbreche passen gut in dieses Thema (wenngleich sie auch dort keinen Sinn ergeben): http://irananders.de/home/news/article/iran-steht-nicht-vor-dem-kollaps.html

D.12-12-11

@ Le Mec: Sie haben natürlich Recht... aber das Thema hat sich scheinbar so ergeben!
@ Reza: In ihrer Aussage über den Islam stimme ich ihnen vollkommen zu. Aber ich bezweifle, dass die iranische Regierung ihre Haltung ändern wird! Und sie haben Recht, das iranische System hat nichts mit dem wahren Islam zu tun...

soldat khameneis12-12-11

die islamische republik befindet sich schon bereits in der 2 phase seiner revolution, der sogenannten kulturrrevolution. was im iran geschieht ist die befestigung der revolution, dazu gehoeren auch auseinandersetzungen mit den kritikern und feindlichen elementen der republik. die araber ueben gerade den volksaufstand aber koennen keineswegs mit der revolution von iran mithalten. es fehlt ihnen von anfang an an charismatischen fuehrern. waere seyyed Qutub am leben gewesen oder Hassan al Banna, die araber haetten so etwas wie charismatische fuehrer besaessen, stattdessen, feiern die aegypter lieber mohammad el baradei als eventuellen neuen praesidenten. nein, die revolution im iran und seine einzigartigkeit verdanken wir dem shiismus und der aussergrewoehnlichen ausstrahlung unseres verehrten imam khomeinis(ra). weshalb legt sich der iran heute so offen und ueberzeugt mit der USA und seinen versallen an ohne in furcht zu geraten? ganz einfach: die islamische republik iran ist an einem punkt angekommen, wo sie sich das leisten kann! stabilitaet und innere staerke sind der schutzfaktor der islamischen republik. wir werden keine unruhen mehr im land haben. revolution mag ich diese unkrautprovokation nicht rufen, sie verdient diesen titel nicht. revolutionen werden im allgemeinen fuer die interessen eines volkes begangen und nicht fuer fremde herrische maechte. iran ist so stabil, das wir einfach heute eine botschaft stuermen koennen ohne das gleich die kavallerie der briten einmarschiert. in der tradition der islamischen revolution, dulden wir nur solange repraesentanten in unserem land, solange sie nicht in feindschaft zu iran handeln. der verehrte rahbar, hat wie immer in seiner weitsichtigkeit genau erkannt, das die revolutionen in der arabischen welt, durchaus eine islamische note besitzt und sie ihre lektionen aus der islamischen revolution von iran entlehnt haben. kein araber gibt es gerne zu, das die iraner ihnen die lektionen gelehrt haben, dennoch, sind die zeichen und merkmale unuebersehbar, verbunden mit der revolution irans. was die tuerkei betrifft, ist eine marionette der nato und der US interessen. wer erdogan als muslim betrachtet, sollte wissen, das sein land, die interessen israHells wie USA bedingungslos foerdert und unterstuetzt. die tuerkei wird noch zur schluesselfigur im ringen um die vormachtstellung in nah ost. die islamische revolution wird das privileg, anfuehrer im kampf gegen israHell zu sein, nie abtreten(koennen) schliesslich sind wir die erwecker des antizionismus in der islamischen welt. waehrend araber sich noch mit kommunismus und panarabismus freikaempfen wollten, hat der iran, den islam als waffe gegen unterdrueckung und despotie eingesetzt. wir sind ihnen in allen belaengen weit ueberlegen und verdanken diese ueberlegenheit nicht dem persertum, sondern der rueckbesinnung zum islam.
einige user jammern wie waschweiber ueber die "zustaende" in der islamischen republik und uebersehen, ja ignorieren aber die fortschritte in ihr. waehrend der shah die frauen irans dem konsummarkt zufuehren wollte, hat iran frauen eine echte bildungschance angeboten. nur einige westzicken erzuernen sich ueber ihre "unfreiheit" im iran und entlarven sich unweigerlich als konsumverblendete barbiepueppchen ohne echte politische standpunkte. werden wach, der iran wird allem standhalten, da unsere revolution goettlich inspiriert ist. sie wird auch standhalten, da wir viele sind. unsere basiji, sepah und ansare hezbollah, sie alle werden am erhalt der republik mitwirken. die feinde der islamischen revolution muessen sich warm anziehen, denn schon bald, werden wir ihnen zeigen was echter volkswille bedeutet!
zendebad jomhuri eslami iran!
zendebad rahbar!

anonym13-12-11

ES GEHT NIGHT UM ISLAM, SONDERN UM IRAN. RELIGION SOLLTE PRIVATRECHT SEIN. DURCH DIE VERBRECHEN DES REGIMES HAT DER ISLAM SCHADEN GENOMMEN, DIE MEISTEN JUNGEN IRANER LEHNEN DEN ISLAM AB ODER VERABSCHEUEN IHN.

D.13-12-11

Eine Botschaft zu stürmen hat nichts mit Stärke zu tun! Botschaften sind völkerrechtlich geschützt und sollten mit respekt behandelt werden... und was für ein Zeichen soll damit gesetzt werden? Dass Gewalt das einizige Mittel ist, um seine Forderungen deutlich zu machen? Gewalt ist allzu oft das Mittel des unzivilisierten Menschen! Botschaften sind unantastbar, und selbst wenn es die der Briten ist! Und außerdem: Niemand kann bestreiten, dass im Iran trotz Fortschritte einiges im Argen liegt... und zwar vor allem im Bereich Frauenrechte. Frauenbildung ist ein anderes Thema, hier zeigt sich der Iran wirklich vorbildlich! Aber wie schon gesagt: Staat und Religion gehören getrennt!

(von Moderation chiffriert)17-09-12

zu soldat khameneis.

MODERATION: Bitte bleiben Sie sachlich.






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