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10.11.2011 Flynt Leverett and Hillary Mann Leverett

Warum das Thema „Wahlfälschung“ noch immer Relevanz hat


Iran Wahlen

Bildtext: „Der high-tech computergesteuerte Prozess der Stimmenauszählung in Iran hat Ahmadinejad eine Stunde nach der Schließung der Wahllokale mit einem Abstand von 30% zum Gewinner erklärt. Richtig.“ Die obige Karikatur ist ein typisches Beispiel für die irreführende Berichterstattung über die iranischen Wahlen von 2009. In Wirklichkeit sind die Stimmzettel bei der Wahl weder zum Innenministerium nach Teheran transportiert, noch dort gezählt worden. Die Stimmen wurden in jedem Wahllokal von Wahlhelfern und Wahlbeobachtern der Kandidaten gezählt. Die Ergebnisse wurden anschließend physisch oder elektronisch an das Ministerium übermittelt, welches das landesweite Ergebnis dann zusammenfasste. Die elektronische Übertragung der Ergebnisse der Auszählung in den einzelnen Wahllokalen erlaubte es dem Ministerium, die Ergebnisse - nach deren Eingang und nach dem Schließen der Wahllokale - am 12. Juni 2009 zu veröffentlichen. Zu dieser frühen Ankündigung wurde das Ministerium durch Mir Hussein Moussavi gezwungen, der - als die Wahllokale noch geöffnet, die Iraner noch am wählen und keine Stimmen ausgezählt waren - öffentlich behauptete, dass das Innenministerium ihn über seinen Sieg informiert hätte.

Der "arabische Frühling" hat im Westen erneut zu Mutmaßungen  geführt, was wohl in der Islamischen Republik Iran geschehen wäre, wenn die Vereinigten Staaten Mir Hussein Moussavi und der "Grünen Bewegung" infolge der Präsidentschaftswahlen im Juni 2009 mehr Unterstützung geschenkt hätten. Zentraler Punkt solcher Mutmaßungen ist die Darstellung der iranischen Wahlen als eine der massivsten Fälschungen in der modernen politischen Geschichte. Verbreitet wurde diese Darstellung von programmatisch arbeitenden westlichen „Iran-Experten“, Exil-Iranern mit einer Abneigung gegen die Islamische Republik und von größeren Medien. Einige von uns haben sich die Mühe gemacht, ausführlich darauf hinzuweisen, dass sich diese Darstellung auf keinen einzigen handfesten Beweis stützen kann. Dennoch ist der Mythos von den „gestohlenen“ iranischen Wahlen bei einem maßgeblichen Teil der westlichen Führungseliten offenbar tief verwurzelt.

Seit kurzem behaupten die Verfechter dieses Mythos, dass die von ihnen bevorzugte Darstellung der Ereignisse durch eine Wikileaks-Depesche namens „Dubai 0249“ gestützt wird. Die Depesche des regionalen Iran-Präsenzbüros des US-Außenministeriums  in Dubai (IRPO) ist auf den 15. Juni 2009, also drei Tage nach den Wahlen, datiert und als SECRET NOFORN gekennzeichnet (was bedeutet, dass ihre Informationen als so sensibel eingeschätzt wurden, dass sie nicht mit ausländischen Regierungen geteilt werden dürften). Im Schreiben, das im Namen des IRPO-Direktors geschrieben ist, vertreten die Iran-Beobachter in Dubai die Meinung, dass „die Anschuldigungen einer großen Fälschung [der iranischen Wahlen] berechtigt sind“. Das wurde daraufhin vom US-Magazin Foreign Policy als „endgültiger Beweis“ verkündet, dass „die Grüne Bewegung Recht hat: Die iranischen Wahlen waren gefälscht“. In ähnlicher Weise verkündeten andere Unterstützer der "Grünen Bewegung" im Westen die Depesche als eine Information, die „scharfsinnige und wertvolle Einblicke in die Einschätzungen der bestausgebildetsten Iran-Beobachter der USA“ liefere.

Das Wikileaks-Cable tut aber nichts dergleichen. Eher stellt man sich nach dem Lesen die Frage, ob die „bestausgebildetsten Iran-Beobachter der USA“ überhaupt über ein Minimum an Sachkenntnissen im Bereich "Grundlagen der Statistik" oder der politischen Geschichte Irans verfügen.

Die Depesche beginnt mit der dreisten Behauptung, dass „die vom [iranischen] Innenministerium veröffentlichten Ergebnisse aller vier Kandidaten den bekannten Wahlmustern der jüngsten iranischen Geschichte widersprechen“ würden. Ist das wirklich so? Was sind das für „Wahlmuster“, von denen gesprochen wird? Die Top-Iran-Beobachter des Außenministeriums identifizieren hier drei – die allerdings alle, so wie sie in der Depesche stehen, entweder inhaltlich falsch oder gröblichst inkorrekt ausgelegt sind.

Erstens: Die Depesche vergleicht die Wahlen 2009 in irreführender Art und Weise mit den Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen von 2005. Genauer gesagt verweist das Wikileaks-Cable auf die erste Runde der Wahlen 2005, in welcher der Ex-Präsident Ali Akbar Hashemi Rafsanjani und der damalige Teheraner Bürgermeister Mahmoud Ahmadinejad die anderen fünf Kandidaten hinter sich ließen. In der zweiten Runde, der Stichwahl, konnte sich Ahmadinejad dann haushoch durchsetzen. Die Autoren der Depesche stellen fest, dass „Ahmadinejad 2005 vor allem durch die hohe Wahlbeteiligung auf dem Land und einem einschneidenden Popularitätsverlust seines wichtigsten Gegenkandidaten [Rafsandjani] an die Macht kam“. Das ist eine an sich gute Beschreibung der zweiten Wahlrunde 2005. Aber die Autoren behaupten dann, dass lediglich die knapp 20 Prozent, die Ahmadinejad bereits in der ersten Wahlrunde ihre Stimme gaben, als der ihn unterstützende Wählersockel gelten könnte. Wenn man von dieser Prämisse ausgeht, würden die Wahlergebnisse von 2009 eine gute „Vervierfachung der Basis Ahmadinejads“ erfordern, um als plausibel zu gelten.

Diese Analyse ist strukturell so fehlerhaft, dass sie an offenkundige Inkompetenz grenzt. Vom den Ergebnissen der ersten Wahlrunde 2005 her wirken Ahmadinejads Zahlen von 2009 stark aufgeblasen. Wenn man sich auf so einen Vergleich stützt, verhält sich dies aber so  wie die Behauptung,  dass Barack Obama in den landesweiten Wahlen im Januar 2008  unmöglich hätte mit 54 Prozent gegen John McCain im Staat Iowa gewinnen können, weil er zehn Monate zuvor doch nur 38 Prozent in einer Wahl mit mehrerer Kandidaten holen konnte. Methodologisch einwandfreie Wahlumfragen westlicher und iranischer Umfrageinstitute haben von Anfang an sehr deutlich gezeigt, dass Irans Präsidentschaftswahl 2009 genau genommen ein Wettkampf zwischen nur zwei Männern war, nämlich zwischen den Amtsinhaber Ahmadinejad und den ehemaligen Premierminister Mir Hussein Moussavi. Der viel angemessenere und inhaltlich sinnvollere Vergleich der Ergebnisse von 2009 ist der mit der zweiten Wahlrunde von 2005. Hält man die Ergebnisse dieser beiden Abstimmungen nebeneinander, zeigt sich, dass Ahmadinejads Anteil in der Wahl 2009 (62,5 Prozent) geradezu identisch mit dem Anteil ist, den er bei seinem haushohen Wahlsieg über Rafsanjani 2005 (61,7 Prozent) erringen konnte.

Zweitens: Das IRPO behauptet, dass die Ergebnisse von 2009 bei verschiedenen ethnischen Gruppen in einer nicht plausiblen Weise vom vorherigen Wahlverhalten abwichen. So wird es vom IRPO als unglaubwürdig angesehen, dass der ethnische Lore (aus der Provinz Lorestan stammender Iraner, Anm. d. Ü.) und ehemalige Parlamentspräsident Mehdi Karroubi in Lorestan nur vier Prozent und im restlichen Iran nur ein Prozent der Stimmen bekommen hat, während er 2005 noch zehn Prozent in seiner Heimatprovinz bekommen hatte.

Wie bereits erwähnt, handelte es sich bei der Abstimmung 2009 - im Gegensatz zur ersten Runde 2005 - gewissermaßen aber um einen Wahlkampf zwischen zwei Kandidaten, was eine Polarisierung zur Folge hatte. Insbesondere im Hinblick auf Karroubi gaben die methodologisch einwandfreien Umfragen die Unterstützung für ihn - während der ganzen Wahlkampagne bis hin zum Wahlabend - im einstelligen Bereichen an. Genau wie sich 2009 landesweit viele Iraner letztlich entschlossen haben, keine verlorene Stimme an einen Kandidaten zu vergeben, von denen sie nicht erwarten konnten, dass er gewinnt, hat auch ein erheblicher Teil der Loren das gleiche Kalkül berücksichtigt. Eine äußerst sorgfältig erarbeitete Analyse der offiziellen Ergebnisse zeigt, dass Karroubi in Lorestan tatsächlich über einen ethnisch bedingten Anstieg in seiner Statistik verfügte. Dort schnitt er fünfmal besser ab als im Rest des Landes; in seinem Heimatdistrikt Aligodraz sogar 25Mal besser. Der ethnisch bedingte Anstieg war dennoch nicht groß genug, um die schwächelnde Unterstützung aufgrund seiner schlechten Wahlaussichten auszugleichen.

Es gibt darüber hinaus auch keine historische Grundlage für die Annahme, dass sich die Wähler Lorestans, die sich von Karroubi abwandten, automatisch zu Moussavi wenden würden. Lorestan ist eine von den sehr traditionsbehafteten und sozial konservativen Provinzen Irans. Die Mehrheit der Wähler unterstützte dort den konservativen Ali Akbar Nateq-Nouri bei der Präsidentschaftswahl 1997, was eine starke Abweichung vom landesweiten Trend der Unterstützung für den Reformer Mohammad Khatami bedeutete.

Ganz ähnlich vermerkten  die „Iran-Beobachter“ kritisch , dass unter den drei Provinzen Irans, in denen Azeris die Mehrheit stellen, der ethnische Azeri Moussavi „zwei Provinzen an Ahmadinejad verlor und nur knapp eine dritte gewann. Historisch betrachtet haben selbst Außenseiter unter den Präsidentschaftskandidaten mit Azeri-Hintergrund in diesen Provinzen gewonnen. Es sollte erwähnt werden, dass Moussavi in seiner Heimatprovinz Ost-Aserbaidschan, trotz der hohen Zustimmung zu seiner Kandidatur unter den Azeris, verloren hat.“

Das Ausmaß an inhaltlicher Ungenauigkeit und inkompetenter Analyse, das sich in dieser zitierten Passage niederschlägt, ist erstaunlich. Die Geschichte zeigt nämlich eben nicht deutlich, dass die Azeris bei den Präsidentschaftswahlen ihre Stimmen entlang ethnischer Linien abgeben würden. Es gab relativ wenige Kandidaten aserbaidschanischen Ursprungs und selbst dann haben sie nicht immer gut bei ihrer ethnischen Gruppe abgeschnitten (z. B. bekam Mohsen Mehralizadeh 2005 nur 29 % der Azeri-Stimmen ). Das Staatsoberhaupt der Islamischen Republik, Ayatollah Seyed Ali Khamenei, ist Halb-Azeri und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Azeris darauf aus waren, ihre Stimmen gegen „das System“ zu wenden. (Als Gegenbeispiel: Das war fast sicher der Fall in Sistan-Baluchistan, Irans einziger überwiegend sunnitischer Provinz, in der Moussavi die Mehrheit für sich holte). Genau wie Karroubi in Lorestan hat Moussavi darüber hinaus in den mehrheitlich von Azeris bewohnten Gebieten besser abgeschnitten als im Rest des Landes. Allerdings war das nicht genug, um die schlechten Ergebnisse in anderen Gebieten auszugleichen.

Man fragt sich, worauf die Annahme beruht, dass Moussavi unter den Azeris eine „hohe Zustimmung zu seiner Kandidatur “ genoss. Wir können sicher sein, dass sie bestimmt  nicht auf Erfahrungen beruhte, die die Autoren von „Dubai 0249“ während eines Aufenthalts in einer überwiegend von Azeris bewohnten Provinz sammelten, indem sie der  lokalen Bevölkerung den "politischen Puls" fühlen  konnten. Wir können auch mit Sicherheit sagen, dass sie nicht auf methodologisch einwandfreien Umfragen beruhen, da diese im Grunde genau das sagten, was die offiziellen Ergebnisse verkündeten: Moussavi schnitt bei den ethnischen Azeris etwas besser ab, aber nicht gut genug, um ihm die absolute Mehrheit unter den Azeri-Wählern zu garantieren.

Gegenüber der dreisten und unbegründeten Behauptung der Iran-Beobachter ist es wichtig zu betonen, dass Ahmadinejad über viele Unterstützer in den mehrheitlich von Azerisbevölkerten Gebieten verfügte. Vor seinem Auftreten in der landesweiten Politik war Ahmadinejad Gouverneur eines Distrikts in Ost-Aserbaidschan und ein populistischer Generalgouverneur in Ardabil. In der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen 2005 gewann Ahmadinejad mit großem Abstand gegenüber Rafsanjani in allen drei mehrheitlich von Azeris bewohnten Provinzen. 2009 war sein Sieg in Ardabil und Ost-Aserbaidschan nicht so eindeutig wie 2005 und er verlor knapp in West-Aserbaidschan (dort lag sein Stimmenanteil bei etwa 47 Prozent). Die Behauptung, dass Moussavi ein Sieg in allen drei Azeri-Provinzen garantiert war, ist nie mehr als nur eine Vermutung gewesen; sie basierte aber sicher nie auf historischen oder aktuellen Realitäten.

Drittens: Die Autoren der Depesche behaupten, dass Ahmadinejad angesichts der hohen Wahlbeiteiligung für seinen Wahlsieg „einen bedeutenden Anteil der Stimmen in den Städten und dazu die 'stille Mehrheit' – also die Wähler, die bei den vorherigen Wahlen zuhause geblieben sind -“ benötigt  hätte. Wir können nicht sicher sein, was die Autoren genau mit „einen bedeutenden Anteil der Stimmen in den Städten“ meinen. Die offiziellen Ergebnisse zeigen, dass Moussavi tatsächlich die Mehrheit der Stimmen in der mit Abstand größten iranischen Stadt, nämlich Teheran,  für sich gewonnen hat (die Wahlen in der Provinz Teheran hat er allerdings knapp verloren, zur Provinz zählen auch weniger wohlhabende und konservativere Gebiete außerhalb der Stadtgrenzen Teherans). Aber Ahmadinejad benötigte die städtischen Stimmen überhaupt nicht, um wiedergewählt zu werden. Er musste einfach die gleiche Koalition aus strenggläubigen, weniger wohlhabenden sowie denjenigen Wählern für sich gewinnen, die ihm in den kleineren Städten und in den ländlichen Gebieten bereits 2005 gegen Rafsanjani zum eindeutigen Sieg verholfen hatten. Die offiziellen Ergebnisse zeigen, dass er das 2009 geschafft hat - und zwar gegen einen Gegenkandidaten, der als ein Vertreter einer wohlhabenden und korrupten Nord-Teheraner Elite karikiert (und zum Teil auch so gesehen) wurde, die von einem großen Teil der restlichen Gesellschaft mit Argwohn betrachtet wird.

Es waren nicht nur reformistische Stadtbewohner, die 2009 in rekordverdächtigen Massen zu den Wahlurnen strömten, die Wahlbeteiligung lag im ganzen Land höher als üblich. Und es wäre trügerisch anzunehmen, dass diejenigen, die das erste Mal bzw. zurück zu den Wahlurnen kamen, alle für Moussavi gestimmt hätten. Verbringt man erst einmal einige Zeit in Iran, wird man auf nicht wenige Menschen treffen, die 1997 und/oder 2001 für Khatami stimmten, 2009 aber für Ahmadinejad – selbst in Teheran trifft man sie. Das zuverlässigste Datenmaterial zu den Umfragen liefert sogar Hinweise, dass Ahmadinejad selbst unter den Frauen eine Mehrheit erreichen konnte.

Die Autoren von „Dubai 0249“ verweisen auf die „Kommunalwahlen 2007“, in denen eine von Ahmadinejad gestützte Wählerliste bei der Wahl zum Teheraner Stadtrat scheiterte. Das bezeichnen sie als „einen Schnappschuss von Ahmadinejads Rückhalt in den Städten“. Auch das ist ein stark irreführendes Stück Pseudo-Analyse.

Die Kommunalwahlen (die in Wirklichkeit 2006 stattfanden) deuten auf so gut wie nichts hin, das mit Ahmadinejads Ansehen als landesweiter Kandidat 2009 zu tun hat. Es geht hier um die Spannungen zwischen hochrangigen Akteuren auf Seiten der konservativen iranischen Politiker während Ahmadinejads erster Präsidentschaft, insbesondere zwischen Ahmadinejads Nachfolger im Amt des Bürgermeisters von Teheran, Mohammad Baqer Qalibaf, und dem heutigen Parlamentssprecher, Ali Larijani. Die Wahlliste Ahmadinejads verlor die Wahl 2006 nicht gegen die Reformer. Sie verloren die Wahl an eine konkurrierende Wahlliste von Konservativen mit Verbindungen zu Qalibaf. 2009 wagten es jedoch weder Larijani noch Qalibaf Ahmadinejads Wiederwahl herauszufordern. Der Amtsinhaber ging dementsprechend mit einer quasi geschlossenen Unterstützung der Konservativen in den Wahlkampf.

Im Großen und Ganzen offenbart die Depesche „Dubai 0249“ das gleiche Set an fehlerhaften Annahmen, inhaltlichen Schwächen und programmatischen Analysen, von denen auch andere westliche Einschätzungen der Wahlen 2009 geprägt waren. Genau wie diese anderen Quellen der Missverständnisse bietet „Dubai 0249“ keine wirklichen Beweise für eine Wahlfälschung.

An dieser Stelle sollte noch auf folgendes, empirisch belegtes und unanfechtbares Detail hingewiesen werden: Nach der Wahl (und sogar schon davor) begann Moussavi damit, eine Reihe von Behauptungen über den Wahlprozess aufzustellen, die seiner Auffassung nach zu  schließlich zu einem gefälschten Ergebnis geführt hatte.

Moussavi hat aber nie auch nur eine seiner Anschuldigungen belegt. Er hat keinen einzigen seiner eingetragenen Wahlbeobachter aufgezeigt, von denen nach seinen Angaben viele von den Wahllokalen abgewiesen worden seien. Ebenso behauptete er, dass viele seiner Wahlbeobachter die Wahlurnen nicht dahingehend überprüfen konnten, ob sie vor Wahlbeginn leer gewesen seien (das ist ihm zufolge an den „meisten“ Wahlstationen passiert). Im Gegensatz zu den weit verbreiteten westlichen falschen Vorstellungen wurden die Wahlurnen nicht in Teheran, sondern direkt in den Wahllokalen ausgezählt. 2009 veröffentlichte das Innenministerium darüber hinaus erstmalig die Ergebnisse aller 45.696 Wahllokale online. Moussavi hat zu keinem Zeitpunkt auch nur ein Wahllokal benannt, in dem die vom Innenministerium veröffentlichten gezählten Stimmen von denen abwichen, die seine Wahlbeobachter auf die amtlichen Formblätter eintrugen (alle Wahlbeobachter behielten Kopien dieser Blätter).

Moussavis Vorwürfe beinhalten mindestens zwei verschiedene Theorien über den Hergang der Wahlfälschung. Demnach ist entweder eine hohe Zahl an gefälschten Wahlzetteln in die Wahlurnen gelegt worden - und zwar noch bevor die Urnen aufgestellt wurden bzw. während sie nicht ausreichend beobachtet wurden - oder die echten Stimmen wurden niemals gezählt und es wurden vorgefertigte Ergebnisse vom Innenministerium in Teheran ausgearbeitet, die die richtigen Ergebnisse ersetzt hätten. Wäre es Moussavis Absicht gewesen, seine Vorwürfe mit wirklichen Beweisen zu untermauern, dann hätte er sich – was auch immer die Beweise gewesen wären – dazu entschließen müssen, eine seiner Theorien hervorzuheben.

Aber Moussavi hatte zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Beweise, um eine seiner Theorien zu bekräftigen. Seine Strategie war es die ganze Zeit über, so wird vermutet, mehrere Vorwürfe in den Raum zu werfen, die Wahlen in der öffentlichen Wahrnehmung zu diskreditieren und damit ausreichend öffentlichen Druck auf Khamenei und dem Wächterrat auszuüben, so dass sie dazu bewegt würden, die Wahlergebnisse zu annullieren und Neuwahlen durchführen zu lassen. Auf diese Art und Weise sollte Ahmadinejad diskreditiert werden. Das ist der Grund, weshalb Moussavi damit anfing, Fälschungsvorwürfe zu verbreiten, noch bevor die Wahlstationen überhaupt geöffnet waren. Und im Widerspruch zu „Dubai 0249“ war es Moussavi und nicht Ahmadinejad, der als erster seinen Sieg am Wahltag verkündet hatte, noch bevor die Wahllokale geschlossen waren, als die Iraner noch am Wählen waren und als noch überhaupt keine einzige Wahlurne  ausgezählt war. Wenn jemand darauf aus war, die Wahlen zu stehlen, dann war es Moussavi und nicht Ahmadinejad.

Moussavi scheiterte an diesem Abenteuer. Aber es scheint ein bleibender Eindruck in den Köpfen derjenigen Menschen im Westen geblieben zu sein, die fortwährend auf der Suche nach einer Boris Jelzin-ähnlichen Figur sind, welche die Islamische Republik in eine pro-westliche, Israel-freundliche säkulare Demokratie verwandeln könnte. Das ununterbrochene Beharren auf dem Mythos der gestohlenen Wahlen 2009 ist noch immer relevant, weil es die USA weiterhin daran hindert, mit der Islamischen Republik - so wie sie ist - fertig zu werden (und nicht so, wie sie gemäß den Fantasien mancher Menschen im Westen sein könnte).


® The Race for Iran von 06. September 2011; übersetzt von Leo Schmitt.


Homayoun H.10-11-11

Jeder der das Fernsehduell zwischen Ahmadinejad und Karoubi gesehen hat, weiss warum er 4% in Lorestan bekommen hat. Meiner Meinung nach hätte er höchstens 0.01% in Lorestan und 0.001% sonstwo bekommen dürfen nach dem was ich in diesem Duell gesehen habe.

Ich denke die Analysten des Westens wissen genau dass Ahmadinejad gewonnen hat, nur ist das eben ein gutes Instrument für ihre derzeitige Politik gegen Iran.
Ähnlich wie es mit der MEK ist. Der Westen weiss wohl wie es mit der Popularität dieses Terrorvereins im Iran steht, trotzdem werden sie hier und da unterstützt.

KH10-11-11

ich glaube, die Menschen und den Westen hat nicht die Wahl an sich beeindruckt. Schliesslich hat ein Saddam 99% bekommen und ein Lukaschenko bekommt auch heute noch Stimmen jenseits der 90er. Ein Assad, Mubarak,Ghadafi und Ben Ali haben die Wahlen auch haushoch gewonnen.
Was in den Köpfen hängengeblieben ist, sind die Reaktionen nach der Wahl. Die Bilder von Neda, Sohrab etc sind genauso in die Geschichte eingegangen.
In Genua gibt es den Platz der "iranischen Frau". In Florenz gibt es den Platz der grünen Bewegung.(nur 2 Städte die ich persönlich kenne). Im Internet gibt es Millionen von Bildern und Artikeln.
Kurzum: Iran ist der Satan der heutigen Zeit(im Kopf der meisten Menschen im Westen), und diesen Ruf wird man nicht ablegen können.

Wenn man noch einen Ober-Geistlichen hat, der sich für den Sohn Gottes hält und jedem und allem den Tod wünscht ausser sich selbst, dann hat man eben das was man nunmal jetzt hat. Einen isonlierten Staat, der für den innbegriff des Bösen steht.

Nichts desso trotz ist Moussavi der iranische Mandela und ich setzt meine Hoffnung in ihn, dass solange es nicht zuspät ist was passiert, damit unser geliebtes Iran wegen ein paar Mullah(nten) nicht ins 19 Jahrhundert zerbombt wird.

Humanist10-11-11

Jedes mal wenn solch eine Pseudo-Analyse erscheint, stellt dies nicht nur eine Beleidigung für das unterdrückte iranische Volk dar, sondern bestärkt mich im Glauben eines massiven Wahlbetrugs.

Der "Bericht" folgt auf ganzer Linie der Mullahschen Staatspropaganda.
Es wird nicht ein Aspekt der Wahlfälschung widerlegt.

Es ist völlig abwegig, dass einige Jahre zuvor der Reformer Khatami mit überwältigender Mehrheit gewinnt, und anschließend dieselben Wähler Antarinejad wählen. Zumal die Zweifel an der Korrektheit der "Wahlen" in erster Linie aus Iran selbst stammen und nicht aus dem Ausland, wie hier suggeriert.

Abgesehen von der Wahlfälschung selbst, ist die gesamte Wahlprozedur eine Farce.
Insgesamt ließen sich 475 Personen als Bewerber auf das Präsidentenamt registrieren, darunter 42 Frauen. Der Wächterrat, ein geistliches Kontrollgremium, welches vom Staatsoberhaupt und Revolutionsführer Seyyed Ali Chamene'i gesteuert wird, überprüfte, wie bei Wahlen im Iran vorgeschrieben, nach Artikel 115 der Iranischen Verfassung alle Kandidaten unter anderem auf ihre Zuverlässigkeit, Eignung und Unbescholtenheit sowie auf ihre Konformität mit den Zielen der islamischen Republik Iran. Kein zugelassener Kandidat durfte einer Trennung von Staat und Religion zustimmen. Am 20. Mai 2009 ließ der Wächterrat vier Kandidaten offiziell zur Wahl zu. (Auszug Wiki).

Also wurden alle Frauen und Säkularen Kräfte ausgeschlossen, so dass 4 Systemdiener zur "Wahl" standen. Die Iraner sagen über Wahlen oft: (Mellato be Marg andakhtan ke ba Taab razi beshan) Im Gr (wie repräsentativ) unde konnten sich die Menschen zwischen Pest und Cholera entscheiden. Und selbst als die Menschen die Pest (Moussavi) wählten wurde Ihnen die Cholera serviert.

Ich denke, dass zukünftig die Wahlbeteiligung im Zuge der massiven Verbrechen des Regimes auf unter 50% sinken wird, was aber die Mullahs nicht davon abhält eine Wahlbeteiligung von ca. 80-90% zu verkünden. (Ähnlich wie bei Mubarak)
Nach dem Ausschluss der Reformer von den "Parlamentswahlen" in 2012 bleibt den Menschen noch nicht mal mehr die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Auch die Ankündigung von AcHund Khamenei, zukünftig lieber einen vom "Parlament gewählten" Ministerpräsidenten ihm Dienen zulassen deutet auf noch weniger Teilhabe der Bevölkerung.

Wenn das Regime der Unterstützung des Volkes sicher wäre, warum würde es tausende politische Gefangene haben?

Warum lässt das Regime keine Versammelungen zu, wenn diese von der Verfassung doch garantiert sind?

Warum gleichen die Universitäten Militär-Stützpunkten?

Warum gibt es im Iran keine Pressefreiheit?

Warum ist Sat-TV verboten?

Warum darf der UN-Menschenrechtsbeauftragte nicht das Land besuchen?

Warum sitzen hunderte von Journalisten in den Mullah-Kerker?

Warum sind die ehemaligen Diener des Systems Karroubi und Moussavi in Haft?

Ich denke nach dem sich die Iraner aus den Klauen dieser Barbaren befreit haben werden die Verbrechen dieser Antiiranischen Barbaren deutlich zu Tage gefördert (wenn Antarinejad nicht schon vorher dafür sorgt;-)) und dann bin ich gespannt auf die Reaktionen unserer Mullah-Freunde.

Euer Humanist

Homayoun H.10-11-11

Wenn man selbst Moussavi als "Pest" ansieht, dann sollte man lieber nicht stellvertretend für die Iraner sprechen. Iraner wollen keinen Shah, keinen Kommunisten, keinen Islamhasser, keinen Pseudodemokraten mit laizistischen "Trennung von Staat und Religion" Parolen usw. wie es uns hier Konsorten wie Humanist und KH verkaufen wollen. Und wenn die Iraner überhaupt kein Bock auf diese Wahl gehabt hätten, dann hätten auch nicht so viele gewählt (Moussavi , Ahmadinejad) sondern aus Protest garnicht gewählt (wie viele Exil-TV-Sender es gefordet hatten). Die hohe Wahlbeteiligung allein zeigt schon dass das System anscheindend garnicht so unbeliebt ist.

Selbst bei den Demonstrationen waren es nur keine Gruppen von 10, 20 , 100 Leuten (Arazel va Obash ;) die gegen das gesamte System Parolen von sich gegeben haben.

Bekommt das endlich in euren Exilköpfen. Iraner wollen keinen Chaos und Bürgerkrieg. Sie wollen Verbesserungen, aber bestimmt nicht das was ihr euch erträumt. Seit 32 Jahren die selbe alte Leier aus Europa und USA und Nichts hat sich geändert.

Peyman10-11-11

Was für ein toller Beitrag , trifft genau zu.Die Wahlen waren absolut korrekt und frei von jeglichem Betrug.Im Iran herrscht die beste Demokratie der Welt.Wir haben Menschenrechte, davon kann der Westen noch Jahrzehnt träumen.Wie könnt ihr dummen Exiliraner so etwas behaupten.Also wenn ihr sehen wollt wie eine funktionierende Gesellschaft mit den freiesten Bürger auf der ganzen Welt ohne Einschränkungen leben, Lade ich Sie in unserem islamische Land herzlich ein um sich selber einen Bild zu machen. Für diejenigen unter ihnen die meiner Einladung Folge leisten wollen habe ich noch einen Riesen Tipp , der Mahdi kommt bald aus einem Loch und bestraft den bösen Westen und sie können live dabei sein. Bei Interesse bitte Tickets vorbestellen. Lieben Gruss

Le Mec@"Humanist"11-11-11

Wow, acht Gegenfragen und kein Satz, der auch nur irgendwie versucht die Argumente oben zu widerlegen. Stattdessen haben Sie einfach die eigene Weltsicht mit einem "Abgesehen von der Wahlfälschung selbst" dahingestellt. Sie genießen das richtig ein Forum gefunden zu haben, wo man ohne Zensur herumtrollen kann was?

Homayoun H.11-11-11

Mit Rhetorik und Sarkasmus können Sie auch Nichts anstellen Herr Peyman. Ausserdem wird aus ihrer Wortwahl (Mahdi aus "Loch") deutlich dass Sie den Islam (woran die meisten Iraner glauben) nicht haben wollen (und nicht nur die Regierung). Deshalb sind Sie auch so erfolgslos, denn Sie repräsentieren eine sehr sehr kleine Minderheit im Iran.

hans11-11-11

@le mec, Sie und ihre Freunde waren noch nicht in der Lage eines der Fragen von Humanist zu beantworten. Ich finde die Fragen berechtigt. Und das keiner Antworten kann ist jedenfalls bedenklich.

Le Mec@hans11-11-11

Schauen Sie sich die Kommentare vom selbsternannten "Humanist" in wirklich jeden Artikel auf irananders.de an. Er geht so gut wie nie auf den Inhalt der Artikel ein und stellt stattdessen immer nur lauter Fragen, die am Thema vorbeigehen. Warum sollte ich oder irgendwer anders auf so eine Beleidigung des Begriffs "Dialog" antworten?

soldat khameneis11-11-11

Ich erlaube mir als "sarbaze rahbar" eine kleine umbenennung meines usernamens. danke!

die islamische republik iran, gilt als letztes flagschiff gegen westarroganz und US uebermut. seit seiner entstehung wird iran faktisch auf allen ebenen medientechnisch, militaerisch und wirtschaftlich bekaempft. die exilantengruppen entlarven sich immer wieder aufs neue als schlechte menschenrechtler und rechtsbewahrer achso universaler werte. was interessiert sich ein HumaNist darum, ob moussavi die wahlen gewonnen hat oder nicht? machen solche debatten ueberhaupt sinn fuer jemanden, der weder moussavi noch ahmadinejad irgendeinen fuehrungsanspruch zuschreibt? tatsaechlich nutzen die exilanten wie HumaNist lediglich nur jede noch so kleine oder grosses ereignis im iran, um aus einer inneriranischen angelegenheit einen internationalen skandal zu fabrizieren in der hoffnung, das koennte ja mal endlich das ende sein. und wenn es keinen skandal gibt, dann wird er eben geschaffen. ich muss an dieser stelle erinnern wieviele iraner sich freiwillig, medienanstalten und sicherheitsbehoerden anbieten, nur um die islamische republik iran zu denunzieren. fuer geld wird auch sehr gerne eifrig gelogen. es ist eine form des krieges, eine sehr demokratische wahl, als farce der "islamischen faschisten" darzustellen. ahmadinejad war schon als buergermeister aueserst beliebt und ist kein lobbyist wie jene die von sich behaupten, die wahl angeblich gewonnen zu haben. und fuer die die es nicht verstanden haben, selbstverstaendlich lehnt sich das rechtssytem des iran nicht an das westliche an. bei der wahl von praesidentenschaftskandidaten, wird schon aus der logik heraus, nur solche menschen zugelassen, die das welayete faqih und generell den islamischen staat nicht ablehnen. warum hier immer wieder ein vergleich zu westlichen wahlsystemen gezogen wird ist mir ein raetsel..
journalisten sitzen im iran nicht im gefaengnis, es sitzen menschen im gefaengnis, die die aushoehlung der islamischen republik iran auf medientechnischer ebene angestrebt haben.
im iran nehmen iraner auch kein blatt vor dem mund und fuerchten niemanden, wenn es um kritik gegenueber den herrschenden geht. gaebe es keine redefreiheit, unsere menschen wuerden aus angst kein wort rausbekommen, wer sich aber die unzaehligen YouTube videos anschauen moechte, findet schnell, das iraners ehr offen aussprechen was sie denken. die vielen US gesponserten iran channel zeugen von dem ungeheueren aufwand der yankees, den iran mit billiger propaganada zu ueberziehen. die befuerworter des islamischen systems muessen weder beweise fuer die richtigkeit der wahlen hervorbringen(obwohl schon geschehen) noch sich rechtfertigen was danach geschehen ist, das muessen nur die enttaeuschten heuchler. ich wusste 3 tage bevor alles losging aus verschiedensten quellen, das es unruhen geben wird. dem iran ist es nicht entgangen, das die feinde eine grossangelegte inzenierung anzetteln wuerden um diese wichtige historische wahl zu attackieren und hat diese unruhen mit bravour geloest. mich beruhigt aber eins, die anstrengungen der abgehauenen iraner und ein paar weststaaten zeigt mir, das iran ihnen maechtig auf dem zahn fuehlt, ein zeichen unserer staerke und gelassenheit
iran ist mehr als tehran mit seinen verwoehnten antelektuellen spinnern und westanbetern. wir haetten jede x beliebige ideologie im iran im kampf gegen den shah einsetzen koennen, wir haben aber den islam gewaehlt, weil uns der islam steht, der monotheismus unserer kultur steht und weil wir ein volk von mystiker und denker sind.

KH12-11-11

Lieber Soldat Khayemenis: Wenn dem so ist, warum ist denn im iran youtube, facebook etc gesperrt und deren Nutzung wird scharf sanktioniert.
Was nutzen die tollsten clips im youutbe wenn deren Nutzung im Iran verboten ist. Bitte um eine sachliche Antwort

Oh nein12-11-11

hier sind aber einige am schreiben die nur fragen stellen und das was andere schreiben ignorieren...

hans12-11-11

wenn eines dieser Geschichten wahr ist, sind die Iraner wirklich arm dran.
http://www.aljazeera.com/programmes/general/2011/11/2011118122637129536.html

Navid13-11-11

@kh, ich sage Ihnen, lassen Sie die Bildzeitung, das Kampfblatt beeinträchtigt die Wahrnehmung und lässt wenig Raum für selbständiges Nachdenken. Ich könnte Ihnen sagen, wo das Reich des Bösen ist.
Soldat Khameneis@
Ich kenne Exil-Iraner in Deutschland. Viele dieser Menschen haben wegen des Krieges in 80er ihre Heimat verlassen. Sie leben und arbeiten hier verdienen Geld, unterstützen teils ihre Familien im Iran, sie haben Sorgen und Angst um sich selbst und ihre Familien im fernen Iran. Sie befürworten weder einen Krieg noch die Terrororganisation wie Mojahedin, und noch Monarchie. Ich sage Ihnen, alles in allem würden die Anhänger beider Gruppen insgesamt nicht mal 3% im In- u Ausland erreichen.

Aber bitte glauben Sie mir, wenn man gegen Imperialismus einen Kampf anführt, der weltweit von vielen Menschen befürwortet und unterstützt wird, darf man die Menschen im Inland nicht immer wieder aufs Neue enttäuschen.
Wieso ging und geht die iranische Regierung nicht mit offenen Armen auf Menschen zu. Gleichgültig wie sie denken, und was sie tun. Die Aufgabe der Regierung müsste sein, mehr Menschen zu gewinnen, und nicht den Menschen Angst machen mit Verbot, Zeigefinger und mit täglich erfundenen und absurden Sachen.
Sie sagen, Sie halten auch nicht alles, was das iranische System tut, für richtig. Könnten Sie mir bitte sagen? Was Sie genau stört.
Täuschen wir uns nicht, ich bin mittlerweile der Meinung, dass wir an der Schwelle eines neuen Krieges stehen. Die üblich westlichen Verbrecher setzen alles daran, den Iran auseinander zunehmen.
Was oder wer kann Iran aus dieser Krise befreien. Ich bin mir sicher, das erreicht man nicht mit Parolen.

Soldat Khameneis13-11-11

@KH
Ich bin fuer die Zensur, nicht aus angst, wir koennten nicht ertragen, was von facebook oder youtube kommt, nein, weil deise medien bewusst eingesetzt werden dem iran zu schaden. mittlerweile nutzen viele westliche journalisten diese seiten um ungeprueft behauptungen ueber den iran zusammenzustehlen. der iran tut gut daran, denen die finger zu kuerzen, die uns dem medialen krieg erklaert haben. dennoch hundertausende videos auf youtube sind aus dem iran, ganz ist youtube also nicht geblockt. aus erfahrung wissen wir welche rolle facebook und twitter bei den unruhen im jahr 2009 gespielt haben. iran braucht nicht solche medien auch noch zu foerdern. ich bitte sie die vielen webseiten aus dem iran zu beachten, solche die gegen die regierung sind und solche die dafuer sind. sie werden nicht geschlossen, sondern duerfen weitermachen, solange keine verfassungsfeindlichkeit erkannt wird.
@Navid
ich bin unter iranern gross geworden. meine eigene cousine hat sich durch luegen einen aufenthaltstitel verschafft, sie ist abgehauen, hasst "die moullahregierung" war aber ueberhaupt nicht politisch, nur eine partymieze mehr nicht, diese sorte kommt nach deutschland oder kriminelle mit kontakten zu terrororganisationen oder gar shahanbeter, die sich schon immer in westlicher naehe wohler gefuehlt haben als in ihrem eigenen kulturkreis. "die" oppositionellen gibt es nicht. iran hat auch noch viel zu lernen, erst jetzt gehen die institutionen auf die menschen zu und wir haben viel mehr kritischere stimmen, die wir auch brauchen um voranzukommen. mich stoert die allgemeine scheu mit menschen anderer stroemungen zu sprechen. mir passt die passivitaet nicht dem westlichen trugbild mehr entgegenzusetzen. ich bin fuer offene podiumsdiskussionen mit pro anhaenger und gegnern der republik. ich moechte die korruption haerter bekaempft sehen.

Humanist16-11-11

@Hans,

danke nochmal für Ihren Link:http://www.aljazeera.com/programmes/general/2011/11/2011118122637129536.html

Ich habe mir das Video angeschaut. Und seien Sie sicher, dass alles stimmt. Die Aufnahmen sind aus dem Iran und dokumentieren die brutale Gewalt der bezahlten Schläger (Basijis) gegen die Bevölkerung.

Interessant ist, dass der Überfall auf die Uni in Teheran etliche Tote zur Folge hatte (Ermordung der Studenten durch Basijis) alles dokumentiert ist und trotzdem keine Folgen für die Täter hatte.

Das Video wurde von einem Basiji, der offensichtlich mit seinem Gewissen Probleme bekommen hatte, einige Zeit nach dem Anschlag veröffentlicht.

Es wundert mich auch, dass keiner der Mullahfreunde hier Stellung zu genommen hat und die dort gefilmten Schlächter als Cia- oder Mossad Agenten geoutet hat.

Lieber Hans so sieht die Realität im Iran der Mullahs aus, dieses Video steht sinnbildlich für tausende Verbrechen dieser ideologisch verblendeten Kleriker.

Liebe Grüße

Navid16-11-11

@Soldat Khameneis, Ich möchte Ihnen nicht zu nahe treten, Sie mögen mit Ihrer Cousine recht haben, ich glaube aber nicht, dass viele Menschen wegen Partys Ihre Heimat verlassen. Nein, diese Aussage geht an der Realität im Iran vorbei.
Ich bin der Meinung, man kann Moral, Religion und Benehmen in der Öffentlichkeit nicht verschreiben. Sehen Sie sich im Iran um, das islamische System im Iran hat mit seiner Islam-Verordnung der Religion sehr großen Schaden zugefügt. Religion ist und bleibt Herzenssache.
Nun zu kritischen Stimmen und dem Wunsch, offene Podiumsdiskussionen zu erleben. Ich bin in dieser Hinsicht vollkommen mit Ihnen einer Meinung.
Aber wie groß sehen Sie die Chance, dass die iranische Regierung dies wahrnehmen würde?
Mich stört auch genau wie Sie die Korruption, aber ich bin der Meinung, das islamische System fördert sie, in dem es den Menschen nach ihrem Aussehen und Oberfläche beurteilt, das öffnet vielen, die keine Moral in sich tragen und alles für Eigennutz, an wen auch immer verkaufen würden, Tür und Tore, mit einem Bart und einer Druckstelle auf ihrer verlogenen Stirn im Iran viel weit kommen. Religion und Moral sind im Iran zu Niveau einer billigen Show runtergekommen. Glauben Sie mir mein Großvater betete seit seiner Kindheit er starb mit 85, ich sah aber bis zum letzten Tag keine Druckstelle auf seiner Stirn.

Soldat Khameneis16-11-11

@Navid
wenn menschen religion missbrauchen, ist das nicht der religion vorzuwerfen, sonderm dem individium, der sie missbraucht. das ist so, als wuerde man sagen, das brotmesser ist zu einer farce verkommen, weil jemand mal etwas anderes damit gemacht hat als brote zu schmieren. was eine gesellschaft braucht sind werte. im westen herrschen pseudowerte, in wirklichkeit dient die liberalitaet nur dazu, die menschen gefuegig zu machen. wenn man eine triebgesteuerte gesellschaft entwickelt in denen moral und ethik keine wirkenden kraefte sind, dann beschaeftigt sich das individium nur mit sich selbst und wird nicht wachsam fuer seine umgebung, wenn iran also gerade dies foerdern moechte, zeigt das, das wir eine hochentwickelte gesellschaft anstreben, wo die menschen notfalls aufbegehren kann. sein sie doch ehrlich herr navid, in deutschland wie in den meisten weststaaten herrscht doch nur die caesarische methode von brot und spiele. billig fressen und endlos vergnuegen, das haelt menschen aber ab, verantwortungsbewusste buerger zu werden. jede gesellschaft, fixiert fuer sich auch werte, bedauerlicherweise, wenn wir argumentieren, lehnen wir uns automatisch an das westmodell an, was staendig zu folge hat, das zwangslaeufig deren gesetzlosigkeit im moralischen sinne, als freiheit interpretiert wird. imam ali(as) sagte diesbezueglich: "keine freiheit ohne gesetz" religion im westen ist nicht nur "herzenssache", sondern auch leider nebensache herr navid. waehrend der islam nie eine nischenreligion gewesen ist. bitte finden sie sich ab, das der islam eine anderes wesen aufweist und nicht verglichen werden kann mit westlichen glaubenkonstrukten. ich weis, was sie da beschreiben und es beschaemt mich aber ich werde deshalb nicht die heilende wirkung unserer religion auf uns iraner in frage stellen. eher bin ich geneigt, solche heuchler zu bekaempfen um weiteren schaden vom ruf des islam abzuwenden.ich bin nun 40 und bin seit meiner jugend ein freund der islamischen republik iran. ich sehe die selben schweinerein wie sie, nur das diese mich nicht veranlassen, die idee der revolution durch imam khomeini(ra) aufzugegeben. eine gesellschaft die werte verankern moechte muss darum streiten, wir haben nicht nur gestritten, sondern auch gekaempft fuer diese islamische gesellschaft. helfen sie mit, das die islamische republik iran, nicht zur marionette von heucheln wird. etablieren sie selbst moral und anstaendigkeit, statt im frust zu versinken ueber einige heuchler in unseren eigenen reihen. wir erkennen sie mitlerweile, doch sie haben sich satt und festgefressen in unsere mitte. sie loszuwerden, ist eines der vorrangigen ziele, der aufrechten freunde des volkes und mit ahmadinejad wird es diese offenheit geben und auch die verantwortlichen im iran wissen, das die verbotsreflexe aus den fruehen achtzigern nicht mehr weiterfuehren. aber ich werde nicht am fall der islamischen republik iran mitwirken aber deren unebenheiten im sinne der menschen, ausgleichen helfen.

Humanist17-11-11

Islamische Galgenrepublik:

http://www.asafeworldforwomen.org/womens-rights/report-iran-execution-of-women-and-children/iran-execution-of-women-and-children.html

Die Mullahrepublik hat alles erdenkliche seit 32 Jahren unternommen, um die kulturelle und historische Identität der Iraner zugunsten einer pervertierten islamistischen Version einzutauschen.
Teilweise ist es Ihnen gelungen, wie man an Leuten wie Söldner Khayemenis sieht.

Selbst, gemessen an Ihren eigenen moralischen Massstäben, geben die Mullahs ein grausiges Bild ab. Sie töten in Hochtouren.

Egal wie sehr sie es versuchen, die Mullahs und Ihre Schärgen werden Iran nie zerstören können.

Zwar haben Sie Irans Reputation und Ruf massiv beschädigt und Iran weltweit weitgehends isoliert, und als Symbol weltweiten Terrors etabliert, aber am Ende werden Sie wie alle anderen Dispoten und Diktaturen in den Müll der Geschichte eingehen, und das Volk wird siegen und seine Freiheit wiedererlangen.

Spiegel18-11-11

Schaut euch dieses Video an: http://www.tagesschau.de/ausland/usa470.html

Jetzt werde ich diesen sachlichen Beitrag iranisieren. :-)

System- und Legitimationskrise in den USA

In den Vereinigten Staaten tobt ein Machtkampf und ist dabei an seinen inneren Widersprüchen zu implodieren. Präsident Obama scheitert mit allen Reformen aufgrund des Regimestrukturs. Das Land hat zwei Parlamente und ist aufgeteilt in mehr als 50 Staaten. Selbst unter den Regimeloyalen, die größten Nutznießern des Systems, gärt es. Die reichsten 1% der Bevölkerung will freiwillig Steuern am Staat zahlen und verabschieden sich damit von den liberalen Grundordnung des Regimes. Täglich steigen die Repressalien, Todesstrafen stehen an der Tagesordnung und Demonstrationen werden für illegal erklärt. Besonders brutal geht man gegen ausländische Gegner vor. Beobachter sagen, dass solche Schicksale der eigenen Bevölkerung bevorstehen, falls das Regime weiter ins Wanken gerät. Das liberal-kapitalistische Regime schreckt auch nicht mehr zurück am Drogengeschäft mitzuverdienen. Ausländische Diplomaten sagen vor vorgehaltener Hand, dass die Sicherheitsorgane der USA an den Drogen aus Mexiko und Kolumbien Milliarden mitverdienen. Usw. usf. ;-)

soldat khameneis18-11-11

hier eine kleine doku wieviele das system islamische republik iran gewaehlt haben:
http://www.youtube.com/watch?v=FP2Ikcbsk_U&feature=channel_video_title
http://www.youtube.com/watch?v=6PCaN2KBXnc&feature=channel_video_title
bin mir sicher herr HumaNist findet wieder was dagegen...lol

Navid19-11-11

Sie übersehen den Kern meines Beitrags, der lautet, die Religion ist durch das islamische System im Iran missbraucht, politisiert und in Folge dessen ist sie zu einem Geschäftsmodell geworden. Ich habe nie die Behauptung aufgestellt, die Religion sei daran schuld. Natürlich sind es Menschen, die dieses System organisieren, vor allem Politiker. Es wundert mich, dass Sie Politiker in Schutz nehmen, ich dagegen schenke Politikern in der Welt kein Bisschen vertrauen. Ich bin der Meinung, Politik basiert auf Lügen, Tarnen, Täuschen und immer wieder neue Lügen, im Gegensatz dazu ist die Religion für mich Halt im Leben, Moral, Würde und Gewissen. Sie kennen bestimmt Herrn Mohamad Nurizad, hören Sie sich an, was dieser Mann sagt. Für mich ist er Mann ein Symbol des Menschseins, des revolutionären Geistes, der für Freiheit und Souveränität des Iran steht.

Navid19-11-11

@Soldat Khameneis,
Sie übersehen den Kern meines Beitrags, der lautet, die Religion ist durch das islamische System im Iran missbraucht, politisiert und in Folge dessen ist sie zu einem Geschäftsmodell geworden. Ich habe nie die Behauptung aufgestellt, die Religion sei daran schuld. Natürlich sind es Menschen, die dieses System organisieren, vor allem Politiker. Es wundert mich, dass Sie Politiker in Schutz nehmen, ich dagegen schenke Politikern in der Welt kein Bisschen vertrauen. Ich bin der Meinung, Politik basiert auf Lügen, Tarnen, Täuschen und immer wieder neue Lügen, im Gegensatz dazu ist die Religion für mich Halt im Leben, Moral, Würde und Gewissen. Sie kennen bestimmt Herrn Mohamad Nurizad, hören Sie sich an, was dieser Mann sagt. Für mich ist er ein Symbol des Menschseins, des revolutionären Geistes, der für Freiheit und Souveränität des Iran steht.

LS17-12-11

Peyman,
der Artikel handelt von der Wahl und liefert Argumente für deren Authentizität indem er die aktuellsten Gegenbehauptungen auf ihre Kohärenz überprüft. Menschenrechte, Freiheiten oder religiöse Dogmen sind ein anderes Thema und werden in entsprechenden Artikeln behandelt. Eine Bitte an alle Diskutanten um der gesunden Diskussionskultur Willen wieder zum Thema zu kommen.





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