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21.04.2010 Thomas Effe

Keine Wirtschaftskrise trotz Isolationsbemühungen gegen Iran


Die 12 Millionen Metropole Teheran, wirtschaftlicher und kultureller Zentrum Irans.

Kommentar anlässlich des Beitrages "Wirtschaftskrise im Iran" von Ulrich Pick (SWR).


Sicherlich leidet Irans Wirtschaft unter den Sanktionen. Aber Sanktionen sind immer zweischneidig, dass heißt Sanktionen wirken sich nicht nur auf den betroffenen Staat, sondern auch auf die Staaten, die sie aussprechen. Sie können ihre Produkte und Güter nicht in das betroffene Land transferieren, ein ganzer Absatzmarkt fällt weg. Das Sanktionen deshalb im Mittleren- und Nahen-Osten nicht mehr beliebt sind, ist daher nicht verwunderlich. Erst kürzlich sprach sich der türkische Außenminister prinzipiell gegen Sanktionen in der Region aus. Sanktionen sind ein Verlustgeschäft für alle Beteiligten.

Weshalb zieht die westliche Politik dennoch vor, Sanktionen gegen Iran zu verhängen? Das hat vor allem mit den Analysen und Berichten zu tun, wie die von SWR. Sanktionen sind dann zielführend, wenn ein Staat vor dem Bankrott steht, politisch ums Überleben kämpft, oder kurz vor der Handlungsunfähigkeit steht. In diesen Fällen können Sanktionen ein probates Mittel sein und sogar den Todesstoß geben. Doch das ist auf den Iran angewendet weit verfehlt.

Im Jahre 2009 konnte die Islamische Republik trotz der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise und aller Isolationsbemühungen des Westens als einziger Staat am Persischen Golf ein Wachstum in der Wirtschaft verzeichnen. Economist Intelligence Unit prognostiziert dem Iran gar eine Verdoppelung seins BIP’s in den nächsten fünf Jahren, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unverändert bleiben. Dabei hat der BIP schon in Iran Rekordergebnisse erzielt. Alle internationalen Wirtschaftsstatistiken, wie die von Weltbank, IWF oder andere ermitteln ebenfalls positive Zahlen.

Man kann sich hier von der Wirtschaftskraft und der Verringerung der Arbeitslosigkeit des Irans selbst überzeugen (Quelle CIA World Factbook):

Arbeitslosigkeit: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=74&c=ir&l=de
Armut: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?c=ir&v=69&l=de
BIP: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=65&c=ir&l=de
Reale Wachstumsrate: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=66&c=ir&l=de
Staatsverschuldung: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=143&c=ir&l=de
Devisen und Goldreserven: http://www.indexmundi.com/g/g.aspx?v=144&c=ir&l=de

In Anbetracht dessen, dass das iranische Regime langfristig wirtschaftlich handlungsfähig bleibt, unter anderem weil der Öl-Preis im Haushaltbudget seit Jahren zu niedrig angesetzt ist und dadurch enorme Reserven angelegt wurden, werden Wirtschaftssanktionen im Westen in falschem Glauben ihrer Effektivität angestrebt.

Die iranische Wirtschaft hat sich seit 30 Jahren mit Sanktionen arrangiert, sie ist nahezu sanktionsresistent. In einer sich immer mehr globalisierenden und multipolaren Welt haben Sanktionen ihre Wirkungskraft verloren. Harte Sanktionen werden China, Russland und die aufstrebende Mächte Indien und Brasilien nicht mittragen. Und Deutschland, das historisch gute Reputationen im Iran hat, verspielt seine Chance in Rahmen der G5+1 Gespräche, die Initiative des Vermittlers zu ergreifen.

Der Westen sanktioniert sich selbst, und alle schauen zu.


Vieth von+Golszenau01-06-11

Wie diese Vasallen, mit Irans Wirschaftspartnern Brazil China u. Indien verfahren werden um herum zu stänkern, wird mal interesant.




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