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14.07.2011 Alireza Zarei

Die iranische Weltraumindustrie


Safir-2 Trägerrakete bei der Revolutionsfeier in Teheran

Safir-2 Trägerrakete bei der Revolutionsfeier in Teheran. (Archivphoto)

Seit dem Jahr 2009 besitzt Iran die Fähigkeit, mittels selbst entwickelter  Raketen den Orbit zu erreichen und funktionsfähige Satelliten auszusetzen. Mit der Inbetriebnahme des Telekommunikationssatelliten „Omid“ reihte sich die Islamische Republik als neuntes Land der Geschichte in eine kleine Liste von Ländern ein, welche Trägersysteme entwickelt haben, die im Stande sind, den Erdorbit zu erreichen.

Die benutzte Trägerrakete namens „Safir“, welche eine Umlaufbahn von 200 bis 250 Kilometer erreichen kann, sorgte bereits nach ihrem ersten Start im Jahr 2009 für Aufsehen. Westliche Experten gingen davon aus, dass Iran eine relativ primitive, auf drei Flüssigstufen basierende Rakete benutzen würde, deren Kapazitäten sehr begrenzt wären. Doch nach dem Start stellte sich heraus, dass das „Safir“ Trägersystem auf zwei Feststoffraketen basiert und weit fortschrittlicher ist. Geoffrey Forden, Physiker am MIT, merkte im Magazin „New Scientist“ an, dass Iran mit der Safir-Rakete ein weit leistungsfähigeres Trägersystem besitzt als bisher angenommen.

Nach dem erfolgreichem Start des neuen Satelliten "Rassad" am 15 Juni 2011, äusserte sich Brian Weeden, Mitarbeiter der Denkfabrik Secure World Foundation aus Washington, wie folgt: „Die Leute fragten sich, ob sie (die Iraner)  mit ihrem ersten Start vielleicht einfach nur Glück hatten. Nun, nachdem sie zwei Satelliten in den Orbit befördert haben, wird ersichtlich, dass auch der erste Start wohl kein Glücksfall war. Es verdeutlicht auch, dass Ihre Raketentechnologie ziemlich gut funktioniert.“ Auch Forden stellte fest, dass die iranischen Raketensysteme fortschrittlicher sind, als bisher angenommen wurde, und Iran durchaus die Fähigkeit besitzt, innerhalb der nächsten zehn Jahren einen Astronauten in eine niedrige Erdumlaufbahn zu befördern.

Die iranische Weltraumagentur „ISA“ gab zudem bekannt, dass noch im Jahr 2011 ein Affe mittels einer Safir-Trägerrakete in den Erdorbit transportiert werden soll, um erste Erfahrungen für einen bemannten Raumflug zu sammeln, der 2019 stattfinden soll.

Der iranische Beobachtungssatellit "Rassad" besitzt eine Auflösung von 150 Metern und dient höchstwahrscheinlich der Erprobung von Technologien. Eine militärische Nutzung des Satelliten ist aufgrund seiner geringen Auflösung ausgeschlossen. Für die nächsten Jahre verfolgt Iran ein sehr ambitioniertes Programm, das eine enge Zusammenarbeit mit der “Asia-Pacific Space Cooperation Organization“ vorsieht.

Die iranischen Fortschritte in der Weltraumindustrie sind ferner beachtenswert, da das Land seit 32 Jahren mit unilateralen US-Sanktionen konfrontiert ist, die zunehmend verschärft und in den letzten fünf Jahren mit mehreren UN- und EU-Sanktionen ergänzt wurden. In Iran stärken sämtliche  technologische, aber auch wirtschaftliche und politische Fortschritte (im Sinne von Machterweiterungen) daher zwangsläufig – entsprechend der politischen Präferenzen -  den Patriotismus und den „religiösen Stolz“ und diese wiederum würdigen die Errungenschaften.


David16-07-11

Für diese Fähigkeiten und Errungenschaften beglückwünsche ich den Iraner ganz herzlich.

Walid22-07-11

Warum baut Iran die Arombombe?

Hans22-07-11

@Walid
Aus dem selben Grund weshalb Räuber Faustfeuerwaffen mit sich führen: um andere einzuschüchtern.




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