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27.06.2011 Mahmoud Ayad

IWF lobt Irans Erfolg in der Subventionsreform


IWF

Der IWF prüfte als erstes internationales Institut Irans Subventionsreformprogramm, der als die größte Strukturreform in der neueren Wirtschaftsgeschichte Irans gilt.

Vom 28. Mai bis zum 9. Juni 2011 besuchte eine Mission des Internationalen Währungsfonds (IWF) unter der Leitung von Dominique Guillaume die Islamische Republik Iran, um Erörterungen für die unter Artikel IV des IWF-Abkommens geforderten Rücksprachen durchzuführen. Die üblicherweise jährlichen Artikel IV-Rücksprachen sind ein wichtiger Teil der regulären Kontrolltätigkeit des IWFs mit allen Mitgliedsstaaten. Am Ende ihres Besuchs veröffentlichte die Mission folgendes Statement, das hier vollständig in deutscher Sprache wiedergegeben wird:

Vor dem Hintergrund aktueller Daten und den Gesprächen mit den Behörden beleuchtete die Mission die jüngsten wirtschaftlichen Entwicklungen und überprüfte ihre makroökonomischen Einschätzungen und Prognosen.

Trotz der sinkenden Ölpreise 2009/2010 erholte sich das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts auf geschätzte 3.5 Prozent, was ein starkes Wachstum im Nicht-Öl-Sektor und ein außergewöhnliches Wachstum im Landwirtschaftssektor widerspiegelt. Der positive Wachstumstrend setzte sich 2010/2011 fort. Die Geldpolitik der Behörden senkte erfolgreich die jährliche Durchschnittsinflation von 25,4 Prozent 2008/2009 auf 12,4% 2010/2011. Die Brutto-Auslandsreserven blieben ebenso auf einem komfortablen Niveau, mit verbesserten Aussichten für die Außenwirtschaft aufgrund der gestiegenen Ölpreise.

Die Mission lobte die Behörden für ihren schnellen Erfolg bei der Durchführung ihrer ehrgeizigen Reformierung des Subventionsprogramms. Die seit dem 19. Dezember 2010 erhöhten Preise in den Bereichen Energie, öffentlicher Transport, beim Weizen und auch beim Brot haben geschätzte 60 Milliarden US-Dollar (etwa 15 Prozent des BIP) an jährlichen Subventionen für Produkte eingespart. Zur selben Zeit wurden die durch die Preiserhöhungen gemachten Gewinne in Form von Geldüberweisungen an die Haushalte umverteilt und so die Ungleichheiten effektiv reduziert, der Lebensstandard erhöht und die inländische wirtschaftliche Nachfrage gestützt. Die gestiegenen Energiepreise führen jetzt bereits zu einem weniger exzessiven inländischen Energieverbrauch und der daran gekoppelten Verschwendung. Während die Reformierung des Subventionssystems einen übergangsweisen Rückgang des wirtschaftlichen Wachstums und einen kurzfristigen Anstieg der Inflationsrate erwarten lässt, dürfte sich Irans mittelfristige Aussicht durch die Rationalisierung der nationalen Energienutzung, durch die Erhöhung der Exporteinnahmen und durch die umfassende Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit beträchtlich verbessern und so die Wirtschaft des Landes näher an die Ausschöpfung ihres  ganzen Potenzials gebracht werden.

Die Behörden hatten bereits bei der Eindämmung der ersten Auswirkungen des Energiepreisanstiegs auf die Inflation Erfolg. Trotz der starken Preisanstiege, zum Teil um das 20-fache, stieg die Inflation der Konsumentenpreise lediglich von 10.1 Prozent im Dezember 2010 auf 14.2 Prozent im Mai 2011. Eine koordinierte und angemessen verstärkte Geld- und Fiskalpolitik zur Bewahrung der makroökonomischen Stabilität, wird im kommenden Halbjahr entscheidend für die Bewahrung der Vorteile der Subventionsreform sein. Eine ebensolche Herausforderung ist die Neuorientierung von Unternehmen hin zur Übernahme von energieeffizienteren Technologien sowie die umfassende Neuorientierung der Wirtschaft hin zu energiesparsameren Produkten, Dienstleistungen und Produktionstechniken. Die Behörden müssen aktiv ihre Kräfte für die Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes einsetzen, um so das Entstehen neuer Unternehmen und neuer Arbeitsplätze zu unterstützen.

Die Mission besprach auch die Entwicklungen in Irans Finanzsektor, welcher einen der Hauptantriebe für das Wirtschaftswachstum darstellt. Iran hat den größten islamischen Finanzsektor der Welt, einen weiten Bankensektor und rasch wachsende Finanzmärkte. Die aktuell starken Leistungen des Aktienmarkts spiegeln zu einem großen Teil die internationalen Rohstoffpreise und Irans groß angelegtes Privatisierungsprogramm wieder, von denen Letzteres zur Entwicklung einer Shareholder-Einstellung (unter den Aktionären, Anm. d. Ü.) beigetragen hat. Die Mission hat die Wichtigkeit der im laufenden fünften Fünfjahres-Entwicklungsplan eingebetteten Reformierung des Bankensektors unterstrichen, das zu Festigung der Kreditwürdigkeit des Finanzsektors beitragen soll.

Das Missionsteam möchte den iranischen Behörden für ihre Gastfreundschaft sowie für die konstruktiven und offenen Diskussionen danken.


KH27-06-11

der ganze artikel ist erlogen. ein kg lamm fleisch umgerechnet 28 Euro. 1 kg reis 10 Euro. käse, butter unerschwinglich.
Die Mieten sind auf einem niveau wie europäische Hauptstädte.
Ich würde mal vorschlagen die Augen zu öffnen oder einfach mal in den Iran fahren und sich selbst ein Bild machen.

Den Menschen dort geht es sehr sehr mies. Die Arbeitslosigkeit horrend. Die Preise astronomisch. Und das Volk sehr sehr arm.

Die Menschen haben vor 31 für viel weniger eine Revolution begangen.

ProudToBeIranian27-06-11

Das ist kein Artikel, sondern eine Feststellung des Internationalen Währungsfonds!

MA27-06-11

Der Link zur Publikation des IWFs ist hier: http://www.imf.org/external/np/sec/pr/2011/pr11228.htm

@KH27-06-11

Ich würde mal für Sie vorschlagen den Text richtig zu lesen. Das ist ein Bericht eines Gremiums des Internationalen Währungsfonds, das in Iran gewesen ist und professionel die Lage erkundet hat. Aber Sie schreiben: "der ganze artikel ist erlogen." Und weiter: "Ich würde mal vorschlagen die Augen zu öffnen oder einfach mal in den Iran fahren".

Ich würde Ihnen vorschlagen, dass Sie in den Iran fliegen und nicht so tun als seien Sie immer dort.

hans28-06-11

Der Bericht orientiert sich an statistische Daten die vom Regime verkündet wurden. Zahlreiche namhafte iranische und internationale Ökonomen haben den Bericht zurück gewiesen, da die vom Regime proklamierten zahlen aus dem reich der fabeln kommen. Die jüngste Abwertung der Währung ist ein Indikator für den erbärmlichen Zustand der iranischen Wirtschaft.

Thomas28-06-11

@hans

Sie meine exil-iranische Ökonomen und ihre Sympathisanten...

Realist28-06-11

"der ganze artikel ist erlogen. ein kg lamm fleisch umgerechnet 28 Euro. 1 kg reis 10 Euro. käse, butter unerschwinglich.
Die Mieten sind auf einem niveau wie europäische Hauptstädte.
Ich würde mal vorschlagen die Augen zu öffnen oder einfach mal in den Iran fahren und sich selbst ein Bild machen."

Die von ihnen genannten Angaben sind vollkommen utopisch und unrealistisch. Weder kostet ein Kilo Reis 10 Euro (das wären 16.000 Toman!) noch sind die Wohnungskosten im Iran auf dem Niveau europäischer Hauptstädte. Im Gegenteil, die Immobilienpreise sind gesenkt worden und die imaginären Beträge sind runtergeschraubt worden. Selbst im äußersten Norden Teherans liegen die Immobilienpreise nicht bei denen europäischer Hauptstädte.

Man sollte bei seiner Kritik also immer realistisch bleiben!

YR28-06-11

Vielen Dank fürs Posten!

Sarbaze Asadi28-06-11

@Thomas

ich denk, dass Hans mit der katastrophalen Situation der Iranischen Wirtschaft recht hat.

Auch hat er recht, dass der IMF Befund vor dem Hintergrund der bereitgestellten Daten von der Regierung, fragwürdig ist.

Siehe dazu:http://www.pbs.org/wgbh/pages/frontline/tehranbureau/2011/06/imf-iran-economy-looking-up-independent-analysts-question-conclusions.html

http://www.guardian.co.uk/world/2011/jun/17/imf-report-iran-economic-success

Selbst im Iran werden, die von der Regierung bereitgestellten Statistiken in Frage gestellt, vom Parlament.
Seit ca. 3 Jahren gibt es keine verbindlichen Statistiken zum Wachstum, Infaltion und Arbeitlosigkeit, weil diese, wenn korrekt übermittelt, einen Beweis für den Niedergang der Iranischen Wirtschaft wären.
Beispielsweise hatte Ahmadinedjad verkündet, man würde 2,5 Mio neue Arbeitsplätze schaffen. Selbst im Inland wurde er dafür ausgelacht, denn Verminderung der Arbeitslosikeit ist mit Wachstum der Wirtschaft positiv korreliert, wo also kein oder geringes Wachstum, da hohe Arbeitslosigkeit.

Ebenfalls aus dem iranischen Parlament stammend ist die Kritik, dass nur ein Bruchteil des letzeten 5-Jahres Plans von der "Regierung" umgesetzt wurde, ich denke nur knapp 25%.

Nicht, dass ich den Ansichten des iranischen "Parlaments" Glauben schenke, nur wenn selbst dieser korrupte Haufen die Zahlen der Regierung in Frage stellt, wie kann man dann jegliche Kritik mit Exilantentum begegnen.

Allzuoft wird konstruktive Kritik in diesem Forum mit Exilantentum abgetan, ohne dass Argumente genannt werden, die die Kritik entkräften.

klaus_weiss28-06-11

Wenn der IMF lobt, sollte man vorsichtig sein. Libyen hat es nicht geholfen, Syrien auch nicht. Manche scheinen das als Aufforderung zu sehen.

An die Kritiker29-06-11

Ich bin mir sicher, dass wenn die IWF Iran getadelt hätte, ihr das Statement sogar in eure Wohnung tapezieren würdet.

@Sarbaze Azadi29-06-11

Tja, die Experten, die in deinen Links zitiert werden, sind tatsächlich alle Exil-Iraner. Sehr seriös. Frag mal die KPD, was sie von der Wirtschaft der BRD hält.

Exliantenstadl29-06-11

Oha, jetzt auf einmal ist dem IWF nicht zu trauen. Jetzt auf einmal stimmen die Zahlen vom IWF nicht. So so.

Peter Richard29-06-11

Einfach unglaublich wie sich die Leute hier mit nachweislich falschen Aussagen melden.

Ein guter Artikel zum Thema:
http://iranicum.com/2011/03/die-iranische-wirtschaft-und-europaische-interessen/711.html

Die meisten Daten stammen direkt von der europäischen Union.

Manfred29-06-11

@ Sarbaze Asadi
@ Hans

Die Statistiken stammen nicht von der iranischen Regierung und der IWF verlässt sich sicherlich auch nicht auf Daten der zu untersuchenden Regierung. Die offiziellen Daten der EU bestätigen die Daten der IWF.

http://trade.ec.europa.eu/doclib/docs/2006/september/tradoc_113392.pdf

Tatsächlich sollteh Ihr konstruktive Kritik annehmen.

Sarbaze Asadi30-06-11

@ Manfred
bitte genau die Quelle lesen. Auf der Ersten Seite finden Sie die Zahlen zum GDP oder BIP.
Zum besseren Verständnis für Sie:
Wachstum 2008 1%, 2009 0,1% 2010 1% laut Ihrer Quelle. Wobei die Zahlen ab 2008 Schätzungen sind. Von 3,5% wie im Bericht oben, ist also keine Rede.

Manfred01-07-11

@ Sarbaze Asadi:

Lesen Sie die Quellen genau. Sehen Sie die drei Sternchen neben den Angaben die die Quelle angeben? Welche Quelle ist das? Der IMF. Genau jener IMF der die neue Analyse durchgeführt hat und seine Zahlen korrigierte. Der EU Bericht wir demnächst sicherlich aktualisert.

Thomas Esseling02-07-11

Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber für mich steht der Begriff Exiliraner auch für mangelnde Objektivität.
Dies habe ich nicht nur oft bei der Lektüre von Texten, sondern auch im persönlichen Gespräch feststellen müssen.
Da interessieren sich viele Exiliraner überhaupt nicht für die Fakten, sondern sie wollen einfach ihre einseitig kritische Grundhaltung bestätigt wissen.
Man kann sich dann natürlich Fragen wie so etwas zustande kommt.
Zu den Zahlen möchte ich noch erwähnen, das auch die Zahlen der EU im Verhältnis gar nicht so schlecht sind.
Abgesehen von den vor allem von den USA initiierten Sanktionen hat Iran im Krisenjahr der Weltwirtschaft noch ein ganz leichtes Plus, die deutsche Wirtschaft ist im selben Jahr um ca. 5 % geschrumpft.
Es bliebe also abzuwarten wie sich die Wirtschaft weiter entwickelt und dies müsste man wieder in den internationalen Kontext einordnen.






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