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13.12.2010 Thomas Effe

WikiLeaks: Irans strategischen Karten gegen Israel


Raketenarsenal der Hisbollah

Raketenarsenal der Hisbollah (Quelle: GlobalSecurity/FAS).

Im Folgenden ein Auszug aus einer WikiLeaks Depesche über Israels begrenzte militärische Möglichkeiten hinsichtlich des iranischen Atomprogrammes. Obgleich die Depesche aus dem Jahr 2005 stammt, ist ihre Einschätzung der Lage heute aktueller denn je, da Iran seine strategischen Vorteile ausgebaut hat. Aus diesem Hintergrund ergibt sich das verstärkte Bemühen, Irans Atomprogramm durch geheimdienstliche Mittel - wie den Computerwurm "Stuxnet" oder durch Bombenanschläge auf iranische Nuklearwissenschaftler - zu sabotieren. In wie fern solche Maßnahmen die diplomatischen Verhandlungen der G5+1 mit Iran stärken, sei dahin gestellt. In Anbetracht der vielen Möglichkeiten, mit Irans neuer Rolle im Nahen und Mittleren Osten konstruktiv umzugehen und einzubinden, kann die neue subversive Taktik als Verzweiflungstat bewertet werden, die zudem unnötig und für das Streben von ernsthaften diplomatischen Lösungen kontraproduktiv sind.

Referenz ID: 05TELAVIV1593

Erstellt: 2005-03-17 14:02

Veröffentlicht: 2010-11-28 18:06

Klassifizierung: Geheim

Ursprung: US-Botschaft in Tel Aviv

13. (S) Die öffentlichen Debatten über mögliche militärische Schläge gegen Iran konzentrieren sich hauptsächlich auf den Unterschied zu dem israelischen Luftangriff auf den irakischen Osirak-Reaktor 1981. In diskreten Gesprächen erkennen Vertreter der israelischen Regierung an, dass mehrere Faktoren jeglichen Angriff auf den Iran zu einer sehr viel schwierigeren Mission machen. Ein führender Vertreter des militärischen Geheimdienstes teilte der US-Botschaft mit, dass die israelische Regierung nicht wisse, wo alle potentielle Ziele lokalisiert seien, und sagte, dass ein Angriff das iranische Programm nur verzögern, nicht beenden würde. Die Leiterin der Abteilung für Golfstaaten des Außenministeriums gab an, dass potentielle Zielpunkte stark über das Land verstreut seien, einige davon in zivilen Ortschaften. Die israelische Atomenergie Kommission     betonte die Bedeutung von Russlands Unterstützung bei der Einschränkung von Irans nuklearen Ambitionen und sagte, dass jeder Angriff auf Bushehr vermutlich zu Opfern auf russischer Seite führen und Moskaus Kooperation gefährden würde.

14. (C) Ansprechpartner des Außenministeriums sagten, dass der Abstand zu den Angriffszielen und die Präsenz der US-Truppen im Irak und am Golf zusätzliche Komplikationen hervorrufen würden. Ein israelischer Angriff würde eine vorherige Koordination mit den Koalitionstruppen im Irak notwendig machen, erklärten sie und fügten hinzu, dass die US-Regierung in der gesamten islamischen Welt, besonders im Irak, zum Ziel von Vergeltungsschlägen würde. Vertreter des Außenministeriums und des Nationalen Sicherheitsrats räumten ein, dass jeder Angriff zudem zu heftigen Reaktionen von den arabischen Staaten und den Palästinensern führen würde, die effektiv den Friedensprozess einfrieren wird.
 
15. (C) Den Israelis ist bewusst, dass der Iran jedes militärische Eingreifen als Entschuldigung nutzen wird, die Zusammenarbeit mit EU-3 und der IAEA zu beenden. Zudem ist Israel sich darüber im Klaren, dass der Iran in der Lage ist, Vergeltung zu üben - militärisch oder durch Angriffe seiner regionalen Stellvertreter. Premierminister Sharon hat behauptet, dass die Hisbollah 11.000 Raketen (und möglicherweise unbemannte Drohnen) besitzt, die Israel erreichen können, sollten sie von libanesischem Boden aus abgeschossen werden. Die Leiterin der Abteilung für die Golfstaaten des Außenministeriums sagte, sie glaube, dass der Iran sich rächen würde, indem er terroristische Gruppen in Israel und den besetzten Gebieten aufhetzen würde.

Original (Englisch): http://213.251.145.96/cable/2005/03/05TELAVIV1593.html


bernard14-12-10

Fazit: Wer sich nicht wehren kann, wird angegriffen.




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