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Ist Karzai wegen iranischen Geldern nun ein Taliban?


Ahmadinejad, Karzai, Rahman, Khamenei

In Reih' und Glied beim iranischen Staatsoberhaupt Ayatollah Ali Khamenei: Mahmud Ahmadinejad (l.), Hamid Karsai (m.) und der tadschikische Präsident Emamali Rahman (r.). (Archivphoto: Mehr)

In den Medien herrschte in den letzten Tagen eine künstliche Aufregung um iranische Bargeldzahlungen an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai.

Künstlich deshalb, weil diese Zahlungen weder eine Neuigkeit noch heimlich sind. Bei der ersten internationalen Geldgeberkonferenz nach dem Sturz der Taliban war der größte geldgebende Staat - weit vor den USA und den einzelnen europäischen Staaten - der Iran. Gemeinsam mit Japan finanzierte das iranische Regime sogar den Wiederaufbau der von den Taliban zerstörten Buddha- Statuen. Vor der Zerstörung bot die Islamische Republik den Taliban sogar den Kauf der Statuen an, um sie vor der Zerstörung zu retten.

Schon früh sagte Karsai, dass der Iran beim Wiederaufbau des Landes an vorderster Stelle stehe. Bei der letzten Reise zur Amtszeit von George W. Bush widersprach der afghanische Präsident vor laufenden Kameras sogar seinem Amtskollegen, als dieser wieder begann über die angeblich subversiven Aktionen der Iraner zu reden.

Dabei handelt es sich um einen Vorwurf, der bis heute lediglich ein Vorwurf ist und sich hartnäckig in den Medien hält. Und das, obwohl die Enthüllungen von „Wikileaks“ von einer klaren Unterstützung der Taliban von Seiten der US-Verbündeten Pakistan und Saudi Arabien sprechen. Die angebliche marginale Unterstützung des Irans wird in den Dokumenten selbst dagegen als Gerücht ausgewiesen.

Diese und andere Tatsachen hindern einige Medien dennoch nicht daran, aus der iranischen Unterstützung für Hamid Karsai eine Unterstützung der Taliban zu konstruieren. Dabei sind die einzigen Staaten, die offen und offiziell die Taliban unterstützen, die westlichen Staaten selbst. Allen voran gehört dazu unsere deutsche Bundeskanzlerin, die die Hilfen für das Land bis auf 430 Millionen jährlich aufstockte, wobei 50 Millionen Euro für ein Taliban-Aussteigerprogramm vorgesehen sind.

Der Iran hat dagegen – wie Indien – am wenigsten Interesse daran, dass die pro-saudischen und pro-pakistanischen Taliban an der afghanischen Regierung beteiligt werden. Inwiefern diese Zielvorgabe realistisch ist, ist eine andere Frage - die iranische  Haltung im Hinblick auf die Taliban dürfte aber deutlich sein.


Anahita01-11-10

Schaut mal hier: http://www.nzz.ch/nachrichten/international/in_herat_beaeugt_man_iran_mit_wachsendem_misstrauen_1.8147636.html

Man erkennt, dass die Verfasserin nicht ergebnisoffen recherchiert hat.

iranopol.wordpress.com03-11-10

egal was der iran macht, es wird als böse ausgelegt. das wird solange passieren, bis der iran in der lage ist für solch schwachsinnige aussagen politische backpfeifen auszuteilen.

k_w06-11-10

Als Anmerkung: Karzai war bereits Taliban. Er war deren designierter Botschafter bei der UNO, wurde allerdings wegen angeblicher Spionage inhaftiert. Sein Folterer wurde vor einem Jahr persönlich von ihm aus dem Gefängnis entlassen. (Quelle: Steve Coll: "Ghost Wars")




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