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27.03.2010 Shayan Arkian

Trend: Regionale Kooperation anstatt regionale Konfrontation


Die Mitgliedsstaaten der Arabischen Liga in Überblick.

Kommentar anlässlich des Arabischen Gipfels in Libyen.


Seit Jahren zeichnet sich im Nahosten der Ansatz, regionale Konflikte auch regional zu lösen. Das hat zum einen mit den aufstrebenden Regionalmächten Türkei und Iran zu tun und zum anderen mit der zu Israel-nahen Politik der USA zu tun.

Objektiv betrachtet verliert die USA seit dem Einmarsch im Irak 2003 ständig an Einfluss. Sanktionen und Isolationsversuche gegen den Iran sind in der Substanz Verzweiflungstaten, denn der Einfluss des Irans geht ungebrochen von Afghanistan über den Irak bis in den Libanon und den palästinensischen Gebieten.

Auch der Sieg Alawis im Irak schmälert entgegen der medialen Trommelung den iranischen Einfluss im Irak nicht: Zusammen addiert haben die Religiösen im künftigen irakischen Parlament die Mehrheit. Alawi weiß über Irans Einfluss Bescheid, wohl gemerkt bereiste Alawi deshalb vor den Wahlen mit einer beispielslosen starken Delegation das Land. Und sein Präsident Präsident Jalal Talebani befindet sich neben den afghanischen und tadschikischen Präsident just im Iran - anlässlich des persischen Neujahres - trotz der momentanen brisanten Lage im eigenen Land.

Es ist zu wünschen, dass auch die USA die neue Rolle Irans anerkennt und auf gleicher Augenhöhe versucht, die Probleme zu lösen. Orientierung hierfür könnte Richard Nixons Politik der frühen 70ern zu China dienen: Durch die Zusicherung von Sicherheitsinteressen an China, öffnete sich der Diktator Mao gen Westen. Deutschland kann mit seiner guten Reputation im Iran in der Tradition Hans Dietrich Genschers Eigeninitiative zeigen und als Brückenkopf zwischen USA und Iran fungieren. Das waren einst die originären Stärken der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik zum Thema Iran.


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