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26.07.2010 Thomas Effe

IAEA Chefinspektor Olli Heinonen tritt zurück


IAEA, Olli Heinonen

Nach dem Rücktritt von Olli Heinonen: Werden die Karten neu gemischt?

Teheran, 01. Juli (MNA//Irananders) – Die IAEA gab bekannt, dass der Chefinspektor für die Aufsicht der iranischen Atomaktivitäten, Olli Heinonen, nächsten Monat aus privaten Gründen zurücktreten wird. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

Olli Heinonen wurde vom früheren Leiter der IAEA, Mohammad El-Baradei, zum Chefinspektor ernannt. Er ist seit 1983 für die IAEA aktiv.

Mit der Übernahme des Vorsitzes der IAEA durch Yukiya Amano war bereits zuvor eine Neubewertung der iranischen Atomaktivitäten erfolgt, wobei aber keine neuen Erkenntnisse erzielt worden waren, sondern sich lediglich die Interpretation verändert hat.

Sorgen bereitet dem Iran der kommende NIE-Report aller US-amerikanischen Geheimdienste, dessen Veröffentlichung für mehrere Monate verschoben worden ist. Eine Verschiebung deutet auf eine Unstimmigkeit in der iranischen Atomfrage hin.

In einem Interview mit Irananders bezweifelte der libanesische Islam- und Politikwissenschaftler Dr. Marwan Abou-Taam an einer Wiederholung der geheimdienstlichen Irrtümer und das Einspannen der US-Politik durch unrepräsentative Exil-Gemeinschaften. Die USA hätten ihre Lehren aus dem Irak-Krieg gezogen, so Dr. Abou-Taam.

Der Politologe und frühere US-Diplomat Flynt Leverett von der New America Foundation sieht dagegen Anzeichen für eine Wiederholung einer Irak-ähnlichen Agenda. Nach seinen Angaben besteht für die nächste Zeit Kriegsgefahr, da einflussreiche Lobbygruppen sich dafür stark machen würden. Die Voretappe des Krieges, so Leverett, seien Sanktionen, die sich alle als unwirksam erweisen würden, die aber jedoch zugleich Gründe für eine Ultima Ratio liefern würden.

Flynt Leverett deutet die Freilassung des iranischen Atomwissenschaftlers Shahram Amiri als Bestätigung dafür, dass der US-amerikanische Geheimdienst von ihm keine Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm erhalten konnte und man deshalb auch Äußerungen zu seinem Schaden gemacht habe, damit Amiri im Iran als Verräter betrachtet werde. Wenn Shahram Amiri Hinweise für einen iranisch Atomwaffenprogramm gegeben hätte, wäre er nicht freigelassen worden können. Der verspätete NIE-Report könnte auch damit in Zusammenhang stehen.


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