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22.06.2010 Ralf Abbasi

Nach Sanktionen: Iran nicht mehr interessiert an besseren Beziehungen zu den USA


Iran, USA, Ahmadinejad, Obama

Solch eine Szene ist in den USA innenpolitisch nicht durchsetzbar. Im Iran begegnete man die neue Präsidentschaft Obamas anfangs optimistisch. (Fakephoto)

Teheran, 21. Juni (IRNA/Irananders) – Am Rande eines Treffens zwischen dem iranischen Präsidenten, Dr. Mahmud Ahmadinejad, und seinem neuen iranischen Botschafter in Nicaragua, Morteza Khalaj, sagte der iranische Präsident, dass der Iran an besseren Beziehungen mit allen Staaten der Welt interessiert sei – mit Ausnahme der USA und Israels.

Kein iranischer Präsident zuvor buhlte so sehr um bessere Beziehungen zu den USA. Vor etwa einem Monat schrieb Ahmadinejad seinen zweiten Brief an US-Präsident Barack Obama, der - wie der erste Brief - unbeantwortet blieb. Ahmadinejad war der erste iranische Präsident, der einem US-Präsidenten zu seinem Wahlsieg gratulierte.

Während des Pokers um neue Sanktionen im UN-Sicherheitsrat ermahnte Ahmadinejad die USA, dass nach neuen Sanktionen die Beziehungen der beiden Länder für immer gestört sein werden, und dass es die letzte Chance Obamas sei, einen umfassenden „Change“ in seiner Außenpolitik einzuleiten.


weissBescheid23-06-10

Na mal gucken wie lange Iran das durch hält!?

Lange23-06-10

Scheinbar lange, schließlich ist der Iran eine Regionalmacht. Die USA braucht den Iran genauso wie umgekehrt.

Homayoun H,25-06-10

Ich glaube Ahmadinejad hatte darauf gehofft, dass mit dem neuen US-Präsidenten, auch eine neue Nahost-Politik (inkl. Iran-Politik) und auch eine zumindest kleine Distanzierung zu Israel erfolgt.
Dies hat sich dann allerdings als Falsch erwiesen. Und natürlich hat die massive Unterstützung der "Grünen" seitens USA und US-Medien (aus seiner Sicht) ihr übriges getan, dass Ahmadinejad keinerlei Hoffnung mehr auf eine neue US-Iran Beziehung hat. Trotzdem denke ich es dass aus iranischer
Sicht (aktuell Ahmadinejad) keine Probleme gebe, es noch einmal zu probieren, sollte aus USA tatsächlich ein ernsthaftes Signal kommen. Ob nun Ahmadinejad durch seine sture Haltung oder der Westen und allen Voran USA durch ihr Sanktions-Bombardement Schuld daran haben, sei mal dahingestellt.

Die US-Politik wird höchstwahrscheinlich unabhängig vom jeweiligen Präsidenten,
immer eine bedingungslose Unterstützung Israels mitbeinhalten. Selbst wenn der US-Präsident persönlich nichts dagegen hätte, wenn mal ab und an etwas mehr Distanz zu Israel bestünde, so sind die Interessen Israels in allen Organen der US-Regierung einfach zu "tief verankert", als dass ein Präsident etwas daran ändern könnte.
Ein Bush würde am liebsten sofort den Iran bombardieren, und ein Obama ziert sich wo es geht. Das ist meiner Meinung nach der einzige Unterschied. Und mit dieser Position ist es aus Sicht der islamischen Republik eben keine Basis für eine "Freundschaft" vorhanden.

Und was das "durchhalten" angeht: man vergisst dass der Iran schon viel härtere Zeiten durchgehalten hat als Heute. Jemand der die letzten 30 Jahre im Iran mit all den Sanktionen und dazu noch dem Krieg gelebt und erlebt hat, hätte wahrscheinlich erstmal nur ein müdes Lächeln für die derzeitigen Sanktionen übrig. Allerdings ist die heutige Situation mit den Spannungen innerhalb Irans (sowohl was die Menschen angeht, als auch die Kriege innerhalb der Führung) auch etwas anders zu betrachten und Niemand weiss wirklich wie Sanktionen im Iran wirken werden.

Homayoun

@Homayoun25-06-10

Hm, der Iran hat nie den USA die Bedingung gestellt sich von Israel zu distanzieren. Es liegt aber wohl in der Sache, dass die USA sich nicht mit dem Iran aussöhnen kann, bedingt durch den innenpolitisch Druck seitens einiger Lobbies, Neokonservativen und Republikaner.
Iran ist sogar bemüht mit Ägypten lieber heute als morgen die Beziehungen aufzunehmen unabhängig davon wie Ägypten zu Israel steht.






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