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Israels Fehlpolitik und das neue Gesicht des Nahen Ostens


Nahost

Das neue Gesicht des Nahen Osten. Zu dem pro-schiitischen Halbmond begonnen von Afghanistan über Iran, Irak, Syrien, Libanon bis zu Gaza, gesellt sich nun immer mehr die sunnitische Macht Türkei bei.

Die Türkei hat gegen die anti-iranische UN-Resolution gestimmt. Anders war es nach dem israelischen Angriff auf türkischen Schiffen im internationalen Gewässer nicht zu erwarten. Die USA und im weitesten Sinne der gesamte Westen gerät immer mehr im Widerspruch zu seinen und zu die den israelischen Interessen.

Wie war es zu erwarten, dass die Türkei Sanktionen gegen Iran zustimmt, obwohl der Iran sich durch das diplomatische Einwirken der Türkei (Uran-Deal) der westlichen Gemeinschaft annäherte, aber Israel nach dem Überfall mit türkischen Opfern nicht mit restriktiven Maßnahmen belegt wurde? Die USA steht abermals zwischen zwei Stühlen. Der massive Druck auf Washington durch die Türkei, um Maßnahmen gegen Israel zu verhängen war vergeblich. Dadurch gerät aber Washington und Tel Aviv immer mehr in die Isolation und der lachende Dritte ist Teheran und seine Verbündeten.

Deshalb ist die Mär der internationalen Isolation Teherans, um restriktive Maßnahmen gegen ihn recht zu fertigen, spätestens nach letzter Woche nicht mehr zu halten. Irans Präsident Mahmud Ahmadinejad war demonstrativer Gast der Sicherheitskonferenz CICA in Istanbul. Israel blieb als einziges Mitglied der Konferenz bestehend aus 21 Mitgliedsstaaten fern. In der Abschlusserklärung wurde Israel verurteilt und der türkische Präsident Abdullah Gül sagte dazu: „Dies ist ein deutlicher Ausdruck dafür, wie Israel sich selbst isoliert hat.“

Trotz der nun verhängten Resolution gegen Teheran, steht Israel auch wegen seiner Atompolitik immer mehr an den Pranger – und damit auch die westliche Politik. In der Abschlusserklärung der 4-wöchigen Konferenz des Atomwaffensperrvertrages vor zwei Wochen haben 189 Mitgliedsstaaten den Iran weder direkt noch indirekt verurteilt, sondern Israel explizit.

Unmittelbar praktische Konsequenzen haben beide Kommuniques jedoch nicht, sie zeigen aber im Lichte der diesmaligen schwachen UN-Resolution gegen den Iran gravierende Neigungen in den internationalen Beziehungen. Israels Politik der reinen militärischen Abschreckung führt immer mehr zur Korrosion seiner aber auch die des westlichen Einflusses im Nahen und Mittleren Osten.

Die praktisch uneingeschränkte Unterstützung der USA wird sicherlich Israel aus diesem Wahn nicht befreien, eher wird sie mit rein gezogen. Die zum Teil plausible politische Ausschlachtung des Holocausts von Rechten Israelis wirkt in dem kollektiven israelischen Bewusstsein rein. Das ständige Gefühl bedroht zu sein hervorruft unbedingt exzessive Gewaltakte. Der Feind wird immer als größer und gefährlicher wahrgenommen.

Wenn Islamisten der Vorwurf gemacht wird, ständig sich in der Opferrolle zu sehen, gilt dieser Vorwurf umso mehr für die israelische Gesellschaft. Wegen der jüdisch-israelischen Geschichte können zwar fundamentale Veränderungen nur aus ihrer Gesellschaft selbst vollbracht werden. Aber der engste Verbündete die USA stärkt diese Tendenzen, sie zähmt sie keineswegs.


Reto26-12-13

Israelis sollen das Land Retour geben.




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