Menschenrechte: Iran gibt auf?
Kommentar anlässlich eines Artikels von Andreas Zumach über Irans Zurücknahme seiner Bewerbung für einen Sitz in UN-Menschenrechtsrat, veröffentlicht in der taz am 26.04.2010.
Herr Zumach ist vermutlich entgangen, dass der Iran anstelle dessen in den UN-Frauenrechtskommission für vier Jahre gewählt wurde.
Das war ein kluger Schachzug, denn es gab fast weltweit eine Kampagne von NGOs und Menschenrechtsgruppen gegen Irans Bewerbung für den UN-Menschenrechtsrat. Desto näher der Termin zur Abstimmung rückte, umso intensivierter waren die Kampagne. Durch die Rücknahme und zügige Neubewerbung für die Frauenrechtskommission hat man Gesicht wahren können und zugleich einen Posten für 4 Jahre in UN-Gremium sichern können. Schach ist wohl doch Persisch.
Nichtsdestotrotz müssen Iraner wohl zwingend Verschwörungstheoretiker werden. Es dürfte nicht überraschend sein, wenn nun einige iranische Politiker hinter jede Menschenrechtsgruppe eine Verschwörung sehen. Solche Kampagnen gab es nämlich nicht gegen Saudi Arabien, Jordanien oder Ägypten, die allesamt dort unbehelligt im hohen Rat sitzen.
Der Missbrauch von universellen Werte wie Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit durch die Politik und das Mittragen gut gläubige Aktivisten ist die wahre Misere der ganzen Affäre.
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Iran vertreten in einer UN-Institution für Frauenrechte. Gibt es im Iran Rechte für Frauen? Wie kann es ein gelungener Schachzug des Iran sein, dort einen Sitz zu haben? Welch Erfolg leitet sich für diese Organisation ab?